Natrium-Ionen-Batterie 2026: E-Auto-Serie & Fakten zum Salz-Akku

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Natrium-Ionen-Batterie 2026: E-Auto-Serie & Fakten zum Salz-Akku

Was lange als Laborexperiment galt, rollt jetzt auf die Straße: 2026 markiert das Jahr, in dem die Natrium-Ionen-Batterie (Na-Ion) den Massenmarkt knackt. Ohne teures Lithium, Kobalt oder Nickel verspricht die "Salzbatterie" drastisch sinkende Preise und eine beeindruckende Kältefestigkeit. Während Changan mit dem Nevo A06 das weltweit erste Serien-E-Auto mit CATL-Natrium-Power liefert, setzt Europa auf stationäre Giganten in Bremen. Wir klären, warum Salz der neue Endgegner für die LFP-Batterie ist.

Lithium bekommt Konkurrenz aus der Vorratskammer: Natrium-Ionen-Batterien sind im Februar 2026 endgültig dem Stadium der Pilotprojekte entwachsen. Mit dem Marktstart der ersten Serienfahrzeuge in China und der Inbetriebnahme europäischer Großspeicher wird deutlich, dass Salz mehr ist als nur eine preiswerte Ergänzung – es ist der Schlüssel zur massentauglichen Elektromobilität.

Weltpremiere: Der Changan Nevo A06 mit CATL-Power

Der chinesische Automobilriese Changan hat Geschichte geschrieben: Seit Anfang Februar 2026 ist mit dem Nevo A06 das weltweit erste Elektroauto in Großserie bestellbar, das auf die "Naxtra"-Technologie von CATL setzt. Die Limousine nutzt statt seltener Erden einfaches Natrium und unterbietet preislich fast alles, was bisher auf dem Markt war. In China wird das Modell bereits für umgerechnet unter 15.000 Euro gehandelt.

Besonders beeindruckend sind die Winter-Specs: Während klassische Lithium-Akkus bei Frost massiv an Leistung verlieren, behält die Natrium-Zelle selbst bei -40 °C noch rund 90 % ihrer Kapazität. Ein stabiler Betrieb soll laut Hersteller sogar bis -50 °C möglich sein.

Technik-Check: Natrium vs. Lithium (LFP)

Natrium-Ionen-Batterien zielen direkt auf das Segment der LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Sie sind zwar schwerer als High-End-NMC-Akkus, punkten aber bei Sicherheit und Kosten.

Merkmal Natrium-Ionen (Na-Ion) Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Hauptrohstoff Natrium (Salz) – fast unbegrenzt Lithium – kritisch/teuer
Energiedichte ca. 160–175 Wh/kg ca. 180–200 Wh/kg
Ladezeit (10-80%) ca. 15 Minuten ca. 25–35 Minuten
Kälteverhalten Exzellent (bis -50°C) Mäßig (hoher Verlust)
Lebensdauer bis zu 10.000 Zyklen ca. 3.000–6.000 Zyklen

Europa-Fokus: Stationäre Speicher in Bremen

Während China den Automobilmarkt flutet, setzt Europa auf strategische Unabhängigkeit im Stromnetz. Das Schweizer Unternehmen Phenogy hat in Bremen den größten Natrium-Ionen-Großspeicher des Kontinents in Betrieb genommen. Mit einer Kapazität im Megawattstundenbereich stabilisiert das System lokale Netze und speichert Solarstrom, ohne auf chinesische Lithium-Importe angewiesen zu sein.

Auch der schwedische Hersteller Northvolt treibt die Industrialisierung seiner Natrium-Zellen auf Basis von "Preußisch-Weiß" voran. Diese Zellen kommen ohne Graphit aus und gelten als die nachhaltigsten Batterien der Welt. Erste Anwendungen für die Elektromobilität in Europa werden für Ende 2026 erwartet.

„Natrium ist der Gamechanger für bezahlbare Mobilität. Wir sehen hier eine Technologie, die nicht nur die Abhängigkeit von China reduziert, sondern das Elektroauto endlich für jedermann erschwinglich macht.“

Sicherheit: Kein thermisches Durchgehen

Ein entscheidender Vorteil der Salzbatterie ist ihre physische Robustheit. In aktuellen Sicherheitstests gemäß der neuen Norm GB 38031-2025 zeigten die Zellen von CATL eine extreme Stabilität: Selbst bei mechanischer Zerstörung durch Stahlkugeln oder extremer Hitzeeinwirkung kam es weder zu Explosionen noch zu Feuer. Das macht sie zur idealen Wahl für kompakte Stadtfahrzeuge und Heimspeicher.

Fazit: Ein Wendepunkt für die Energiewende

Die Natrium-Ionen-Batterie wird 2026 zum ernstzunehmenden Herausforderer. Sie wird das High-End-Segment (Tesla Model S, Porsche Taycan) nicht verdrängen, aber sie wird das Fundament für Elektroautos unter 20.000 Euro und langlebige stationäre Speicher bilden. Salz statt Lithium – die Zukunft der Batterie könnte tatsächlich in unseren Ozeanen liegen.

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