Sicherheit geht vor Aerodynamik: Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat am 3. Februar 2026 einen neuen nationalen Sicherheitsstandard finalisiert. Das Ziel: Nie wieder sollen Menschen nach Unfällen in brennenden Elektroautos gefangen sein, weil die Elektronik der Türgriffe versagt.
Das Verbot: Was genau sich ändert
Die neuen Vorschriften reagieren auf mehrere tragische Unfälle, bei denen Ersthelfer die Türen von verunfallten Fahrzeugen (darunter Modelle von Tesla und Xiaomi) nicht von außen öffnen konnten. Die Kernpunkte der Verordnung:
- Mechanische Pflicht: Jede Tür (außer der Heckklappe) muss über einen Außen-Griff mit mechanischer Entriegelung verfügen, die auch bei totalem Energieverlust oder Batteriebrand funktioniert.
- Platzvorgaben: Die Griffe müssen eine Griffmulde von mindestens 60 mm Breite, 20 mm Höhe und 25 mm Tiefe bieten. Damit ist das bündige Versenken ohne physischen Eingriff faktisch Geschichte.
- Innenraum-Check: Auch im Inneren müssen mechanische Hebel deutlich sichtbar und intuitiv bedienbar sein – versteckte Seilzüge unter Teppichen (wie bei einigen Tesla-Rücksitzen) sind bald verboten.
Fristen: Wann Tesla liefern muss
Die Umsetzung erfolgt in zwei Phasen. Tesla hat zwar noch eine Gnadenfrist, wird aber aufgrund des Marktdrucks vermutlich deutlich früher reagieren:
| Betroffene Modelle | Deadline für Compliance |
|---|---|
| Neue Modellzulassungen | 1. Januar 2027 |
| Bestehende Modelle (Model 3/Y) | 1. Januar 2029 |
Teslas Antwort: Das „Kombinations“-System
Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen bestätigte bereits, dass seine Teams an einer Lösung arbeiten. Die Idee: Eine intuitive Kombination aus elektronischem Druckknopf und mechanischem Hebel. „Wenn man in einer Panik-Situation fester am Hebel zieht, wird die mechanische Entriegelung ausgelöst“, so die Vision. Das Ziel ist es, das „Muskelgedächtnis“ der Nutzer zu nutzen, ohne das cleane Design komplett zu opfern.
Globale Auswirkungen: Kommt der Griff für alle?
Da China der weltweit größte Markt für Elektroautos ist, ist es unwahrscheinlich, dass Tesla zwei verschiedene Karosserieformen (eine mit und eine ohne Griffe) produziert. Experten erwarten, dass das neue Design mit dem nächsten großen Facelift des Model Y („Juniper“) weltweit eingeführt wird. Auch europäische und US-Behörden (NHTSA) prüfen bereits ähnliche Verschärfungen.
Fazit von Elektroquatsch
Das Ende der „Flush Handles“ markiert eine Zäsur. Während wir uns an die cleane Optik gewöhnt haben, zeigt die Realität, dass Technik im Notfall simpel sein muss. Tesla wird beweisen müssen, dass Sicherheit und Ästhetik kein Widerspruch sind. Wir sind gespannt, wie das neue „Super-Handle“ am Ende aussieht – hoffentlich ohne die Reichweite durch schlechteren Luftwiderstand zu sehr zu drücken.




