#45 - Tesla fällt bei TÜV durch, Porsche Cayenne Electric, BMW & Wasserstoff, Mercedes Strategie

Nico Pliquett

Nico Pliquett

In dieser Folge des Elektroquatsch Podcasts diskutieren Nico und Constantin über den Start des teuren Porsche Cayenne Electric, ordnen das schlechte TÜV-Ergebnis des Tesla Model Y ein, debattieren über die Notwendigkeit von Lidar-Sensoren im Vergleich zu Kamerasystemen und beleuchten aktuelle Strategiewechsel bei deutschen Autobauern wie BMW und VW.

Der neue Porsche Cayenne Electric, Teslas TÜV-Ergebnisse und die ADAC-Kontroverse

In der aktuellen Ausgabe des Elektroquatsch Podcasts diskutieren Nico Pliquett und Constantin Hoffmann über die neusten Entwicklungen in der Welt der Elektromobilität. Im Fokus stehen dabei die Weltpremiere des elektrischen Porsche Cayenne, die jüngsten Schlagzeilen zum Tesla Model Y beim TÜV sowie eine hitzige Debatte um Sensorik beim autonomen Fahren.

Porsche Cayenne Electric: Teurer Luxus mit Design-Fragezeichen

Endlich ist er da: Der Porsche Cayenne Electric wurde vorgestellt. Die Podcaster analysieren die zwei zum Start verfügbaren Varianten. Das Basismodell startet bei gut 105.000 Euro, bietet 442 PS und eine Reichweite von 642 Kilometern (WLTP) aus einer beachtlichen 113 kWh Batterie. Die Turbo-Variante schlägt mit rund 165.000 Euro zu Buche, leistet bis zu 1156 PS und sprintet in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Trotz der riesigen Batterie wundern sich die Moderatoren über die verhältnismäßig geringe Reichweite im Vergleich zur Batteriegröße.

Technisch beeindruckt die Ladeleistung: Mit bis zu 400 kW soll der Akku in unter 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Ein optionales Feature ist das Wireless Charging mit 11 kW, wofür jedoch eine Hardware-Vorrüstung notwendig ist. Kritik gibt es am Design, insbesondere am Heck, das nach Meinung der Moderatoren eher generisch wirkt und die typische Porsche-Identität vermissen lässt. Zudem wird die Aufpreispolitik hinterfragt, bei der selbst Sitzheizung oder moderne Assistenzsysteme in einem über 100.000 Euro teuren Fahrzeug extra bezahlt werden müssen.

Das Tesla Model Y und der TÜV-Report

Ein Bericht der Bild-Zeitung sorgt für Gesprächsstoff: Das Tesla Model Y belegt im aktuellen TÜV-Report den letzten Platz seiner Altersklasse mit einer Durchfallquote von über 17 Prozent. Nico und Constantin ordnen diese Zahlen ein. Die Hauptmängel betreffen die Beleuchtung, Bremsscheiben (oft durch Rost wegen seltener Nutzung dank Rekuperation) und die Achsaufhängung.

Ein wesentlicher Faktor sei hierbei das fehlende Inspektionsintervall bei Tesla. Während andere Hersteller Probleme bei regelmäßigen Wartungen vor dem ersten TÜV beheben, fahren Tesla-Besitzer oft direkt zur Prüfung, ohne vorherige Durchsicht. Dies verfälscht den direkten Vergleich, wenngleich die Anfälligkeit der Querlenker ein bekanntes Tesla-Thema bleibt.

ADAC, Sensoren und Sicherheit

Ein zentrales Thema der Folge ist die Auseinandersetzung mit der Kritik des ADAC an rein kamerabasierten Assistenzsystemen. Nico Pliquett stellt klar, dass weder er noch der ADAC abschließend beurteilen können, welche Sensorik für autonomes Fahren zwingend notwendig ist. Er argumentiert jedoch nach dem "First Principle": Da der Mensch das Fahrzeug rein optisch steuert, muss es physikalisch auch für eine Maschine mit Kameras möglich sein. Argumente bezüglich Nebel oder schlechter Sicht lässt er nur bedingt gelten, da auch ein Auto mit Lidar und Radar bei 50 Meter Sichtweite nicht mit 100 km/h fahren sollte, um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Untermauert wird Teslas Sicherheitsanspruch durch neue Euro NCAP Crashtests des kommenden Model Y "Juniper". Dieses erzielt in den Kategorien Insassenschutz und Sicherheitsassistenten (92 Prozent) hervorragende Werte und schlägt dabei sogar deutlich teurere Konkurrenten wie den Porsche Macan Electric, der trotz mehr Sensoren im Bereich Sicherheitsassistenten schlechter abschneidet (78 Prozent). Dies widerlegt laut den Podcastern die These, dass der Verzicht auf Lidar und Radar zwangsläufig zu unsicheren Autos führt.

Tesla Holiday Update und Apple CarPlay Gerüchte

Die Gerüchteküche zum anstehenden Tesla Holiday Update brodelt. Neben einem neuen "Sentry Mode", mehr Visualisierungen für den Heckbildschirm und einer Integration der Unreal Engine, wird überraschend über eine mögliche Integration von Apple CarPlay spekuliert. Dies wäre eine Kehrtwende in Teslas Software-Strategie. Ob dies sinnvoll ist, bleibt umstritten, da Teslas eigenes Infotainment bereits sehr tief integriert ist und CarPlay oft einen Bruch in der Bedienlogik darstellt.

Kurznachrichten aus der Industrie

  • BMW und Wasserstoff: BMW erhält 273 Millionen Euro Fördergelder für die Entwicklung von Wasserstoff-PKW (Projekt High Power Drive). Die Moderatoren sehen dies kritisch und vermuten, dass die Gelder querfinanziert werden, um Elektroantriebe zu entwickeln, da Wasserstoff im PKW-Bereich kaum Zukunftschancen eingeräumt werden.
  • VW und Ladestandards: Volkswagen kündigt an, in den USA nun auch auf den Tesla-Ladestandard (NACS) zu setzen. Ein Schritt, der als längst überfällig und als Eingeständnis des Scheiterns eigener Ladenetz-Bemühungen gewertet wird.
  • Mercedes Strategiewechsel: Der Mercedes CLA wird nun doch auch als Verbrenner und Hybrid kommen, was eine Abkehr von der reinen "Electric First" und Luxus-Strategie darstellt.
  • Supercharger Meilenstein: Tesla hat weltweit nun 75.000 Supercharger-Säulen installiert.
  • ADAC Studie zu Elektrosmog: Eine umfangreiche Messung bestätigt, dass elektromagnetische Felder in E-Autos weit unter den Grenzwerten liegen und gesundheitlich unbedenklich sind.

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