Juristisches Gewitter für Elon Musk: Ein US-Bundesrichter lehnte am 6. Februar 2026 den Antrag ab, die Urheberrechtsklage der Filmfirma Alcon Entertainment („Blade Runner 2049“) abzuweisen. Damit muss sich Tesla wegen der mutmaßlich illegalen Nutzung von KI-Bildern vor Gericht verantworten. Doch das ist nicht alles: Zeitgleich wurde eine neue Patentklage von Songbird Tech eingereicht, die Teslas Infotainment-Systeme und die KI „Grok“ ins Visier nimmt.
Blade Runner 2049: Wenn die KI zu nah am Original ist
Der Streitpunkt reicht zurück bis zum spektakulären "We, Robot"-Event im Oktober 2024. Alcon Entertainment wirft Tesla vor, für die Präsentation des Cybercabs Bildmaterial genutzt zu haben, das unverkennbar an Schlüsselszenen aus „Blade Runner 2049“ angelehnt war. Besonders brisant: Tesla hatte laut Klageschrift vorab um Erlaubnis gebeten, die Bilder zu nutzen – was Alcon explizit ablehnte. Die Produktionsfirma argumentiert, Tesla habe daraufhin eine KI angewiesen, „Copycat-Bilder“ zu generieren.
Richter George Wu urteilte nun, dass Alcon eine „plausible Theorie der Urheberrechtsverletzung“ vorgelegt habe. Teslas Verteidigung, es handele sich um "Fair Use" (angemessene Verwendung), reichte nicht aus, um das Verfahren zu stoppen. Das Gericht wird nun in der Beweisaufnahme (Discovery) klären, wie genau die Bilder erstellt wurden.
"Wir wollen nicht mit Elon Musk in Verbindung gebracht werden – weder politisch noch geschäftlich. Dass Tesla unsere Ablehnung einfach mit KI-Kopien umgangen hat, ist böswillig." – Tenor der Alcon-Klage.
Patent-Hammer: Songbird Tech verklagt Tesla und X
Als wäre der Hollywood-Streit nicht genug, hat das Unternehmen Songbird Tech am 5. Februar 2026 zwei Klagen vor einem Gericht in Texas eingereicht. Hier geht es um handfeste Technik-Patente aus dem Jahr 2014. Im Zentrum steht das Patent für ein „Audio Message Driven Customer Interaction Queuing System“.
Die Vorwürfe im Detail:
- Tesla Infotainment: Die Integration von Diensten wie Apple Music, Spotify, Audible und Podcasts soll Patente zur Audio-Verarbeitung verletzen.
- Grok AI (X Corp): Die Sprachfunktionen der KI Grok sollen geschützte Methoden zum Aufzeichnen, Speichern und Übermitteln von Audiodaten an Server nutzen.
- Modell-Reichweite: Betroffen sind laut Songbird alle aktuellen Tesla-Modelle – vom Model 3 bis zum Cybertruck.
Die Klagen im Überblick
| Kläger | Gegenstand | Status (Feb. 2026) |
|---|---|---|
| Alcon Entertainment | Blade Runner 2049 Copyright | Antrag auf Abweisung abgelehnt (Verfahren läuft) |
| Songbird Tech | Audio-Interaktions-Patente | Frisch eingereicht (Warten auf Erwiderung) |
| Warner Bros. | Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung | Mitangeklagt im Blade-Runner-Fall |
Gefährlicher Präzedenzfall für Generative KI?
Der Fall "Blade Runner" könnte richtungsweisend für die gesamte Tech-Branche werden. Es geht um die Frage: Darf eine Firma eine KI nutzen, um den "Look & Feel" eines geschützten Werkes zu kopieren, wenn das Original nicht verwendet werden darf? Sollte Alcon gewinnen, müssten Unternehmen künftig extrem vorsichtig sein, wenn sie ihre KI-Prompts mit Verweisen auf existierende Filme oder Marken füttern.
Songbird Tech hingegen ist kein Unbekannter auf dem Parkett der Patentklagen. Das Unternehmen hat bereits Samsung und LG verklagt. Dass nun Tesla und X (ehemals Twitter) gleichzeitig ins Visier geraten, deutet auf eine großangelegte Strategie hin, Lizenzgebühren für weit verbreitete Voice-Assistant-Features einzufordern.
Fazit: Teures Nachspiel für das Cybercab-Event
Elon Musks Vorliebe für Cyberpunk-Ästhetik wird nun zum juristischen Bumerang. Während die technischen Probleme des Cybercabs (Stichwort: Induktives Laden vs. Effizienz) die Fachwelt beschäftigen, binden diese Rechtsstreits nun massiv Ressourcen. Für Tesla-Aktionäre bedeutet das: Die Rechtskosten könnten 2026 spürbar steigen, sollte es nicht zu schnellen Vergleichen kommen.




