Elektroquatsch Folge 42: Tesla FSD Pläne, Porsches Gewinn-Einbruch und neue Elektro-Modelle
Willkommen zur 42. Ausgabe des Elektroquatsch-Updates. In dieser Episode beleuchten Nico Pliquett und Constantin Hoffmann die neuesten Entwicklungen bei Tesla, analysieren die dramatischen Quartalszahlen von Porsche und werfen einen Blick auf spannende Neuheiten von Alpine bis Mitsubishi. Zudem sorgt ein Vorschlag des VDA für Kopfschütteln.
Tesla: FSD "Lite" und ungenutzte Rechenpower
Die Hardware-3-Diskussion bei Tesla geht in die nächste Runde. Wie im Earnings Call bestätigt wurde, soll im zweiten Quartal 2026 eine sogenannte FSD V14 Lite erscheinen. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Variante der "Full Self-Driving" Software, die speziell für Fahrzeuge mit der älteren Hardware 3 optimiert ist. Dies ist eine Reaktion auf die Tatsache, dass die aktuelle Hardware 4 (AI4) leistungsfähiger ist und Tesla ein teures Hardware-Retrofit vermeiden möchte.
Ein weiteres faszinierendes Konzept, das Elon Musk ins Spiel brachte, ist die Nutzung der stehenden Flotte. Da Tesla mittlerweile Millionen Fahrzeuge auf der Straße hat, könnte die Rechenleistung der parkenden Autos theoretisch für "Inference"-Berechnungen genutzt werden. Musk rechnet vor, dass eine Flotte von 100 Millionen Autos eine Rechenleistung von 100 Gigawatt bereitstellen könnte. Dies ist jedoch vorerst Zukunftsmusik und würde komplexe Rückvergütungsmodelle für den Stromverbrauch der Kunden erfordern.
Weitere Tesla-Kurznachrichten:
- Robotaxi-Features im Model Y: Das spezielle Reinigungssystem für Kameras (Sprühen und Wischen), das für das Robotaxi geplant war, soll auch in das neue Model Y Einzug halten.
- Cybertruck Rückruf & Verkaufszahlen: Ein Rückruf wegen Problemen mit dem Parklicht offenbarte die Verkaufszahlen in den USA. Mit rund 63.000 verkauften Einheiten liegt der Cybertruck knapp hinter dem Ford F-150 Lightning.
- Robotaxi App Update: Die App wurde aktualisiert (Version 25.10.5) und ermöglicht nun "Airport Pickups", bei denen man Airline und Terminal für eine präzise Abholung auswählen kann.
Porsche: Ernüchternde Zahlen und Preisverfall beim GT3 RS
Porsche hat seine Q3-Zahlen vorgelegt, und diese fallen drastisch aus. Zwar ist der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur moderat gesunken (ca. 4 bis 6 Prozent), doch das operative Ergebnis brach um fast 99 Prozent ein. Gründe hierfür sind gestiegene Kosten, Zölle und Sonderaufwendungen für Strategieanpassungen. Als Konsequenz wird Oliver Blume seinen Posten als Porsche-CEO räumen, um sich auf die VW-Gruppe zu konzentrieren.
Ein interessantes Marktphänomen zeigt sich beim Porsche GT3 RS. Während dieses Modell früher weit über Listenpreis gehandelt wurde und Käufer sofortige Gewinne realisieren konnten, fallen die Preise auf dem Zweitmarkt nun rapide und nähern sich dem Neuwagenpreis an. Spekulanten ziehen sich zurück, was die einst sichere Marge für Porsche bedroht.
Zudem gibt es einen Rückruf für den Taycan in Kanada (Baujahre 2020-2024) wegen potenzieller Ausfälle des Hochvolt-Heizers. In Deutschland wird spekuliert, dass der kommende Cayenne Electric wieder auf Pouch-Zellen setzen wird, die in der Vergangenheit teils problematisch waren.
Mercedes & BMW: Teure Optionen und neue Studien
Der neue Mercedes GLC mit EQ-Technologie ist bestellbar, sorgt jedoch mit seiner Preisgestaltung für Verwirrung. Während der Einstiegspreis suggeriert, dass er konkurrenzfähig zum BMW iX3 ist, treiben Ausstattungspakete den Preis schnell in die Höhe. Wer das Modell "Exklusiv und Sportlich" wählt und weitere Pakete hinzufügt, kann schnell die 100.000-Euro-Marke knacken. Kurios: Manche "Long Range"-Pakete entfernen wiederum teure Ausstattungen wie das AMG-Paket, um die Reichweite zu optimieren.
BMW präsentierte auf der Japan Mobility Show unter anderem den vollelektrischen iX3 und eine Studie namens "Concept Skytop", einen limitierten V8 im Targa-Stil.
Neue Modelle: Alpine, Mitsubishi und ein Rekord aus China
Drei spannende neue Fahrzeuge wurden thematisiert:
- Mitsubishi Eclipse Cross: Das Kompakt-SUV kommt rein elektrisch nach Europa. Mit einer 87 kWh Batterie soll eine Reichweite von bis zu 635 km (WLTP) möglich sein. Der Preis startet bei knapp 48.000 Euro.
- Alpine A390: Die sportliche Renault-Tochter bringt einen elektrischen Fastback. Verfügbar als GT (ab 67.500 Euro) und GTS (ab 78.000 Euro). Die Top-Version GTS leistet den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden.
- YangWang U9 (BYD): Der chinesische Supersportwagen hat einen neuen Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife aufgestellt. Mit einer Zeit von 6:59.157 Minuten unterbietet er den Porsche Taycan Turbo GT deutlich.
Industrie & Politik: VDA-Vorschlag sorgt für Unverständnis
Stellantis hat eine Allianz mit Nvidia, Uber und Foxconn angekündigt, um bis 2028 eine Robotaxi-Flotte aufzubauen. Nvidia vertieft zudem seine Partnerschaft mit Lucid Motors für Hard- und Software.
In Italien war der neue Fördertopf für E-Autos (fast 600 Millionen Euro) innerhalb von nur 24 Stunden vollständig ausgeschöpft. Dies zeigt das enorme Interesse, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Für Diskussionen sorgt ein Vorstoß von VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie schlägt einen "Ladezwang" für Plug-in-Hybride vor. Die Idee: Das Fahrzeug soll technisch gedrosselt werden, wenn der Fahrer Warnungen zum Laden ignoriert. Ziel ist es, das elektrische Fahren zu erzwingen, um Hybride auch nach 2035 noch als klimafreundliche Technologie zu rechtfertigen. Im Podcast wurde dieser Vorschlag kritisch gesehen, da er den Komfort-Vorteil des Hybriden zunichtemache und Kunden eher abschrecken könnte.
Abschließend wurde über die mögliche Abschaffung der grünen Umweltplakette für E-Autos diskutiert, da das E-Kennzeichen bereits zur Identifikation dient. Aufgrund bürokratischer Hürden wird eine Umsetzung jedoch erst in ferner Zukunft erwartet.


