Togg T10X im Test: Hier muss das türkische Elektroauto noch nachbessern
Moin Leute! Nachdem ich euch bereits die besten Features des neuen Togg T10X vorgestellt habe, schauen wir uns heute die Dinge an, die definitiv noch optimiert werden müssen. Ich bin nun etwas mit dem Wagen gefahren und obwohl er mir grundsätzlich sehr gut gefällt und das Bedienkonzept erfrischend anders ist, gibt es einige Punkte, bei denen das Fahrzeug noch nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten kann.
1. Effizienz und Ladegeschwindigkeit
Die Hauptaufgabe eines Elektroautos ist es, mich zuverlässig von A nach B zu bringen. Hier ist der Togg leider nur Mittelmaß. Bei meinen Fahrten lag der Verbrauch zwischen 26,6 und 29,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Selbst bei entspannter Fahrt in der Stadt ist das recht hoch. Mit dem großen Akku und Allradantrieb erreicht der Wagen laut Webseite nicht einmal die 500 Kilometer nach WLTP.
Auch beim Laden gibt es Nachholbedarf. Das Auto nutzt eine 400 Volt Technologie und braucht 28 Minuten, um von 20 auf 80 Prozent zu laden. Andere Hersteller machen das deutlich besser oder bieten bei gleicher Ladezeit zumindest eine höhere Effizienz.
2. Software und App Store
Das Infotainmentsystem ist erfreulich schnell, aber die Software hat noch einige Macken. Obwohl die Texte weitestgehend auf Deutsch eingestellt sind, bleibt die Navigation komplett auf Englisch. Zudem ist der hauseigene App Store noch sehr leer und installierte Anwendungen, wie in meinem Test eine Kamera App, funktionieren teilweise nicht fehlerfrei. Ein weiteres Kuriosum ist der Start Stopp Knopf. Bei einem so modernen System, das alles über Touchscreens regelt, wirkt ein manueller Startknopf deplatziert. Außerdem schaltet sich das Auto beim Aussteigen nicht nahtlos ab, sondern meckert oft noch herum.
3. Bedienkonzept und Materialqualität
Togg hat versucht, moderne Touchscreens mit klassischen Knöpfen zu kombinieren. Wir haben ein zentrales Display, aber gleichzeitig einen normalen Wahlhebel, Rekuperationsknöpfe und einen Drehknopf in der Mittelkonsole. Letzterer fühlt sich leider sehr nach billigem Plastik an und das Drehen bewirkt teilweise gar nichts, bis man ihn dann plötzlich kippt. Auch die großen Touchfelder am Lenkrad mit ihrem Vibrationsfeedback wirken nicht besonders hochwertig. Es scheint, als hätte man zu viele verschiedene Bedienkonzepte in ein Auto gepackt, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
4. Kein Apple CarPlay und Android Auto
Für viele Leute ist das ein absolutes Ausschlusskriterium. Der Togg T10X unterstützt weder Apple CarPlay noch Android Auto. Man kann sein Smartphone zwar per Bluetooth für Medien und Telefonie verbinden, aber die tiefe Integration fehlt. Die Entwickler setzen offenbar auf ihr eigenes System. Ich persönlich komme damit klar, aber man muss es vor dem Kauf definitiv wissen.
5. Fehlender Frunk und unpraktischer Schlüssel
Wenn wir unter die vordere Haube schauen, finden wir zwar praktische Gasdruckdämpfer, aber leider keinen Frunk. Den Platz hätte man wunderbar für Ladekabel nutzen können, wie es mittlerweile bei vielen neuen Modellen Standard ist. Hinten gibt es dafür einen großen Kofferraum mit elektrischer Heckklappe.
Mein letzter Kritikpunkt betrifft den Schlüssel. Er besteht aus sehr viel Plastik und liegt nicht gut in der Hand. Schlimmer ist jedoch die fehlende Haptik. Man muss jedes Mal genau hinschauen, um zu erkennen, welcher Knopf zum Aufschließen und welcher zum Abschließen gedacht ist. Ein kleiner fühlbarer Punkt hätte hier schon geholfen. Zum Glück gibt es eine automatische Erkennung, sodass der Wagen von selbst öffnet, wenn man sich nähert.
Mein Fazit: Für eine so junge Marke hat Togg hier wirklich einen guten ersten Wurf hingelegt. Das Konzept ist spannend und das Fahren macht großen Spaß. Wenn das Unternehmen nun noch die Software Bugs behebt und bei der Effizienz sowie der Materialwahl nachbessert, bin ich sehr gespannt auf das, was in Zukunft noch kommen wird.


