Emotion statt Etikette: Der Cupra Raval im Bruder-Duell
Im Volkswagen-Konzern ist die Rollenverteilung für die neue Generation der kompakten Elektroautos (E-Urban-Family) klar definiert. Während der VW ID. Polo die Rolle des effizienten Allrounders übernimmt, positioniert sich der Cupra Raval als das dynamische Statement für Individualisten. Ab Juni 2026 rollt der sportliche Spanier auf die Straßen und zeigt, dass "günstige" Elektromobilität nicht langweilig aussehen muss.
Optisch setzt der Raval auf die markentypische "Haifischnase", scharfe Kanten und einen aggressiven Heckdiffusor. Im Gegensatz zum ID. Polo, der laut VW-Chef Thomas Schäfer wieder auf klassische Türgriffe setzt, behält der Cupra die bündig versenkbaren Griffe – eine Entscheidung für die Ästhetik, trotz der aktuellen Sicherheitsdiskussionen.
Fahrwerk und Performance: 15 Millimeter machen den Unterschied
Technisch nutzt der Raval zwar das Konzernregal, wurde aber von den Cupra-Ingenieuren nachgeschärft:
- Tieferlegung: Die Karosserie liegt 15 mm tiefer als beim ID. Polo, die Spur ist 10 mm breiter.
- DCC-Fahrwerk: Die adaptive Dämpferregelung bietet 15 Stufen – von komfortabel bis rennstreckentauglich.
- Top-Modell VZ: Mit 166 kW (226 PS) und einem mechanischen Sperrdifferenzial an der Vorderachse zielt der Raval VZ direkt auf Fans elektrischer Hot-Hatches.
"Der Raval ist der Wildfang des Trios. Wo der ID. Polo vernünftig sein will, will der Cupra provozieren und Fahrspaß bieten."
Batterien und Reichweite: LFP für den Einstieg, NMC für die Langstrecke
Cupra bietet vier Varianten an, die sich in Leistung und Zellchemie unterscheiden:
| Variante | Leistung | Batterie (Netto) | Reichweite (ca.) |
|---|---|---|---|
| Basis | 85 kW / 116 PS | 37 kWh (LFP) | 300 km |
| Endurance | 155 kW / 211 PS | 52 kWh (NMC) | 450 km |
| VZ (Performance) | 166 kW / 226 PS | 52 kWh (NMC) | 400 km |
Interieur: Echte Tasten und Android-Power
Im Innenraum folgt Cupra dem neuen Konzern-Trend zur besseren Bedienbarkeit. Das bedeutet: Physische Tasten am Lenkrad und für die Klimasteuerung sind zurück. Als erster Cupra nutzt der Raval zudem ein natives Android-Betriebssystem mit eigenem App-Store (Spotify, YouTube etc.) auf einem 12,9-Zoll-Touchscreen. Für den passenden Sound sorgt ein optionales 475-Watt-System von Sennheiser.
Fazit: Wer soll den Raval kaufen?
Mit 4,05 Metern Länge ist der Raval identisch zum ID. Polo, bietet aber mit 430 Litern einen beachtlichen Kofferraum (allerdings weniger als der praktische Škoda Epiq). Mit einem erwarteten Basispreis von rund 26.000 Euro ist er teurer als der ID. Polo (Zielpreis unter 25.000 Euro). Der Raval ist somit das ideale Auto für alle, denen der ID. Polo zu bürgerlich und der Epiq zu "SUV-ig" ist – und die bereit sind, für Design und Fahrwerk ein paar Euro mehr zu investieren.



