Akku-Revolution 2026: Erstes E-Auto mit Natrium-Ionen-Batterie

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

 Akku-Revolution 2026: Erstes E-Auto mit Natrium-Ionen-Batterie

Mit dem Changan Nevo A06 geht das weltweit erste Serien-E-Auto mit CATLs "Naxtra"-Natrium-Ionen-Akku an den Start. Die Technologie verspricht das Ende der Winter-Reichweitenangst: Selbst bei -40 °C behält die Batterie über 90% ihrer Kapazität und ist zudem deutlich günstiger und sicherer als herkömmliche Lithium-Akkus.

Das Ende der Lithium-Dominanz hat ein Datum: Mitte 2026 rollen die ersten Changan Nevo A06 mit der neuen Naxtra-Batterie von CATL auf die Straßen. Was wie eine technische Randnotiz klingt, ist ein Beben für die Industrie. Denn Natrium-Ionen-Akkus lösen auf einen Schlag drei der größten E-Auto-Probleme: horrende Kosten, Ressourcenknappheit und den massiven Reichweitenverlust im Winter.

Der Winter-König: 90 % Reichweite bei -40 Grad

Während herkömmliche LFP- oder NMC-Batterien bei eisigen Temperaturen spürbar in die Knie gehen und oft 30 bis 50 % ihrer Reichweite einbüßen, spielt die Natrium-Technologie hier ihre größte Stärke aus. Tests im chinesischen Yakeshi bestätigten: Selbst bei extremen -40 °C behält der Naxtra-Akku über 90 % seiner Kapazität.

Die Entladeleistung bei -30 °C ist sogar dreimal höher als bei vergleichbaren LFP-Modellen. Damit wird das E-Auto erstmals auch in Regionen mit extremen Wintern – von Skandinavien bis zu den Alpen – uneingeschränkt alltagstauglich, ohne dass man permanent mit bangem Blick auf die Prozentanzeige schielen muss.

„Der Start der Naxtra-Serie markiert den Beginn der 'Dual-Chemistry-Ära' – Natrium und Lithium werden sich künftig perfekt ergänzen.“ – Statement von CATL (Februar 2026)

Changan Nevo A06: Das erste "Salz-Auto" der Welt

Der Changan Nevo A06 (in China auch als Qiyuan A06 bekannt) ist der Pionier dieser Bewegung. Mit einer Batteriekapazität von 45 kWh erreicht die schnittige Limousine eine CLTC-Reichweite von rund 400 Kilometern. Dank der dritten Generation der Cell-to-Pack (CTP) Technologie von CATL erreicht der Akku eine Energiedichte von 175 Wh/kg – ein Wert, der mittlerweile auf Augenhöhe mit gängigen Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) liegt.

Technische Daten im Vergleich

Warum Natrium der neue Standard für Massenmarkt-Fahrzeuge werden könnte, zeigt der direkte Vergleich der Zell-Eigenschaften:

Eigenschaft Natrium-Ionen (Naxtra) Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Energiedichte 175 Wh/kg 160 - 200 Wh/kg
Kälteperformance (-20°C) > 90 % Kapazität ca. 60 - 70 % Kapazität
Brandsicherheit Extrem hoch (kaum Thermal Runaway) Hoch
Rohstoff-Verfügbarkeit Praktisch unbegrenzt (Kochsalz) Begrenzt (Lithium-Abbau kritisch)
Ladezyklen bis zu 10.000+ ca. 3.000 - 5.000

Sicherheit und Preis: Ein Schlag gegen die Konkurrenz

Neben der Winterfestigkeit punktet Natrium beim Thema Sicherheit. Die Zellen sind thermisch extrem stabil und überstehen selbst mechanische Beschädigungen oft ohne Brandentwicklung. Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Preis: Natrium ist als Bestandteil von Kochsalz überall auf der Welt verfügbar. Das macht die Produktion von der Preis-Achterbahn des Lithiums unabhängig und könnte E-Autos im Einstiegssegment deutlich unter die 20.000-Euro-Marke drücken.

Fazit: Die Dual-Chemistry-Zukunft

Wird Lithium nun verschwinden? Nein. Für High-End-Sportwagen und extreme Langstrecken-Monster bleibt Lithium (besonders NMC oder Festkörper-Akkus) aufgrund der höheren Energiedichte unersetzlich. Doch für den täglichen Pendlerverkehr, Stadtautos und moderate Reichweiten ist Natrium der logische Sieger. Der Changan Nevo A06 ist nur der Anfang – Marken wie Avatr und Deepal stehen bereits in den Startlöchern, um die Technologie in die Breite zu tragen.

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