Geld verdienen beim Parken: Polestar startet Grid Rewards in Deutschland
Elektromobilität wird zum aktiven Teil der Energiewende: Polestar weitet sein Angebot für intelligentes Laden massiv aus. In Kooperation mit dem Energieanbieter Octopus Energy führt der schwedische Hersteller das Programm „Grid Rewards“ nun auch in Deutschland und Frankreich ein. Das Versprechen: Wer sein E-Auto netzdienlich lädt, kann seine jährlichen Ladekosten an der heimischen Wallbox um bis zu 300 Euro reduzieren.
Das Prinzip hinter Grid Rewards geht über das bekannte Smart Charging hinaus. Während herkömmliche Systeme lediglich dann laden, wenn der Strompreis niedrig ist, agiert die Polestar-Flotte hier als virtueller Pool zur Netzstabilisierung. Das bedeutet: Das Fahrzeug lädt verstärkt dann, wenn ein Überangebot an erneuerbaren Energien im Netz vorhanden ist, und pausiert den Ladevorgang bei Lastspitzen. Die Nutzer profitieren von diesem Beitrag zur Netzstabilität durch direkte finanzielle Gutschriften.
Sparen ohne Hardware-Hürden: Fokus auf Polestar 2 und 4
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die technische Umsetzung. Bisher war für intelligentes Laden oft eine spezielle, kommunikationsfähige Wallbox erforderlich. Polestar löst dieses Problem nun durch eine fahrzeugseitige Steuerung für den Polestar 2 und Polestar 4. Das Auto übernimmt das Lademanagement selbstständig, sobald es mit dem Heimnetz verbunden ist. Es wertet Energiepreissignale sowie Netzbedingungen aus und steuert den Energiefluss direkt über die Onboard-Elektronik.
| Feature | Standard Smart Charging | Polestar Grid Rewards |
|---|---|---|
| Sparpotenzial | Variabel (nur Preisvorteil) | Bis zu 300 € / Jahr |
| Netzdienlichkeit | Nein (nur Kostenfokus) | Ja (Vermeidung von Lastspitzen) |
| Voraussetzung | Intelligente Wallbox | Fahrzeugsteuerung (Polestar 2/4) |
| Partner | Diverse | Octopus Energy |
Ausblick: Bidirektionales Laden als nächste Stufe
Obwohl das aktuelle Programm primär auf das gesteuerte Laden (V1G) setzt, bereitet Polestar den Weg für echtes bidirektionales Laden. In Kalifornien pilotiert der Hersteller bereits „Vehicle-to-Home“ (V2H)-Lösungen, bei denen das Auto als Heimspeicher bei Stromausfällen fungiert. In Europa bremsen regulatorische Hürden die Rückspeisung ins öffentliche Netz (V2G) noch aus, doch mit dem Zusammenschluss der Fahrzeuge zu einem Pool für Grid Rewards legt Polestar bereits das fundamentale Software-Gerüst für künftige bidirektionale Anwendungen.
„Mit Grid Rewards machen wir das Elektroauto zu einem aktiven Mitspieler im Stromnetz. Unsere Kunden sparen nicht nur bares Geld, sondern tragen aktiv dazu bei, dass mehr erneuerbare Energien effizient genutzt werden können.“
Voraussetzungen für deutsche Nutzer
Um die volle Ersparnis von bis zu 50 Prozent pro Ladevorgang zu erzielen, benötigen Polestar-Fahrer neben der „Polestar Energy“-App einen entsprechenden „Intelligent Octopus“-Stromtarif. Die Einrichtung erfolgt digital und ermöglicht es dem Nutzer, lediglich die gewünschte Abfahrtszeit und den Ziel-Ladestand anzugeben – den Rest erledigt der Algorithmus im Hintergrund.



