Stecker gezogen: Sony und Honda beerdigen Elektro-Marke Afeela
Es sollte die ultimative Verschmelzung von Entertainment und Mobilität werden, doch nun ist das Projekt "PlayStation auf Rädern" Geschichte. Das Gemeinschaftsunternehmen Sony Honda Mobility (SHM) gab offiziell bekannt, dass sowohl die Limousine Afeela 1 als auch das geplante SUV-Folgemodell nicht auf den Markt kommen werden. Das Vorhaben scheitert kurz vor dem geplanten Serienstart Ende 2026.
Hinter dem Aus steckt ein massiver Kurswechsel beim Partner Honda. Der Automobilhersteller hatte erst vor wenigen Wochen seine Elektrostrategie für Nordamerika komplett revidiert und die Entwicklung der "0 Series" gestoppt. Da Afeela maßgeblich auf diesen Honda-Plattformen und deren Produktionskapazitäten in Ohio basieren sollte, fehlt dem Projekt nun buchstäblich das Fundament.
Milliarden-Abschreibungen und politische Kehrtwende
Die Entscheidung von Honda ist eine Reaktion auf ein verändertes Marktumfeld. Der Konzern rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit Abschreibungen in Höhe von bis zu 2,5 Billionen Yen (ca. 13,5 Milliarden Euro). Neben einer schwächeren Nachfrage nach reinen Stromern in den USA spielen auch politische Faktoren eine Rolle: Durch den Wegfall von Steuervergünstigungen und neue Zollvorgaben unter der US-Regierung sieht Honda derzeit keinen profitablen Pfad für neue E-Modelle in Nordamerika.
"Ohne den Zugriff auf die ursprünglich geplanten Technologien und Ressourcen von Honda gibt es keinen gangbaren Weg mehr, die Afeela-Modelle zu realisieren", erklärte Sony Honda Mobility in einer offiziellen Stellungnahme.
| Parameter | Details zum Projekt-Aus |
|---|---|
| Betroffene Modelle | Afeela 1 (Limousine) & Afeela SUV |
| Ursprünglicher Preis | Ab ca. 77.000 € (90.000 USD) |
| Geplanter Marktstart | Ende 2026 (Kalifornien) |
| Finanzieller Impact | Honda schreibt ca. 13,5 Mrd. € im EV-Sektor ab |
| Status Reservierungen | Vollständige Rückerstattung der Gebühren |
Was bleibt von der Vision?
Obwohl die Fahrzeuge selbst nicht gebaut werden, soll das Joint Venture vorerst bestehen bleiben. Sony und Honda wollen weiter darüber beraten, wie die bereits entwickelten Software-Lösungen und Sensor-Technologien anderweitig genutzt werden können. Für Tech-Enthusiasten bleibt jedoch ein fader Beigeschmack: Die Vision eines Autos, das als mobiler Entertainment-Space dient, ist vorerst am harten Boden der automobilen Realität zerschellt.
Interessant bleibt, ob Sony nun einen neuen Partner für seine Software-Ambitionen sucht oder sich – ähnlich wie Apple mit dem "Project Titan" – komplett aus der Hardware-Entwicklung für Fahrzeuge zurückzieht. Vorerst wird man den Afeela 1 wohl nur noch virtuell steuern können: Das Modell bleibt als fahrbarer Prototyp im Videospiel Gran Turismo 7 erhalten.

