Mercedes VLE: Das Ende der V-Klasse? Luxus-Van mit 800V

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Mercedes VLE: Das Ende der V-Klasse? Luxus-Van mit 800V

Mercedes-Benz verabschiedet sich von der klassischen V-Klasse und schickt im März 2026 den VLE ins Rennen. Mit 800-Volt-Technik, Hinterachslenkung und einer opulenten Maybach-Variante zielt der Stuttgarter Edel-Van auf die asiatische Luxus-Konkurrenz und den US-Markt.

Die V-Klasse, wie wir sie kennen, ist Geschichte. Ab März 2026 schlägt Mercedes-Benz mit dem VLE ein neues Kapitel auf, das den Van endgültig aus der „Nutzfahrzeug-Ecke“ herausholt. Mit der Weltpremiere am 10. März in Stuttgart wird aus dem Personentransporter eine fahrende VIP-Lounge, die technisch mit der S-Klasse gleichzieht und dank der neuen VAN.EA-Plattform das Laden zum Boxenstopp macht.

VLE, VLS und Maybach: Die neue Nomenklatur

Mercedes ordnet sein Van-Portfolio radikal neu. Ähnlich wie bei den Limousinen steht das „E“ im VLE für die Positionierung im E-Klasse-Segment. Doch das ist nur der Anfang: Mit dem VLS folgt eine noch luxuriösere Variante auf S-Klasse-Niveau. Für Kunden, denen das noch nicht reicht, ist eine Maybach-Version bereits beschlossene Sache – ein klarer Angriff auf Modelle wie den Lexus LM oder den Li Auto Mega, die den chinesischen Markt dominieren.

Besonders spannend: Während VLE und VLS optisch puren Luxus ausstrahlen, wird es auf der gleichen Basis auch neue Nutzfahrzeug-Generationen geben. Diese teilen sich zwar die Plattform, verzichten aber auf Chrom und edle Oberflächen, um maximale Effizienz für Flottenkunden zu bieten.

„Der neue VLE ist das erste Fahrzeug unserer modularen und hochflexiblen Van-Architektur. Wir haben ihn in Rekordzeit zur Serienreife gebracht.“ – Thomas Klein, Leiter Mercedes-Benz Vans

Technik-Check: 800 Volt und „Skateboard“-Chassis

Unter der schicken Hülle steckt die VAN.EA-Plattform (Van Electric Architecture). Diese ist „Electric-First“ gedacht, was bedeutet, dass der VLE als reiner Stromer startet. Erst 2027 wird die Verbrenner-Variante auf Basis der VAN.CA (Combustion Architecture) nachgereicht.

Die elektrischen Fakten lassen die Konkurrenz aufhorchen: Dank 800-Volt-System lädt der VLE im Idealfall in nur 15 Minuten genug Energie für hunderte Kilometer nach. In Tests zwischen Stuttgart und Rom benötigten Prototypen für die 1.100 km lange Strecke lediglich zwei kurze Ladestopps.

Feature Technische Daten (VLE / VLS)
Antriebsleistung Bis zu 400 kW (544 PS), Allrad optional
Reichweite (WLTP) Über 500 km
Ladesystem 800 Volt DC (bis 320 kW), 22 kW AC
Highlights Allradlenkung (bis 10°), Luftfederung, MB.OS Level 3
Batteriekapazität ca. 116 kWh (netto)

Erprobung unter Extrembedingungen: Kapstadt bis Lappland

Bevor der VLE Mitte 2026 auf die Straßen rollt, muss er die härteste Schule der Welt durchlaufen. Mercedes testet aktuell parallel am Polarkreis bei -20 °C und in Südafrika bei glühender Hitze von 42 °C. Hier geht es vor allem um die Standfestigkeit der Elektronik und die Effizienz der Klimaanlage – kritische Faktoren, wenn man als „Private Lounge“ auf Rädern in Märkten wie China, den USA und Kanada bestehen will.

Interieur: Kino auf Rädern

Im Innenraum verabschiedet sich Mercedes endgültig vom Transporter-Feeling. Inspiriert von der Vision V-Studie, bietet der VLE Platz für bis zu acht Personen. In der Top-End-Variante erwartet die Passagiere ein 65-Zoll-Kinobildschirm und ein High-End-Soundsystem mit bis zu 42 Lautsprechern. Dank Hinterachslenkung lässt sich das riesige Gefährt dabei so agil wie ein Crossover durch enge italienische Gassen oder amerikanische Vorstädte manövrieren.

Fazit: Mercedes setzt alles auf eine Karte

Der VLE ist mehr als nur ein Nachfolger – er ist ein Statement. Mercedes will beweisen, dass Vans die neuen Luxuslimousinen sind. Mit dem Fokus auf 800V-Technik und maximalem Komfort pulverisiert man den Wettbewerb aus Hannover (VW T7 / ID. Buzz), der aktuell eher zwischen den Stühlen sitzt. Ob die Kunden bereit sind, für einen Van den Preis einer S-Klasse zu zahlen, wird sich ab H2 2026 zeigen.

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