Nachdem das ambitionierte Ziel von 50.000 Verkäufen im vergangenen Jahr noch verfehlt wurde, bläst BYD für 2026 zum Großangriff auf den deutschen Markt. Mit Lars Bialkowski an der Spitze will der chinesische Marktführer seinen Absatz gegenüber 2025 mehr als verdoppeln. Dabei setzt BYD auf eine Doppelstrategie aus massiver Präsenz in der Fläche und radikalen Preissenkungen, die den Einstieg in die E-Mobilität so günstig wie nie zuvor machen.
Händlernetz: In 20 Minuten zum nächsten BYD-Store
Einer der Hauptgründe für das zögerliche Wachstum im Vorjahr war die fehlende Präsenz vor Ort. Das ändert sich nun rasant: Von gerade einmal 26 Standorten Anfang 2025 hat sich das Netz bereits auf rund 190 Vertriebsstützpunkte vergrößert. Bis Ende 2026 plant Bialkowski mit mindestens 350 Standorten. Das Ziel ist klar definiert: Jeder Kunde in Deutschland soll seinen nächsten BYD-Partner innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit erreichen können.
Kampfpreise: Der BYD Dolphin für 12.900 Euro
Um die Lager zu leeren und Marktanteile zu sichern, greift BYD zu drastischen Rabattaktionen. Der kompakte BYD Dolphin Surf wird aktuell für einen Aktionspreis von 18.900 Euro angeboten. Kombiniert mit der neuen staatlichen E-Auto-Förderung von bis zu 6.000 Euro sinkt der Preis im Idealfall auf unglaubliche 12.900 Euro. Auch das SUV-Modell Seal U wird massiv gestützt und ist nach Abzug aller Prämien bereits ab 28.990 Euro erhältlich.
BYD Absatzziele und Marktanteile 2026
| Kategorie | Ziel 2026 | Status 2025 (Ist) |
|---|---|---|
| Neuzulassungen (Gesamt) | 50.000 Einheiten | 23.306 Einheiten |
| Händlerstandorte | 350 Standorte | 150 Standorte |
| Marktanteil PHEV | ca. 5,0 % | stark steigend |
| Marktanteil BEV | ca. 4,0 % | - |
Die Hybrid-Hintertür: 40 % Anteil für Plug-in-Hybride
Ein interessanter Schwenk zeigt sich im Portfolio: Während BYD ursprünglich als reine Elektro-Marke in Europa wahrgenommen wurde, spielen Plug-in-Hybride (PHEV) eine immer wichtigere Rolle. Im Januar 2026 lag ihr Anteil bereits bei über 40 Prozent. Der Erfolg von Modellen wie dem Seal U DM-i und dem neuen Kombi Seal 6 DM-i (Marktstart ab 42.990 €) zeigt, dass viele deutsche Kunden den sanften Umstieg bevorzugen. Ein weiterer Vorteil für BYD: Auf PHEVs fallen derzeit keine der umstrittenen EU-Sonderzölle für chinesische E-Autos an.
Innovation als Verkaufsargument: Megawatt Flash Charging
Neben dem Preis will BYD auch technisch punkten. Für das laufende Jahr plant der Hersteller die Installation der ersten "Mega Flash Charger" bei deutschen Handelspartnern. Diese Megawatt-Ladesäulen sollen es ermöglichen, kompatible Fahrzeuge in nur 5 Minuten für weitere 400 Kilometer Reichweite nachzuladen. Dies soll die technologische Führerschaft unterstreichen und Skeptiker von der Langstreckentauglichkeit überzeugen.
"Wir peilen im Gesamtmarkt 1,5 bis 2 Prozent an. Damit lägen wir vor etablierten Marken und deutlich vor Tesla." – Lars Bialkowski, Deutschlandchef BYD.
Fazit: Verdopplung oder Stillstand?
BYD hat aus den Fehlern von 2025 gelernt. Mit einer massiven Expansion des Servicenetzes und einer Preispolitik, die selbst die günstigsten Verbrenner unterbietet, sind die 50.000 Neuzulassungen ein realistisches Ziel. Der Erfolg wird jedoch maßgeblich davon abhängen, ob die deutschen Kunden die Marke BYD trotz der politischen Debatten um Zölle und Datensicherheit als vertrauenswürdige Alternative zu VW und Co. akzeptieren.




