In der Welt der Elektromobilität gilt die Feststoff-Batterie (Solid-State) als der entscheidende Durchbruch für mehr Reichweite, weniger Gewicht und maximale Sicherheit. Bisher hieß es: Marktreife vor 2030 unwahrscheinlich. Doch nun prescht Karma Automotive vor. Mit dem Kaveya will die Nischenmarke beweisen, dass kleine Stückzahlen der perfekte Hebel für High-Tech-Pioniere sind.
Karma Kaveya: 1.000 PS und "Dog Bone"-Architektur
Der Kaveya ist nicht nur ein optisches Statement mit seinen Flügeltüren und der Ferrari-ähnlichen Silhouette. Unter der Haube steckt echte Innovation. Karma-CEO Marques McCammon setzt auf eine sogenannte „Dog Bone“-Architektur: Die Batteriemodule sind knochenförmig an der Vorder- und Hinterachse verteilt und durch einen Mitteltunnel verbunden. Das ermöglicht eine extrem tiefe Sitzposition – ein Muss für echtes Supercar-Feeling.
Die Eckdaten des Karma Kaveya:
- Leistung: Über 1.000 PS (745 kW+)
- Beschleunigung: 0-100 km/h in unter 3 Sekunden
- Top-Speed: Über 320 km/h (200 mph)
- Akku-Technologie: Semi-Feststoff-Zellen von Factorial Energy
Factorial Energy: Die Geheimwaffe aus Massachusetts
Der Partner an Karmas Seite ist kein Unbekannter. Factorial Energy arbeitet bereits eng mit Mercedes-Benz zusammen. Erst im letzten Jahr sorgte ein EQS-Prototyp mit Factorial-Zellen für Schlagzeilen, als er eine Reichweite von 1.205 Kilometern (749 Meilen) mit nur einer Ladung erzielte.
Die Besonderheit der FEST®-Technologie (Factorial Electrolyte System Technology): Sie lässt sich auf bis zu 80 % bestehender Lithium-Ionen-Produktionsanlagen fertigen. Das spart Milliarden bei der Skalierung und ermöglicht einen schnelleren Markteintritt.
| Feature | Semi-Solid-State (Factorial) | Konventionelles Lithium-Ionen |
|---|---|---|
| Energiedichte | + 25 % bis 50 % höher | Standard |
| Gewicht (90 kWh Pack) | Ca. 260 kg (580 lbs) | Ca. 450 - 600 kg |
| Brandsicherheit | Sehr hoch (Quasi-fest) | Risiko durch Flüssigelektrolyt |
| Reichweiten-Potenzial | 800 - 1.200 km | 400 - 650 km |
Warum Karma vor Mercedes gewinnt
Es klingt paradox, dass ein kleiner Hersteller mit nur ca. 150 produzierten Autos im Jahr 2025 die Technologie vor den Weltkonzernen einführt. Doch McCammon erklärt die Logik dahinter: „Wir produzieren 3.000 bis 5.000 Einheiten pro Jahr. Das ist der perfekte Ort, um neue Technologien zu pilotieren.“ Während Mercedes für eine Millionenflotte enorme Lieferketten-Risiken eingeht, kann Karma als „Labor auf Rädern“ fungieren.
„Solid-State-Batterien sind der Heilige Gral. Dass Karma sie 2027 in Serie bringt, könnte der Moment sein, in dem die USA die Technologieführerschaft bei Batterien zurückerobern.“
Fazit von Elektroquatsch
Karma Automotive ist zurück – und wie! Wer dachte, die Marke sei nach der Fisker-Pleite 2014 Geschichte, hat sich getäuscht. Der Kaveya könnte 2027 das erste Fahrzeug sein, das Reichweitenangst endgültig in die Geschichtsbücher verbannt. Wenn die Partnerschaft mit Factorial hält, was sie verspricht, sehen wir hier die Blaupause für die nächste Generation von Elektro-Hypersportlern. Wir bleiben für euch an den Testfahrten dran!




