Auto China 2026: Deutsche Marken im Fadenkreuz der Konkurrenz
Die Zeiten, in denen deutsche Autos in China als unangefochtene Statussymbole galten, sind vorbei. Auf der diesjährigen Auto China in Peking wird deutlich: Deutsche Hersteller sind vom Platzhirsch zum Herausforderer geschrumpft. Inmitten von über 140 Marken versuchen die Europäer nun mit einer Doppelstrategie aus Luxus und extremer Lokalisierung, verlorenen Boden gutzumachen.
BMW und Mercedes: Fokus auf "L-Modelle" und Reichweite
BMW setzt alles auf die "Neue Klasse". Der elektrische i3 und der iX3 feiern in Peking Premiere – natürlich in den für China obligatorischen Langversionen. Mit Reichweiten von über 900 Kilometern und einem puristischen Interieur will München den Nerv der technikverliebten Kundschaft treffen. Mercedes kontert mit dem elektrischen GLC, der ebenfalls mit langem Radstand und wahlweise luxuriösen Einzelsitzen im Fond oder als Sechssitzer vorfährt. CEO Ola Källenius macht klar: China ist nicht mehr nur Absatzmarkt, sondern die globale Innovationsquelle für den Konzern.
Jetta statt Škoda: Die 12.000-Euro-Wette
Nachdem sich Škoda aufgrund schwacher Zahlen fast vollständig aus China zurückgezogen hat, soll die Submarke Jetta die Lücke füllen. Mit dem Jetta X präsentiert VW eine vollelektrische SUV-Studie für das „Smart Entry Segment“. Das Ziel ist aggressiv: Elektroautos für rund 12.000 Euro, die durch lokale Entwicklung (kurze Zyklen, KI-Funktionen) mit Marken wie BYD oder Geely mithalten können.
| Modell | Highlight-Feature | Marktsegment |
|---|---|---|
| BMW i3 / iX3 | 900 km Reichweite, langer Radstand | Premium Mittelklasse |
| Mercedes GLC EV | Hinterachslenkung, 6-Sitzer-Option | Oberklasse SUV |
| Jetta X (Studie) | Preis ca. 12.000 €, Smart Entry Tech | Einstiegs-Elektro |
| Audi A6 L e-tron | 107-kWh-Batterie, 815 km Reichweite | Business-Limousine |
Audi im Umbruch: Experimente ohne Ringe
Audi durchlebt in China eine Identitätskrise. Nachdem die Strategie, Autos ohne die ikonischen vier Ringe zu verkaufen (wie beim E5 Sportback), kaum Früchte trug, soll nun der lokal entwickelte Audi E7x – ein mächtiger Elektro-Crossover – die Wende bringen. Auch hier ist der Radstand das Maß aller Dinge: Der A6 L e-tron bietet 13 Zentimeter zusätzliche Beinfreiheit im Vergleich zum europäischen Modell. Doch die Konkurrenz ist gnadenlos: Bei Software und Infotainment haben heimische Marken oft noch immer die Nase vorn.
"Wir müssen chinesischer werden als die Chinesen, um in diesem Markt zu überleben. Tempo und lokale Software-Anpassung sind die neuen Währungen."
Smart: Rückkehr zu den Wurzeln und neue Wege
Interessant ist die Entwicklung bei Smart. Das Joint Venture aus Mercedes und Geely bringt mit dem Modell #2 den zweisitzigen Geist des Fortwo zurück. Gleichzeitig zeigt die Marke mit dem #6 eine sportliche Limousine, die als technischer Zwilling des neuen Mercedes CLA gilt. Es ist der Versuch, die ikonische Marke für den chinesischen Massenmarkt zu skalieren, ohne die Design-DNA zu verlieren.



