Volkswagen meint es ernst mit dem US-Markt, aber der Preis für das Comeback der Kultmarke Scout steigt rasant. Wie das Handelsblatt Anfang Februar 2026 berichtete, haben sich die geschätzten Kosten für das neue Werk in Blythewood (South Carolina) auf mindestens 3 Milliarden US-Dollar erhöht.
"Mindestinvestition" war nur der Anfang
Lange Zeit war von einer Investitionssumme von 2 Milliarden Dollar die Rede. Scout stellte nun jedoch klar, dass dieser Betrag lediglich das vertraglich garantierte Minimum gegenüber dem Bundesstaat South Carolina darstellte. Die tatsächlichen Kosten für eine „Weltklasse-Produktionsstätte“ liegen deutlich höher.
Ein wesentlicher Treiber für das Plus von einer Milliarde Dollar ist der im September 2025 angekündigte Supplier Park direkt auf dem Werksgelände. Dieser allein schlägt mit rund 300 Millionen Dollar zu Buche, soll aber durch die Ansiedlung von Zulieferern und eine eigene Batterie-Montage langfristig Logistikkosten sparen und die Effizienz steigern.
Reservierungs-Hype: Über 150.000 Vorbestellungen
Trotz der finanziellen Diskussionen in Wolfsburg gibt es eine Kennzahl, die für Optimismus sorgt: Die Kundenresonanz. Aktuellen Berichten zufolge haben der SUV Traveler und der Pickup Terra bereits über 150.000 Reservierungen eingesammelt.
| Modell / Feature | Scout Traveler SUV | Scout Terra Pickup |
|---|---|---|
| Reservierungen | ca. 70 % Anteil | ca. 30 % Anteil |
| Beliebteste Option | EREV (Range Extender) | EREV (Range Extender) |
| Zielpreis (Basis) | unter 60.000 $ | unter 60.000 $ |
| Produktionsstart | Geplant 2027 | Geplant 2027 |
Besonders spannend: Über 80 % der Kunden entscheiden sich für die EREV-Variante (Electric Vehicle with Range Extender). Der integrierte Benzingenerator scheint genau den Nerv der US-Kunden zu treffen, die zwar elektrisch fahren wollen, aber Angst vor lückenhafter Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten haben.
Gegenwind aus Wolfsburg
Innerhalb des VW-Konzerns wächst jedoch die Skepsis. Mit der neuen Partnerschaft zwischen VW und Rivian fragen sich einige Insider, warum man Milliarden in eine eigene Marke pumpt, die direkt mit den Modellen von Rivian konkurriert. Zudem belasten unvorhergesehene Kosten für Umweltauflagen und extreme Regenfälle in South Carolina das Budget zusätzlich um etwa 150 Millionen Dollar.
„Scout ist eine Wette auf die Zukunft von VW in Amerika. Die 3 Milliarden Dollar sind viel Geld, aber bei 150.000 Reservierungen scheint der Markt genau auf diese robusten, ehrlichen Trucks gewartet zu haben.“
Fazit von Elektroquatsch
Scout Motors ist kein billiges Experiment, sondern ein massiver strategischer Schwenk. Dass VW trotz des Sparkurses in Europa Milliarden in South Carolina investiert, zeigt die Bedeutung des US-Geschäfts. Der Erfolg der Marke wird davon abhängen, ob Scout das Versprechen hält, die ersten Fahrzeuge 2027 für unter 60.000 Dollar auszuliefern. Wir bleiben für euch an der Baustelle in Blythewood dran!




