SUE: Das autonome 48V-Shuttle „Made in Germany“ im Check

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

SUE: Das autonome 48V-Shuttle „Made in Germany“ im Check

Das Projekt SUE („Self-Driving Urban E-Shuttle“) markiert den Versuch Deutschlands, die technologische Souveränität im Bereich der People Mover zurückzuerobern. Während Robotaxis aus den USA oder China oft die Schlagzeilen beherrschen, zeigt dieses „Made in Germany“-Projekt, dass die Lösung für den ÖPNV der Zukunft aus Gaimersheim kommen könnte – mit einem Fokus auf Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit und echtem Nutzwert.

Vergessen Sie das Silicon Valley: Die Zukunft des autonomen Nahverkehrs wird in Bayern gebaut. Mit dem SUE („Self-Driving Urban E-Shuttle“) haben die UE | STUDIOS ein vollautonomes Elektro-Shuttle vorgestellt, das dank einer innovativen 48-Volt-Architektur und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h Mobilitätslücken im ländlichen Raum und in Städten schließen soll.

Technologische Souveränität: Alles aus einer Hand

SUE ist kein bloßes Showcar, sondern ein deutsches Leuchtturmprojekt. Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), wurde das Fahrzeug vollständig in Deutschland entwickelt. Das Besondere: Sowohl das „Skateboard“-Chassis als auch die autonome Fahrsoftware (entwickelt unter Leitung der TU Braunschweig) stammen aus heimischer Produktion. Damit setzt SUE ein klares Zeichen gegen die Abhängigkeit von internationalen Technologie-Riesen.

Das Shuttle ist für den realen Betrieb im ÖPNV konzipiert und bietet Platz für bis zu acht Fahrgäste. Mit einer Fahrhöhe von nur 28 Zentimetern ist der Einstieg nahezu barrierefrei, während der Innenraum mit einer Stehhöhe von 1,90 Metern ein völlig neues Raumgefühl vermittelt.

Die 48-Volt-Revolution: Wartung so einfach wie beim E-Bike

Technisch geht SUE einen radikal anderen Weg als die meisten E-Autos. Statt auf komplexe Hochvolt-Systeme setzt das Shuttle auf eine 48-Volt-Niedervolt-Architektur. Das hat massive Vorteile für Kommunen und Betreiber:

  • Sicherheit: Maximaler Berührschutz, da keine lebensgefährlichen Spannungen anliegen.
  • Wartung: Es wird kein spezielles Hochvolt-Fachpersonal benötigt. Jede kommunale Werkstatt kann das Fahrzeug theoretisch warten.
  • Kosten: Niedrigere Betriebskosten und eine vereinfachte Systemarchitektur erhöhen die Wirtschaftlichkeit.
"SUE ist kein futuristisches Luftschloss, sondern ein konkretes Angebot für den ÖPNV. Wir haben das Fahrzeug konsequent um den Menschen herum entwickelt – für mehr Vertrauen in autonome Systeme."

SUE Technische Daten im Überblick

Parameter Details zum SUE-Prototyp
Höchstgeschwindigkeit 50 km/h (realer Verkehrsfluss)
Antriebsleistung Bis zu 160 kW (Serienmodell) / 45 kW (Prototyp)
Batteriekapazität 63 kWh (LFP-Technologie)
Passagiere Max. 8 Personen (4 Sitzplätze)
Architektur 48V Niedervolt-Smart-Chassis

Vom Testbetrieb in den Alltag: Neustadt an der Donau macht den Anfang

SUE ist bereits auf der Straße. Dank einer Ausnahmegenehmigung für den autonomen Testbetrieb startet die Erprobung in Modellregionen wie der Strecke zwischen Neustadt an der Donau und Bad Gögging. Hier soll das Shuttle zeigen, wie es als autonomes Bindeglied bestehende Verkehrsnetze sinnvoll ergänzen kann.

Besonders kritisch wird im Netz oft die Geschwindigkeit von 50 km/h diskutiert. Doch für den innerstädtischen Bereich und als Zubringer auf Landstraßen ist dies ein Quantensprung gegenüber bisherigen Pilotprojekten, die oft mit nur 15 bis 20 km/h als "Verkehrshindernis" wahrgenommen wurden.

Fazit von Elektroquatsch: SUE beweist, dass "Made in Germany" beim autonomen Fahren noch ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Der Fokus auf Niedervolt-Technik und menschzentriertes Design könnte genau der Hebel sein, um die Akzeptanz für fahrerlose Shuttles in der breiten Bevölkerung zu erhöhen. SUE ist sympathisch, durchdacht und vor allem: bereit für die Straße.

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