Angriff auf Model 3 und Y: Ford setzt auf Erschwinglichkeit und Vielfalt
Ford-Chef Jim Farley hat in einem aktuellen Podcast die künftige Marschrichtung des US-Autobauers klargestellt. Während der Mustang Mach-E bereits erfolgreich im Markt etabliert ist, bereitet Ford nun den "großen Schlag" gegen den Branchenprimus Tesla vor. Im Fokus steht dabei ein vollelektrisches, preisgünstiges Modell, das die Dominanz von Teslas Volumenmodellen brechen soll.
Besonders spannend: Farley deutete die Rückkehr der klassischen Limousine an – allerdings mit modernstem Vorzeichen. Das neue Modell soll als heckgetriebene, leistungsstarke und zugleich erschwingliche Elektro-Limousine konzipiert sein, um gezielt Kunden des Tesla Model 3 anzusprechen.
1. Die "Universal EV Platform": Eine Basis für acht Karosserien
Das Herzstück der neuen Strategie ist eine hochflexible Architektur. Die angekündigte „Universal EV Platform“ wurde konsequent auf Kosteneffizienz getrimmt, um Elektroautos für die breite Masse rentabel zu machen. Laut Ford kann diese Basis bis zu acht verschiedene Karosserieformen tragen:
- Kompakte & Mittelgroße Crossover: Die Volumenmodelle für den globalen Markt.
- SUVs mit drei Sitzreihen: Elektrischer Ersatz für größere Familienfahrzeuge.
- Pick-ups & Vans: Ein mittelgroßer Pick-up auf dieser Plattform soll bereits 2027 vorgestellt werden.
- Personentransporter: Elektrische Lösungen für den gewerblichen Bereich.
2. Alles wird Hybrid: Die Brückentechnologie
Trotz der ambitionierten Elektro-Pläne verliert Ford die Realität des Marktes nicht aus den Augen. Farley bekräftigte das Ziel einer vollständigen Hybridisierung: Jedes Ford-Modell (einschließlich Ikonen wie dem Bronco) wird künftig als Hybrid erhältlich sein. Zudem setzt Ford auf EREVs (Extended-Range Electric Vehicles), also Elektroautos mit einem Verbrenner als Generator, die sich besonders für schwere Anwendungen wie das Ziehen von Anhängern eignen sollen.
"Wir wollen wirklich auf alles setzen. Wir werden ein komplett hybrides Angebot haben, aber gleichzeitig die effizienteste Elektro-Plattform der Welt bauen, um preislich mit Tesla konkurrieren zu können." – Jim Farley, CEO Ford.
Zeitplan der Ford Modelloffensive
| Jahr | Meilenstein / Modell |
|---|---|
| 2026 | Ausbau des Hybrid-Angebots über alle Baureihen |
| 2027 | Vorstellung des mittelgroßen Pick-ups auf der neuen Universal-Plattform |
| 2028 | Marktstart der ersten Modelle (Modelljahr 2028) der neuen E-Plattform |
| Perspektive | Launch der erschwinglichen Elektro-Limousine (Tesla Model 3 Konkurrent) |
Fazit: Ein "Alles-oder-nichts"-Ansatz
Ford wählt einen mutigen Weg: Man investiert Milliarden in eine hocheffiziente, reine Elektro-Plattform, während man gleichzeitig das gesamte bestehende Portfolio hybridisiert. Dieser duale Ansatz soll sicherstellen, dass Ford sowohl für die eingefleischten Pick-up-Fans als auch für die technikaffinen E-Auto-Käufer attraktiv bleibt. Besonders das neue Fertigungssystem, das parallel zur Universal-Plattform entwickelt wurde, wird darüber entscheiden, ob Ford preislich tatsächlich in die Regionen von Tesla vorstoßen kann.



