BYD Werk Ungarn: Testproduktion für Dolphin Surf gestartet

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

BYD Werk Ungarn: Testproduktion für Dolphin Surf gestartet

BYD zündet die nächste Stufe: Im ungarischen Szeged hat der chinesische Branchenriese offiziell die Testproduktion in seinem ersten europäischen Pkw-Werk gestartet. Während die Konkurrenz noch über Strafzölle debattiert, schafft BYD Fakten: Schon im Frühjahr 2026 sollen die ersten „Made in Europe“-Stromer vom Band rollen und den Markt für bezahlbare Elektromobilität ordentlich aufmischen.

BYD macht Ernst mit seiner Europa-Offensive: In Szeged, Ungarn, laufen die ersten Testfahrzeuge vom Band. Mit dem Produktionsstart des kompakten Dolphin Surf umgeht der Weltmarktführer nicht nur drohende EU-Zölle, sondern setzt auch ein klares Zeichen für lokale Wertschöpfung und kürzere Lieferwege.

Szeged wird BYDs Brückenkopf in der EU

Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell: Bürgermeister László Botka bestätigte den Start der Testfertigung im neuen BYD-Werk. Trotz einer leichten Verzögerung gegenüber den ursprünglichen Plänen für 2025 liegt BYD voll im Kurs. Die Serienfertigung soll bereits im zweiten Quartal 2026 anlaufen. Das Investitionsvolumen von rund 4 Milliarden Euro unterstreicht die Bedeutung des Standorts für die globale Strategie der Chinesen.

Besonders clever: Durch die Produktion innerhalb der EU vermeidet BYD die seit Herbst 2024 geltenden Sonderzölle auf chinesische Import-E-Autos. Damit kann der Hersteller seine aggressive Preispolitik fortsetzen und den Druck auf etablierte Marken wie VW oder Stellantis erhöhen.

Das erste Modell: Der BYD Dolphin Surf

Den Anfang macht der Dolphin Surf (in China als „Seagull“ bekannt). Der kompakte City-Stromer soll das Gesicht von BYD in Europa prägen. Dank modernster Blade-Batterie und hocheffizientem Antrieb zielt er direkt auf das wachsende Segment der bezahlbaren E-Autos unter 25.000 Euro.

Modell Segment Highlight Vorauss. Preis (EU)
BYD Dolphin Surf Kleinwagen LFP-Blade-Batterie, ca. 310 km WLTP ab ca. 22.990 €
BYD Atto 3 Kompakt-SUV Geplant als zweites Modell in Ungarn ab ca. 37.990 €

Kapazität und Beschäftigung: Ein Gigant wächst

Die Fabrik in Szeged ist auf eine jährliche Kapazität von zunächst 150.000 bis 200.000 Fahrzeugen ausgelegt. Langfristig soll das Werk sogar bis zu 300.000 Einheiten pro Jahr produzieren können. Aktuell sind knapp 1.000 Mitarbeiter vor Ort beschäftigt – eine Zahl, die mit dem Hochlauf der Serienproduktion im Frühjahr massiv steigen wird.

„Szeged wird das Herz unserer europäischen Fahrzeugproduktion. Wir bauen hier Autos für Europa, die genau auf die Bedürfnisse der hiesigen Kunden zugeschnitten sind.“ – BYD Management.

Die Marke BYD: Mehr als nur Autos

BYD (Build Your Dreams) ist längst kein reiner Autohersteller mehr, sondern ein integrierter Technologie-Konzern. In Ungarn ist das Unternehmen bereits seit 2017 mit einer Elektrobus-Fabrik in Komárom präsent. Mit der neuen Europazentrale in Budapest und einem angeschlossenen Forschungszentrum für intelligente Fahrtechnologien zeigt BYD, dass es nicht nur um Blech geht, sondern um die technologische Hoheit im digitalen Cockpit der Zukunft.

Fazit von Elektroquatsch

Der Start der Testproduktion in Ungarn ist ein Meilenstein. Während europäische Hersteller mit hohen Energiekosten und schwankender Nachfrage kämpfen, skaliert BYD seine hocheffiziente Lieferkette direkt vor unserer Haustür. Der Dolphin Surf könnte für die E-Mobilität das werden, was der VW Käfer einst für den Verbrenner war: Der bezahlbare Einstieg für die breite Masse.

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