Leapmotor auf der Überholspur: Nummer 1 der E-Startups im ersten Quartal
Die chinesische E-Auto-Marke Leapmotor hat das erste Quartal 2026 mit einem Paukenschlag beendet. Mit 110.155 ausgelieferten Fahrzeugen (+25,8 %) beansprucht das Unternehmen den Spitzenplatz unter den Elektro-Startups für sich. Besonders die enge Verflechtung mit dem Stellantis-Konzern (51 % Anteil am Joint Venture "Leapmotor International") erweist sich als massiver Wachstumsmotor für die globale Expansion.
Um Zölle zu umgehen und die Lieferwege nach Europa zu verkürzen, wird Leapmotor ab dem zweiten Halbjahr 2026 zum europäischen Hersteller. Stellantis-Chef Antonio Filosa bestätigte, dass das Kompakt-SUV Leapmotor B10 im spanischen Werk Figueruelas (Saragossa) vom Band laufen wird – dort, wo auch der Opel Corsa produziert wird.
München als Gehirn für Europa: Erstes F&E-Zentrum außerhalb Chinas
Ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland markiert die Eröffnung des "Leapmotor Europe Innovation Center" in München-Schwabing im März 2026. Hier arbeiten Design- und Ingenieurstalente an der Anpassung der Fahrzeuge für den europäischen Markt. München reiht sich damit neben Hangzhou und Shanghai als dritter globaler Innovations-Hub ein und soll sicherstellen, dass Fahrverhalten und Software den hohen Erwartungen hiesiger Kunden entsprechen.
"Wir sind nicht mehr nur ein chinesischer Exporteur. Durch die lokale Fertigung in Spanien und unser neues Entwicklungszentrum in München werden wir zu einem integralen Bestandteil des europäischen Automobilmarktes."
Produktoffensive 2026: Vom Stadtauto bis zum Luxus-Liner
Leapmotor plant für 2026 vier zentrale Neuvorstellungen, die rund 60 Prozent des Jahresabsatzes tragen sollen:
- D19 (Flaggschiff-SUV): Ein über 5 Meter langes Luxus-SUV mit 1.000-Volt-Architektur, 540 kW (734 PS) und einem weltweit ersten integrierten Sauerstoffgenerator im Interieur.
- Lafa 5 Ultra (B05): Die sportliche Top-Version des Elektro-Hatchbacks wird auf der Beijing Auto Show präsentiert. In Zusammenarbeit mit Stellantis optimiert, bietet er Allradantrieb und bis zu 400 PS.
- A10 & A05: Kompakte Einstiegsmodelle, die den Markt für bezahlbare Elektromobilität (Zielpreis unter 20.000 €) aufmischen sollen.
Finanzielle Solidität: Die Gewinnschwelle ist erreicht
Dank des starken Exportgeschäfts – im vergangenen Jahr wurden bereits über 67.000 Fahrzeuge international verkauft – konnte Leapmotor die Gewinnschwelle erreichen. Dies ist ein seltener Meilenstein für junge E-Auto-Marken und sichert die langfristige Finanzierung der ambitionierten Modellstrategie. In Deutschland profitieren Käufer zudem von der neuen E-Auto-Prämie 2026, die bei Leapmotor-Modellen bis zu 6.000 Euro Förderung ermöglichen kann.
Leapmotor Roadmap & Produktionsstandorte 2026
| Modell | Segment | Produktionsort | Marktstart (DE) |
|---|---|---|---|
| Leapmotor B10 | Kompakt-SUV | Saragossa, Spanien | H2 2026 (ab 29.990 €) |
| Leapmotor T03 | Kleinstwagen | Tychy, Polen / China | Bereits erhältlich |
| Leapmotor B05 (Lafa 5) | Kompaktwagen | China / Europa geplant | H2 2026 |
| Leapmotor D19 | Oberklasse-SUV | China | Vorstellung April 2026 |
Fazit: Ein gefährlicher Konkurrent für etablierte Marken
Leapmotor ist kein gewöhnlicher "China-Importeur" mehr. Durch die massive Unterstützung von Stellantis, die Nutzung europäischer Fabriken und ein eigenes Entwicklungszentrum in München positioniert sich die Marke als "zugänglicher High-Tech-Player". Mit Preisen, die oft deutlich unter denen der europäischen Konkurrenz liegen, und einer Technik, die mit 1.000-Volt-Systemen bereits in der Oberklasse spielt, wird Leapmotor im Jahr 2026 zu einer ernsthaften Bedrohung für die etablierten Volumenhersteller.



