Tesla Cybertruck Rückruf: Defekte Inverter sorgen für Antriebsverlust

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Tesla Cybertruck Rückruf: Defekte Inverter sorgen für Antriebsverlust

Tesla ruft eine begrenzte Anzahl früher Cybertruck-Modelle wegen defekter Antriebsinverter in die Werkstätten zurück. Ein Hardware-Fehler an den MOSFET-Komponenten kann zu einem plötzlichen Vortriebsverlust führen, was einen physischen Austausch der Bauteile unumgänglich macht.

Cybertruck-Rückruf: Wenn der Vortrieb plötzlich endet

Tesla sieht sich mit einem der ersten großen Hardware-Rückrufe für seinen futuristischen Cybertruck konfrontiert. Wie aus einem aktuellen Bericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht, weisen die Antriebsinverter einer bestimmten Charge von frühen Produktionsmodellen des Jahres 2024 einen kritischen Defekt auf. Das Problem: Ein Bauteilfehler kann dazu führen, dass das Fahrzeug während der Fahrt plötzlich kein Drehmoment mehr an die Räder abgibt – ein Sicherheitsrisiko, das Tesla nun mit einem physischen Werkstattaufenthalt beheben muss.

Im Gegensatz zu den üblichen "Rückrufen", die Tesla meist bequem per Over-the-Air-Update (OTA) löst, ist hier ein echter Eingriff am Fahrzeug nötig. Die betroffenen Komponenten müssen gegen verbesserte Bauteile ausgetauscht werden, um die Zuverlässigkeit des vollelektrischen Pickups dauerhaft zu gewährleisten.

Die Ursache: MOSFET-Fehler im Inverter

Der technische Hintergrund des Problems liegt in den sogenannten MOSFETs (Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren) innerhalb des Antriebsinverters. Diese Bauteile sind für die Steuerung des Stromflusses zum Motor verantwortlich. Bei den betroffenen Fahrzeugen kann ein Defekt dazu führen, dass der Inverter die Produktion von Drehmoment abrupt einstellt. Laut Tesla gibt es vor dem Ausfall keine Warnsignale; erst nach dem Kraftschlussverlust wird der Fahrer über das Display aufgefordert, sicher anzuhalten und den Pannenservice zu kontaktieren.

Betroffene Modelle Produktionszeitraum Anzahl der Fahrzeuge Bauteil
Cybertruck (frühe Serie) 06. Nov. 2023 – 30. Juli 2024 ca. 2.431 Antriebsinverter (MOSFETs)

Frühe Warnsignale: Probleme beim Laden?

Obwohl der Inverter-Ausfall während der Fahrt meist ohne Vorwarnung auftritt, gibt es ein Indiz, das auf ein baldiges Versagen hindeuten kann: Probleme beim AC-Laden. Besitzer, deren Cybertruck an einer 48A-Heimladestation plötzlich nur noch mit deutlich reduzierter Leistung (ca. 24A oder weniger) lädt, könnten von dem Defekt am Power Conversion System (PCS) oder dem Inverter betroffen sein. In diesem Fall empfiehlt es sich, umgehend einen Servicetermin zu vereinbaren.

Aufwand und Reparatur: Ein Tag in der Werkstatt

Die Reparatur umfasst den Austausch des betroffenen Inverters oder in einigen Fällen der kompletten Antriebseinheit. Je nach Konfiguration (Dual-Motor oder Cyberbeast) werden die vorderen, hinteren oder beide Inverter ersetzt. Der Zeitaufwand für den Standard-Tausch liegt bei etwa drei Stunden. Für Fahrzeuge, die mit dem zusätzlichen "Terrestrial Armor" (Unterbodenschutz) ausgestattet sind, kann die Reparaturzeit aufgrund der aufwendigen Demontage bis zu acht Stunden betragen.

"Da es sich um einen sicherheitsrelevanten Hardware-Tausch handelt, übernimmt Tesla die vollen Kosten für Material und Arbeitszeit."

Gute Nachrichten gibt es für Käufer neuerer Modelle: Fahrzeuge, die nach dem 30. Juli 2024 produziert wurden (VINs über ca. 40.000), verfügen bereits ab Werk über die aktualisierten MOSFET-Komponenten und sind nicht von diesem Rückruf betroffen. Besitzer können ihren Status jederzeit über den Tesla VIN Recall Service online prüfen.

Artikel teilen

Bleib auf dem Laufenden

Erhalte die neuesten Artikel direkt in dein Postfach. Kein Spam, nur ElektroQuatsch.

Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ähnliche Artikel