Die „letzte Meile“ ist das teuerste und schmutzigste Stück des Online-Handels – sie macht fast 50 % der gesamten Versandkosten aus. Doch im Jahr 2026 wandelt sich das Stadtbild radikal: Wo früher Diesel-Transporter die Straßen verstopften, flitzen heute wendige, vierrädrige Elektro-Quads mit Pedalunterstützung durch die Viertel. Angeführt von Giganten wie Honda und dem Rivian-Spin-off Also, läuten diese „Mini-Trucks“ das Ende des Liefer-Chaos ein.
Honda Fastport eQuad: Der Spezialist aus der Kurve
Nach einer intensiven Pilotphase in Megastädten wie New York und London startet im Sommer 2026 die Massenproduktion des Honda Fastport eQuad. Das Besondere: Es ist kein Auto, sondern rechtlich ein Pedelec. Das bedeutet „Freifahrt“ auf dem Radweg und Parken ohne Strafzettel direkt auf dem Gehweg.
Technisch setzt Honda auf bewährte Komponenten aus dem Motorrad-Bereich und kombiniert sie mit dem Mobile Power Pack. Diese 10 kg schweren Akkus lassen sich in Sekunden tauschen, was Standzeiten an Ladesäulen überflüssig macht. Mit einer Zuladung von bis zu 295 kg ersetzt ein einziges eQuad locker einen klassischen Lieferwagen in der engen Innenstadt.
„Diese Fahrzeuge sind wie 'Gehe-aus-dem-Stau-Freikarten' für Lieferdienste. Sie sind nicht schneller als Autos, aber sie bleiben niemals stecken.“ – Doug Gordon, Mobilitätsexperte
Also TM-Q: Rivian-DNA für den Amazon-Fuhrpark
Auch der US-Hersteller Rivian mischt über seine Ausgründung Also kräftig mit. Das Modell TM-Q wurde in enger Zusammenarbeit mit Amazon entwickelt und geht im Frühjahr 2026 in den großflächigen Einsatz.
Das TM-Q nutzt ein Series-Hybrid-System (Pedal-by-Wire): Es gibt keine mechanische Kette mehr. Die Pedale dienen lediglich als Interface, um der Software mitzuteilen, wie schnell der Motor beschleunigen soll. Dies minimiert den Wartungsaufwand massiv und ermöglicht Funktionen wie regeneratives Bremsen oder Rückwärtsfahren durch Rückwärtstreten.
Warum Mini-Trucks die Städte verändern
Der Umstieg von Transportern auf Lasten-Quads ist nicht nur eine Frage der Logistik, sondern auch der Lebensqualität. Die Vorteile im Jahr 2026 sind messbar:
| Vorteil | Auswirkung in der Stadt |
|---|---|
| CO2-Bilanz | Ein eQuad spart ca. 7 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einem Diesel-Van. |
| Platzbedarf | Statt 12 m² Parkfläche benötigt ein Mini-Truck weniger als 3 m². |
| Verkehrssicherheit | Geringere Massen und Geschwindigkeiten (25 km/h) reduzieren Unfallrisiken drastisch. |
| Infrastruktur | Städte verbreitern Radwege auf 2,50 m, um „Überholspuren“ für Lastenräder zu schaffen. |
Micro-Hubs: Das neue Rückgrat der Logistik
Die Mini-Trucks brauchen keine riesigen Depots am Stadtrand. Stattdessen entstehen überall Micro-Hubs – oft in umgebauten Schiffscontainern oder leerstehenden Ladenlokalen. Hier werden Pakete von großen Lkw auf die wendigen Quads umgeladen. In Kombination mit On-Street-Battery-Swapping (Akku-Tauschstationen an der Straße) entsteht ein hocheffizientes Netzwerk, das völlig geräuschlos und emissionsfrei operiert.
Fazit: Die Zukunft hat vier Räder und Pedale
Die Transformation der City-Logistik ist 2026 in vollem Gange. Fahrzeuge wie das Honda eQuad und das Also TM-Q zeigen, dass wir für die letzte Meile kein 2-Tonnen-Gefährt brauchen. Durch die Nutzung der Fahrrad-Infrastruktur gewinnen Lieferdienste Zeit, Städte gewinnen Raum und wir alle gewinnen saubere Luft. Der „Mini-Truck“ ist gekommen, um zu bleiben.


