Folge 47: Autonom durch Hamburg, Model Y im Test und neue Förderungsdetails
Herzlich willkommen zur Zusammenfassung der 47. Folge des Elektroquatsch Podcasts. Diese Episode markiert einen besonderen Meilenstein, da Nico und Constantin nicht nur auf ein erfolgreiches Podcast-Jahr mit über 1,4 Millionen gestreamten Minuten auf Spotify zurückblicken, sondern auch über ihre erste autonome Fahrt in Deutschland berichten. Neben den Erlebnissen mit Teslas Full Self-Driving (FSD) in Hamburg stehen Fahrberichte zum Tesla Model Y Standard und Performance sowie Neuigkeiten zur E-Auto-Förderung und diversen anderen Herstellern im Fokus.
Erste autonome Fahrt mit Tesla FSD in Hamburg
Das Highlight der Woche war zweifellos die Fahrt mit Teslas FSD (Full Self-Driving) durch den Hamburger Stadtverkehr. Tesla hat das Testprogramm überraschend ausgeweitet und ermöglicht nun auch Privatpersonen in ausgewählten Städten Fahrten in einem Tesla Model 3 Highland. Nico und Constantin konnten sich einen Slot sichern und wurden eine Stunde lang autonom chauffiert. Ein Tesla-Mitarbeiter saß dabei am Steuer, musste jedoch die Hände am Lenkrad behalten, da in Europa noch der sogenannte Hand-Ready Mode vorgeschrieben ist.
Das System meisterte komplexe Situationen wie große Kreuzungen, Kreisverkehre und enge Wohnstraßen beeindruckend sicher. Nach wenigen Minuten wich die anfängliche Aufregung einem Gefühl der Normalität. Es gab lediglich zwei nennenswerte Eingriffe:
- Rettungswagen: An einer roten Ampel näherte sich ein Rettungswagen von hinten. Das Fahrzeug machte keinen Platz, weshalb der Fahrer manuell eingreifen musste, um einen Rotlichtverstoß zu vermeiden.
- Ampelverwechslung: Das Fahrzeug stoppte fälschlicherweise an einer grünen Ampel, da es die rote Fußgängerampel als maßgeblich erkannte.
Diskussionsbedarf gab es bezüglich der Geschwindigkeit. In einer 30er-Zone fuhr das Fahrzeug konstant 46 km/h. Während dies für einen menschlichen Verkehrsfluss natürlich wirken mag, löste es in den Kommentaren Debatten über die strikte Einhaltung von Regeln aus. Technisch gesehen funktionierte das autonome Fahren von A nach B jedoch hervorragend.
Technische Hintergründe: Shadow Mode und Versionen
Ein spannender technischer Aspekt ist der sogenannte Shadow Mode. Auch wenn der menschliche Fahrer steuert, läuft die FSD-Software im Hintergrund mit und berechnet eigene Entscheidungen. Weicht die Entscheidung des Fahrers von der des Systems ab, werden diese Daten an Tesla gesendet, um das neuronale Netz zu trainieren. Dies ermöglicht Tesla, die Software durch die riesige Flotte ständig zu verbessern, ohne dass der Nutzer aktiv etwas davon bemerkt. In Europa läuft aktuell die Version 14.1.7, während in den USA bereits fortgeschrittenere Versionen wie 14.2.1 oder 14.3 getestet werden, die noch menschlicher fahren sollen.
Fahrberichte: Tesla Model Y Standard vs. Performance
Die beiden Hosts haben zudem unterschiedliche Varianten des Tesla Model Y getestet. Das Model Y Performance überzeugte durch sein Fahrwerk, die enorme Beschleunigung und kleine Details wie Animationen auf dem Display, die farblich auf die Ambientebeleuchtung abgestimmt sind.
Das Model Y Standard hingegen wirft Fragen zur Preisgestaltung auf. Der Preisunterschied zum Premium-Modell beträgt lediglich rund 5.000 Euro, doch dafür muss der Käufer auf viele Features verzichten. Dazu gehören unter anderem das Glasdach, Nebelscheinwerfer, die durchgehende Lichtleiste am Heck sowie hochwertige Materialien im Innenraum wie die Mittelkonsole, die beim Standard-Modell fehlt. Fahrtechnisch sind die Unterschiede im Alltag jedoch marginal.
Marktübersicht und Neuvorstellungen
Neben Tesla gab es zahlreiche Neuigkeiten von anderen Herstellern:
- Xpeng G6: Das Modell ist nun auch als Standard Range Variante ab 43.600 Euro verfügbar und bietet mit 800-Volt-Architektur extrem schnelle Ladezeiten.
- Kia EV2: Für die Brüsseler Motorshow wurde der kleine SUV Kia EV2 angekündigt, der mit einem Zielpreis von rund 30.000 Euro auf den Markt kommen soll.
- Porsche Taycan: Ab dem Modelljahr 2027 soll eine Virtual Transmission eingeführt werden, die Schaltvorgänge simuliert, um klassische Verbrenner-Emotionen zu wecken.
- Mercedes G-Klasse: Es gibt Hinweise auf eine Rückkehr der G-Klasse als Cabriolet in vollelektrischer Form.
- China-Exporte: Da der chinesische Binnenmarkt fast vollständig auf Elektroautos setzt, exportiert China massive Mengen an Verbrennerfahrzeugen in andere Weltmärkte wie Lateinamerika oder Afrika.
Politik: E-Auto-Förderung und Verbrenner-Aus
Es gibt konkrete Details zur geplanten Neuauflage der E-Auto-Förderung in Deutschland. Diese soll sich gezielt an einkommensschwächere Haushalte richten. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro pro Haushalt und erhöht sich pro Kind um 5.000 Euro. Die Basisförderung beträgt 3.000 Euro und kann auf maximal 4.000 Euro steigen. Der Fördertopf ist mit 3 Milliarden Euro gefüllt, und der Start ist für 2026 geplant. Gleichzeitig sorgt die politische Diskussion um das Verbrenner-Aus für Verwirrung, da Kanzler Merz sich in einem Brief an die EU-Kommission wohl für den Erhalt hocheffizienter Verbrenner nach 2035 ausgesprochen hat.
Robotaxi-Logik bestätigt
Abschließend wurde ein Blick auf Statistiken von Waymo geworfen. Diese zeigen, dass 90 Prozent aller Fahrten mit zwei oder weniger Personen stattfinden. Dies validiert Teslas Konzept des Cybercab, das lediglich zwei Sitze bietet, und stellt die Effizienz größerer Fahrzeuge wie den VW ID.Buzz für reine Robotaxi-Dienste in Frage.


