Die erfolgsverwöhnte Kurve von BYD zeigt steil nach unten: Zum fünften Mal in Folge meldet der chinesische Marktführer sinkende Verkaufszahlen. Mit einem Minus von 30,1 Prozent im Januar 2026 gerät das Ziel, die globale Krone der Elektromobilität dauerhaft zu verteidigen, ernsthaft ins Wanken.
Perfekter Sturm: Warum BYD in China schwächelt
Dass BYD im Januar nur noch 210.051 Fahrzeuge (NEVs) absetzen konnte, hat handfeste Gründe. Der chinesische Heimatmarkt, einst die Wachstumsgarantie des Konzerns, ist zum Haifischbecken geworden. Ein erbitterter Preiskampf und das Auslaufen staatlicher Subventionen zum Jahreswechsel haben die Nachfrage massiv gedrückt. Besonders bitter: Konkurrent Geely konnte im Januar an BYD vorbeiziehen und sicherte sich vorerst den Thron als größter Hersteller im Land.
Zusätzlich belasten neue Kaufsteuern und eine abnehmende Technologieführerschaft im Budget-Segment (unter 25.000 $) das Geschäft. Marken wie Leapmotor machen BYD hier das Leben schwer, während die eigenen Modellreihen „Dynasty“ und „Ocean“ an Glanz verlieren.
Export als Rettungsanker – Ziele dennoch gestutzt
Einziger Lichtblick bleibt das Auslandsgeschäft. Mit über 100.000 exportierten Autos im Januar konnte BYD hier ein Wachstum von gut 51 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Doch auch hier gibt es Schattenseiten: Das Management musste das ambitionierte Exportziel für 2026 von ursprünglich 1,6 Millionen auf 1,3 Millionen Fahrzeuge korrigieren.
| Kennzahl (Januar 2026) | Wert | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Gesatzabsatz (NEV) | 210.051 Einheiten | - 30,1 % |
| Produktion | ~ 205.000 Einheiten | - 29,1 % |
| Exportvolumen | 100.482 Einheiten | + 51,5 % |
Strategiewechsel: Mit Hybriden gegen die E-Flautet
Interessant ist die Verschiebung innerhalb des Portfolios. Während reine Elektroautos (BEVs) um fast 34 % einbrachen, hielten sich die Plug-in-Hybride (PHEVs) mit einem Minus von 28,5 % etwas stabiler. Um gegenzusteuern, hat BYD Anfang Februar die neue Submarke „Linghui“ ins Leben gerufen. Diese soll gezielt den Ride-Hailing-Markt (Taxis, Flotten) bedienen und so die Überkapazitäten in den Fabriken abbauen.
Hoffnungsschimmer Ungarn: Die EU-Zoll-Bremse
Um die Expansion in Europa trotz der EU-Strafzölle zu sichern, treibt BYD den Bau des Werks im ungarischen Szeged voran. Die Testproduktion ist Ende Januar mit leichter Verzögerung angelaufen.
„Die Serienfertigung in Ungarn soll im zweiten Quartal 2026 starten. Es ist BYDs wichtigstes Projekt, um in Europa vom Importeur zum lokalen Produzenten zu reifen.“Zusätzlich ist ein Werk in der Türkei im Bau, das dank der Zollunion ebenfalls zollfreie Exporte in die EU ermöglichen soll.
Fazit von Elektroquatsch
Der Mythos vom unaufhaltsamen BYD-Durchmarsch hat erste Risse bekommen. In China tobt ein Verdrängungswettbewerb, der die Margen frisst, und in Europa lässt der große Durchbruch noch auf sich warten. BYD muss jetzt beweisen, dass sie mehr können als nur billig – vor allem, wenn die Konkurrenz technologisch aufholt. Wir beobachten gespannt, ob das Werk in Ungarn den nötigen Wendepunkt bringt.




