Die deutsche Automobilindustrie schaltet bei der Elektromobilität einen Gang höher. Mit einer Rekordproduktion von 1,67 Millionen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden im Jahr 2025 hat Deutschland seinen Platz als weltweite Nummer zwei hinter China gefestigt. Inzwischen ist fast jeder zweite in Deutschland produzierte Pkw elektrifiziert – ein deutliches Signal für den Erfolg der Transformation, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Produktions-Rekord 2025: Deutschland überholt die USA
Die finalen Zahlen für das vergangene Jahr belegen den rasanten Hochlauf: Die Fertigung von E-Autos (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) stieg um satte 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders beeindruckend ist die Quote: 40 Prozent der gesamten inländischen Pkw-Produktion entfielen 2025 auf elektrische Antriebe. Damit verweist Deutschland die USA im globalen Standort-Ranking erneut auf Platz drei.
Die Dynamik wurde dabei von zwei Säulen getragen:
- Batterieelektrische Autos (BEV): Mit 1,22 Millionen Einheiten (+15 %) bilden sie das Rückgrat der Produktion.
- Plug-in-Hybride (PHEV): Diese erlebten mit einem Plus von 54 % auf 0,45 Millionen Einheiten eine überraschende Renaissance.
Januar 2026: Dämpfer durch Kalendereffekte
Der Start ins neue Jahr 2026 verlief mit 305.900 produzierten Einheiten im Januar zwar moderat (-9 % zum Vorjahr), doch Experten geben Entwarnung. Hauptgrund für den Rückgang war ein Arbeitstag weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bereinigt um diesen Effekt zeigt sich die Branche weiterhin stabil, auch wenn das Vorkrisenniveau von 2019 (-18 %) noch immer in weiter Ferne liegt.
Produktions-Check Deutschland (VDA-Daten)
| Kategorie | Output 2025 (Gesamt) | Wachstum vs. 2024 |
|---|---|---|
| Gesamt Elektro (BEV + PHEV) | 1,67 Mio. Einheiten | + 23 % |
| Reine Stromer (BEV) | 1,22 Mio. Einheiten | + 15 % |
| Plug-in-Hybride (PHEV) | 0,45 Mio. Einheiten | + 54 % |
| Prognose 2026 (Elektro) | 1,76 Mio. Einheiten | + 6 % (erwartet) |
Die neue E-Förderung 2026: Ein Wendepunkt?
Ein entscheidender Treiber für die positive Prognose des VDA (Verband der Automobilindustrie) für 2026 ist das seit dem 1. Januar 2026 geltende neue Förderprogramm der Bundesregierung. Mit Zuschüssen von bis zu 6.000 Euro für private Käufer und der Einbeziehung von Plug-in-Hybriden will die Politik den Inlandsabsatz ankurbeln.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt jedoch davor, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen: „Maßnahmen wie die neue E-Förderung dürfen kein Strohfeuer bleiben. Wir brauchen dringend günstigere Ladestrompreise, einen massiven Ausbau der Infrastruktur und wettbewerbsfähige Standortbedingungen für die Energiepreise“, so Müller. Aktuell kostet die kWh im Jahresdurchschnitt 2025 rund 49 Cent – ein Wert, der laut Branchenexperten deutlich sinken muss, um den Massenmarkt zu überzeugen.
"Vier von zehn in Deutschland gebauten Autos sind bereits elektrisch. Wir produzieren am Weltmarkt vorbei, wenn wir jetzt bei der Infrastruktur bremsen." - Branchen-Fazit zum Rekordjahr.
Ausblick: 2026 im Zeichen der Skalierung
Für das laufende Jahr erwartet der VDA einen weiteren Zuwachs der inländischen Elektro-Produktion auf 1,76 Millionen Einheiten. Während der Export aktuell noch leicht schwächelt (-8 % im Januar), zeigen die Auftragseingänge aus dem Inland (+4 %) bereits die erste Wirkung der neuen Kaufanreize. Mit dem Hochlauf neuer Modelle wie dem VW ID.2 oder der elektrischen C-Klasse steht Deutschland vor einem weiteren entscheidenden Jahr für seine Leitindustrie.
Fazit: Deutschland bleibt E-Auto-Vize
Die nackten Zahlen lügen nicht: Deutschland ist und bleibt das Herz der europäischen E-Mobilität. Während China den Volumenmarkt dominiert, hat sich die Bundesrepublik als führender Standort für hochwertige Elektrofahrzeuge etabliert. Wenn die Politik nun bei den Betriebskosten und dem Stromnetzausbau liefert, könnte 2026 alle bisherigen Rekorde brechen.




