#57 - Grok im Tesla, Cybercab, neue Model 3, Rückruf bei Mercedes, Rivian & VW, Neue Polestars

Nico Pliquett

Nico Pliquett

In der aktuellen Folge des Elektroquatsch-Podcasts diskutieren Nico Pliquett und Constantin Hoffmann über das neue Tesla Model 3 mit Hinterradantrieb, die Integration der Grok-KI in Tesla-Fahrzeugen sowie spannende Marktentwicklungen bei Rivian, Polestar und BYD.

Neues Model 3: Der Kampf um den Preispunkt

Nico Pliquett und Constantin Hoffmann blicken auf ihren Besuch bei Tesla in Berlin zurück, bei dem sie das neue Model 3 mit Hinterradantrieb unter die Lupe genommen haben. Mit einem Einstiegspreis von 36.990 Euro positioniert Tesla das Fahrzeug als attraktive Option für Neukunden. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie dem VW ID.4 Pure, der preislich höher ansetzt, bietet das Model 3 laut den Podcastern das rundere Gesamtpaket in Bezug auf Reichweite, Ladeleistung und Software.

Obwohl beim Basismodell auf Details wie die Ambientebeleuchtung verzichtet wird, bleibt das Fahrgefühl und der Zugang zum Tesla Ökosystem identisch mit den teureren Varianten. Die Gastgeber betonen, dass Tesla trotz Inflation Wege gefunden hat, attraktive Preispunkte zu halten, auch wenn dies durch einfache Materialien wie Stahlfelgen unter den Radkappen erkauft wird.

Grok KI: Künstliche Intelligenz zieht in den Tesla ein

Ein Highlight der aktuellen Softwareversion 2026.2.6 ist die Integration der KI Grok. Im Gegensatz zu vielen anderen Cloud-Lösungen nutzt Tesla den internen Ryzen Chip für die Prozessabläufe im Fahrzeug. Dies sorgt für eine extrem geringe Latenz und schnelle Dialoge. Grok bietet verschiedene Persönlichkeiten, vom sachlichen Assistenten bis hin zum humorvollen Geschichtenerzähler oder gar einem Verschwörungstheoretiker-Modus, der mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist.

Einige Kinderkrankheiten wie die korrekte Aussprache von Zahlen oder Straßennamen bestehen noch, doch die Geschwindigkeit der Interaktion überzeugt. Voraussetzung für die Nutzung ist ein AMD Ryzen Prozessor sowie eine aktive Premium Konnektivität oder eine stabile WLAN Verbindung.

Apple CarPlay: Die unendliche Geschichte geht weiter

Tesla arbeitet weiterhin an der Integration von Apple CarPlay. Verzögerungen ergaben sich zuletzt durch Synchronisationsprobleme zwischen der Apple Maps Route und dem Full Self-Driving (FSD) System. Apple hat hierfür bereits einen Fix in iOS 26 implementiert. Tesla wartet nun auf eine höhere Adoptionsrate des neuen Betriebssystems, bevor die Funktion im Rahmen eines kommenden Spring Updates für alle Nutzer freigeschaltet wird.

Cybercab und die Realität der Robotaxis

Das Tesla Cybercab sorgt für Aufsehen, da das erste Serienfahrzeug in der Giga Factory Texas vom Band gerollt ist. Elon Musk verspricht einen Preis von unter 30.000 US-Dollar für Privatkunden. Das Fahrzeug verzichtet komplett auf Lenkrad und Pedale, wobei Tesla einen Plan B für Regionen mit strengeren regulatorischen Hürden in der Hinterhand hat.

Aktuelle Daten aus Austin zeigen jedoch, dass die Unfallrate von Robotaxis derzeit noch über der von menschlichen Fahrern liegt. Während ein menschlicher Fahrer in den USA statistisch alle 368.000 Kilometer in einen Unfall verwickelt ist, liegt der Schnitt bei den autonomen Fahrzeugen momentan bei etwa 92.000 Kilometern. Die meisten Vorfälle sind jedoch Bagatellschäden beim Rangieren.

Trendwende: Die Rückkehr der physischen Knöpfe

Interessanterweise zeichnet sich eine Abkehr vom reinen Touchscreen-Konzept ab. In China schreiben neue Sicherheitsrichtlinien ab 2027 wieder physische Schalter für essentielle Funktionen wie die Gangwahl oder den Blinker vor. Auch Polestar plant einen radikalen Kurswechsel. Künftige Modelle sollen wieder mehr haptische Bedienelemente erhalten, um den Anforderungen des Euro NCAP Protokolls für Bestwertungen gerecht zu werden.

Rivian profitiert von VW-Deal

Rivian konnte im vierten Quartal 2025 erstmals einen Bruttogewinn ausweisen. Dies ist maßgeblich auf das Joint Venture mit Volkswagen zurückzuführen, das im Bereich Software und Dienstleistungen bereits hunderte Millionen Dollar eingebracht hat. Während der Rivian R2 in Europa erst später erscheint, wird das Lieferfahrzeug für Amazon (EDV) technisch aufgewertet und erhält eine deutlich gesteigerte Reichweite sowie Allradantrieb.

Hiobsbotschaften bei Mercedes und Finanztricks bei VW

Mercedes-Benz kämpft mit einem massiven Rückruf bei den Modellen EQA und EQB. Aufgrund eines Batteriedefekts mit Brandgefahr müssen weltweit bis zu 70.000 Akkus getauscht werden, was den Konzern finanziell stark belastet. Zeitgleich steht Volkswagen in der Kritik, da der Konzern trotz eines harten Sparkurses und möglicher Werkschließungen hohe Boni an den Vorstand auszahlt, während die Belegschaft auf Anerkennungsprämien wartet.

BYD und die Marktoffensive

Der chinesische Riese BYD aktualisiert den Atto 3 auf die Evo Variante mit 800 Volt Plattform, was die Ladezeit fast halbiert. Zudem drängt BYD mit Elektro LKWs für Logistikriesen wie DACHSER auf den europäischen Markt und festigt seine Position als weltweit zweitgrößter Batterieproduzent hinter CATL.

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