Während die deutsche Automobilindustrie unter massivem Transformationsdruck steht, prescht ein neuer Player mit atemberaubendem Tempo vor: BYD. Lars Bialkowski, der Deutschlandchef des chinesischen Weltmarktführers, beschreibt den Wechsel zu BYD als „Aufbruch und Optimismus“ – und liefert im Gespräch handfeste Zahlen für den aggressiven Marktantritt.
„BYD Speed“: 700 % Wachstum und 350 Händler bis 2026
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit 23.300 Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2024 (ein Plus von über 700 % im Vergleich zum Vorjahr) hat BYD seine Präsenz massiv ausgebaut. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, hat BYD sogar Tesla überholt und sich als ernstzunehmender Player im deutschen Markt etabliert.
Doch damit nicht genug: Das Händler- und Servicenetz, das Anfang 2024 noch bei 27 Standorten lag, ist bereits auf 150 Verkaufsstellen angewachsen und soll bis Ende 2026 auf stolze 350 Standorte expandieren. Der Anspruch: Kein Kunde soll länger als 20 Minuten bis zum nächsten BYD-Partner fahren.
| Kennzahl | BYD Deutschland (2024/2025) | Prognose (Ende 2026) |
|---|---|---|
| Neuzulassungen (2024) | 23.300 (+700%) | Stark steigend |
| Marktanteil Deutschland | 0,8 % | Über 2,0 % |
| Vertriebsstellen | 150 | 350 |
| Mitarbeiter DE | Über 100 | Stark steigend |
Denza: Der Premium-Angriff auf Mercedes und BMW
BYD setzt nicht nur auf Volumen, sondern auch auf Prestige. Im Frühjahr 2026 startet die Premiummarke **Denza** in Deutschland. Bialkowski kündigt zwei Modelle an, die den deutschen Premium-Herstellern das Fürchten lehren sollen:
- Denza Z9 GT: Ein eleganter Shooting-Brake mit Fokus auf Technologie und Design.
- Denza D9: Ein luxuriöser Van, der den Begriff "Familienkutsche" neu definieren soll.
Die europäische Produktion in Ungarn soll BYD mittelfristig den Stempel eines „europäischen Herstellers“ aufdrücken und die Abhängigkeit von China reduzieren.
„Wir kommen quasi aus dem Nichts und schreiben schwarze Zahlen. Unsere Geschwindigkeit ist unser größter Vorteil. Wer bei uns eine Probefahrt macht, ist von der Qualität und der Verarbeitung unserer Fahrzeuge überzeugt.“ – Lars Bialkowski.
Herausforderung: Markenbekanntheit und Vertrauen
Bialkowski verschweigt nicht, dass es noch Hürden gibt. Die Markenbekanntheit in Deutschland ist noch gering, und Vorurteile gegenüber chinesischen Produkten müssen abgebaut werden. „Wir wollen so viele potenzielle Kunden wie möglich an und in unsere Autos bekommen“, lautet die Devise. Der Fokus liegt dabei klar auf Transparenz und Qualität, um das Vertrauen der deutschen Käufer zu gewinnen.
Fazit von Elektroquatsch
BYD ist kein Randphänomen mehr, sondern ein ernstzunehmender Konkurrent, der mit „BYD Speed“ den deutschen Markt aufrollt. Die Kombination aus aggressiver Preispolitik, massivem Netzausbau und dem Start der Premiummarke Denza zeigt, dass die Chinesen gekommen sind, um zu bleiben. Die deutschen Hersteller müssen jetzt handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren. Der Wettbewerb wird 2026 brutal – und spannend für die Kunden!




