Tesla Terafab soll Chipproduktion, Robotik und Weltraumtechnologie verbinden
Besonders viel Raum nimmt in der Folge Teslas Terafab ein. Die Gastgeber beschreiben das Projekt als eines der ambitioniertesten Technologievorhaben der Gegenwart. Elon Musk habe das Vorhaben in einen sehr großen Zusammenhang gestellt. Ziel sei nicht weniger als der Weg von einer planetaren zu einer galaktischen Zivilisation. Dafür brauche es eine neue Größenordnung bei Rechenleistung, Energieversorgung und industrieller Fertigung.
Nach Darstellung der beiden ruht diese Vision auf drei Säulen. Tesla soll Robotik, Hardware und die dafür nötigen KI Chips liefern. xAI soll die Softwareintelligenz und gigantische Rechenzentren bereitstellen. SpaceX wiederum soll Transport, Satelliteninfrastruktur und perspektivisch sogar die Voraussetzungen für Rechenzentren im All schaffen. Gerade diese Verknüpfung mehrerer Musk Firmen in einem einzigen strategischen Gesamtbild beeindruckt die beiden Podcaster sichtbar.
Die geplante Terafab in Texas soll Chipdesign, Lithografie, Speicherproduktion, Packaging und Tests unter einem Dach zusammenführen. Ziel sei eine jährliche Rechenkapazität im Terawattmaßstab. In der Folge wird mehrfach betont, wie schwer diese Dimension für Außenstehende greifbar ist. Gleichzeitig verteidigen die Gastgeber die Existenz solcher Visionen ausdrücklich. Auch wenn Zeitpläne von Elon Musk in der Vergangenheit oft zu optimistisch gewesen seien, fehle es gerade in Deutschland aus ihrer Sicht an vergleichbar großen Zukunftsbildern.
Besonders futuristisch wird es bei den Ideen für orbitales Computing. Demnach sollen große Recheneinheiten als Satelliten im All betrieben werden. Dort seien Sonneneinstrahlung und Kühlung günstiger als auf der Erde. Noch weiter reicht die Vision einer Fabrik auf dem Mond, wo schwere Komponenten aus Mondgestein hergestellt und mit elektromagnetischen Startsystemen ins All geschossen werden könnten. Für Nico und Constantin klingt das zwar extrem abstrus, zugleich aber faszinierend konsequent. Ihre Grundhaltung ist klar: Solche radikalen Technologieentwürfe seien inspirierender als eine Debatte, die sich nur um Verwaltung und Stillstand drehe.
Digitale Tesla Flotte als dezentrales Rechenzentrum
Ein weiteres Detail aus dem Tesla Umfeld begeistert die beiden besonders. Tesla plane offenbar, ungenutzte Rechenleistung parkender Fahrzeuge künftig in größerem Stil nutzbar zu machen. Wenn Autos im Alltag durchschnittlich rund 22 Stunden stillstehen, könnten ihre Computer theoretisch für KI Berechnungen eingesetzt werden. Besitzer würden im Gegenzug etwa über Geld oder Supercharger Guthaben vergütet. Ergänzt werde diese Idee durch die Möglichkeit, Supercharger Standorte in Schwachlastzeiten zusätzlich als kleine Rechenzentren zu nutzen. Für die Gastgeber ergibt das strategisch erstaunlich viel Sinn, weil Stromversorgung, Infrastruktur und Hardware bereits vorhanden seien.
FSD in Europa rückt näher
Ein zweites großes Thema ist Teslas Full Self Driving in Europa. Aus den Niederlanden, wo das zuständige Verfahren begleitet wird, gibt es laut Podcast zwar noch keine endgültige Freigabe, aber ein klares Signal, dass die Prüfung weiterläuft. Die Behörde habe wegen des hohen öffentlichen Interesses sogar ein offizielles Statement veröffentlicht. Tesla habe demnach 18 Monate lang getestet, 1,6 Millionen Testkilometer gesammelt, mehr als 13.000 Begleitfahrten absolviert und über 400 Compliance Anforderungen dokumentiert.
Die Entscheidung soll nun nach weiterem Prüfaufwand im April fallen. Falls die Freigabe kommt, könnte FSD im Sommer 2026 in Europa starten. Zunächst sei das nur für Fahrzeuge mit AI4 Hardware und FSD Version 14 vorgesehen. Für ältere Hardware 3 Fahrzeuge könnte später eine abgespeckte Version folgen. Die beiden sehen darin einen entscheidenden Meilenstein, weil dann erstmals auch in Europa ein weitgehend automatisiertes Fahren im Alltag verfügbar würde. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass es sich regulatorisch weiterhin nicht um vollautonomes Fahren auf Level 4 handelt, sondern um ein fortgeschrittenes Assistenzsystem mit Fahreraufsicht.
Tesla arbeitet an weiteren Details von Robotaxi, App und Cybercab
Neben der Europa Frage sprechen Nico und Constantin auch über mehrere kleinere Tesla Themen. Dazu gehören neue Hinweise auf das Model YL, mögliche Veränderungen am Cybercab, Patente für einen Batterieanhänger am Cybertruck sowie eine intelligent zonierte Frontscheibenheizung, die nur dort Energie einsetzt, wo tatsächlich Eis oder Beschlag entfernt werden muss.
Auch softwareseitig geht es weiter. Die Robotaxi App soll für Android vorbereitet werden. In der normalen Tesla App wird inzwischen angezeigt, welches Fahrerprofil gerade aktiv ist. Das könnte etwa bei Familienfahrzeugen mit begrenzten Profilen nützlich sein. Zudem wurde der Service Bereich der App neu strukturiert und mit einem kleinen KI Assistenten ergänzt, um Standardfragen direkt abzufangen.
Kritik an deutscher Politik und fehlenden Zukunftsbildern
Ein wiederkehrender Ton der Folge ist die Unzufriedenheit mit der politischen Debatte in Deutschland. Vor allem Nico formuliert deutlich, dass hierzulande aus seiner Sicht keine echte Zukunftsvision erkennbar sei. Während in den USA über Robotik, Raumfahrt und KI Fabriken gesprochen werde, dominierten in Deutschland Themen wie Regulierung, Verbote, Förderlogik und Bestandssicherung. Diese Gegenüberstellung zieht sich mehrfach durch die Diskussion.
Besonders scharf fällt die Kritik an neuen Förderideen aus. In Bayern fordert die SPD ein 500 Millionen Euro Programm zur Unterstützung kommunaler E Fahrzeugflotten. Dazu kommen angekündigte Bundesmittel für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern. Nico sieht solche Ankündigungen kritisch, weil sie aus seiner Sicht Kaufentscheidungen verzerren und immer wieder neue Warteschleifen im Markt erzeugen. Statt klarer, verlässlicher Rahmenbedingungen entstehe erneut Unsicherheit, wer wann auf welche Förderung hoffen könne.
BMW setzt bei der Neuen Klasse breit an
Im Automobilteil der Folge sticht BMW positiv hervor. Nachdem bereits über die kommende Limousine gesprochen worden war, wurde nun bekannt, dass der neue i3 auch als Touring kommen soll. Für die beiden ist das ein starkes Signal, weil BMW damit früh mehrere Karosserieformen auf Basis der Neuen Klasse plant. Neben SUV und Limousine soll also auch ein elektrischer Kombi folgen. Gerade diese Breite fehle bei vielen anderen Herstellern.
Zusätzlich wurde über den künftigen iX1 auf Basis der Neuen Klasse gesprochen, außerdem über ein geplantes Facelift für den Siebener, dessen großer Frontgrill erhalten bleiben soll. BMW investiert nach Angaben der Folge insgesamt 1,7 Milliarden Euro in Bayern. Ein Teil fließt in das Werk München, das ab Sommer 2026 nur noch Elektroautos bauen soll. Weitere Mittel gehen in ein Batteriezentrum. Klar positioniert sich BMW auch gegen Range Extender Konzepte. Bei Reichweiten um 900 Kilometer nach WLTP und Ladeleistungen bis 400 kW sieht der Hersteller dafür keinen Bedarf.
Volkswagen, Audi, Porsche und Skoda zwischen Umbau, Problemen und Fortschritten
Beim Volkswagen Konzern fällt das Bild gemischt aus. Volkswagen selbst steht laut Podcast unter erheblichem Druck. Die operative Marge der Kernmarke sei kritisch niedrig, die Stückzahlen lägen deutlich unter früheren Planungen und es gebe rechnerisch Überkapazitäten in der Größenordnung mehrerer Werke. Zugleich läuft ein Rückruf von rund 100.000 MEB Fahrzeugen wegen möglicher Probleme in Batteriemodulen. In Deutschland sollen 28.000 Autos betroffen sein.
Für Europa schließt VW Markenchef Thomas Schäfer Range Extender Modelle aus. Die Begründung: zu teuer und zu ineffizient. Anders sieht es in den USA aus, wo Scout mit Range Extender auf starke Nachfrage trifft. Dort haben laut Folge 87 Prozent der Vorbesteller die Variante mit Zusatzantrieb gewählt. Zugleich kämpft Scout aber auch mit Problemen, weil der geplante Direktvertrieb Widerstand bei US Händlern auslöst.
Audi wiederum meldet ein Rekordjahr für E Autos, vor allem dank Q6 e tron und A6 e tron. Außerdem wurde ein A2 e tron bestätigt. Porsche arbeitet parallel an einem neuen Verbrenner Macan für 2028. Das zeigt aus Sicht der Podcaster, dass auch Premiummarken ihre Übergangsstrategien verlängern. Skoda bringt für Enyaq und Elroq Updates mit LFP Batterien in den Einstiegsvarianten und Android basierter Software. Genau an dieser Stelle entsteht im Podcast eine größere Diskussion darüber, ob sich Android Automotive als dominierender Softwareunterbau der Branche durchsetzen könnte, während Eigenentwicklungen vieler Hersteller zunehmend fragwürdig erscheinen.
Bentley und Rolls Royce verschieben ihre Elektroziele
Auch im Luxussegment wird der Abschied vom Verbrenner langsamer als ursprünglich angekündigt. Bentley verschiebt das Ziel einer vollelektrischen Marke von 2030 auf 2035. Der erste reine Elektro Bentley soll Ende 2026 kommen. Bis dahin setzt der Hersteller stärker auf Hybride. Rolls Royce geht ähnlich vor. Dort bleibt der V12 wegen anhaltender Kundennachfrage länger im Programm. Für Nico und Constantin ist das nachvollziehbar, weil gerade in diesem Segment Motorcharakter, Laufkultur und Markenritual für viele Käufer weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Der elektrische Spectre wird zwar als gelungenes Modell beschrieben, ersetzt aber aus Sicht klassischer Rolls Royce Kunden noch nicht alles, wofür die Marke steht.
Denza will mit Flash Charging und Premiumanspruch nach Europa
Sehr spannend finden die beiden die Entwicklung bei Denza, der Premiummarke von BYD. Der Denza Z9 GT soll mit neuer E3 Plattform, bis zu 960 PS und einer großen 122 kWh Batterie nach Europa kommen. Dazu kommt das sogenannte Flash Charging, bei dem in wenigen Minuten große Reichweiten nachgeladen werden können. Für die Gastgeber zeigt Denza exemplarisch, wie schnell chinesische Hersteller bei Technik, Ladeleistung und Plattformstrategie vorankommen. Gleichzeitig wird betont, dass Denza nicht als günstige Alternative, sondern klar als Premiumanbieter oberhalb von BYD positioniert werde.
Weitere Kurzmeldungen aus der E Mobilität
Daneben geht es in der Folge noch um zahlreiche weitere Nachrichten. Hyundai bringt den Ioniq 6 N, der zwar technisch beeindruckt, optisch aber bei den beiden keinen leichten Stand hat. Uber investiert Milliarden in Rivian Robotaxis. Polestar sammelt erneut frisches Kapital ein. Leapmotor meldet erstmals Gewinn. Xpeng steigert den Umsatz massiv und erzielt ebenfalls erstmals einen Netto Gewinn. Lamborghini verschiebt sein erstes Elektroauto weiter nach hinten, weil Sound und Fahrgefühl noch nicht überzeugend genug gelöst seien. DS kündigt mit einem neuen SUV auf Stellantis Plattform bis zu 740 Kilometer Reichweite an. Zudem sprechen die beiden über Rückrufe bei Hyundai Kona Elektro sowie Renault 4 und Renault 5.
Fazit der Folge
Folge 62 von Elektroquatsch ist weniger eine reine Autoschau als eine Debatte über Zukunftsentwürfe. Im Zentrum steht die Frage, warum manche Unternehmen und Regionen mit maximalem technologischen Anspruch nach vorne denken, während andere vor allem verwalten. Tesla dient dabei als Projektionsfläche für beides, für Faszination und Kontroverse. Daneben zeigt die Folge aber auch, dass klassische Hersteller keineswegs stillstehen. BMW baut seine Elektrostrategie sichtbar aus, Audi liefert neue Modelle, chinesische Marken drängen mit hohem Tempo nach Europa und selbst Luxusmarken justieren ihre Pläne neu. Der rote Faden bleibt dabei klar: Elektromobilität entwickelt sich nicht mehr nur über Reichweite und Ladezeit, sondern zunehmend über Software, KI, Infrastruktur und die Frage, welche Vision vom Auto und von Mobilität künftig überhaupt noch zählt.


