Generationenwechsel am Supercharger: V3 geht in Rente, V4 übernimmt
Es ist ein Meilenstein für das Tesla-Ladenetzwerk: Das letzte V3-Supercharger-Cabinet ist in der Gigafactory New York vom Band gelaufen. Damit endet eine siebenjährige Produktionsphase, in der über 15.000 Einheiten gefertigt wurden. Diese Hardware bildete das Rückgrat für den globalen Siegeszug des Netzwerks seit 2019. Doch die Anforderungen der Elektromobilität steigen – und Tesla antwortet mit dem Hochlauf der V4-Produktion.
Der Wechsel ist weit mehr als nur ein kosmetisches Update. Während das V3-Cabinet eine Gesamtleistung von ca. 575 kW lieferte und vier Ladesäulen (Stalls) versorgte, bricht das V4-Cabinet in neue Dimensionen vor. Es fungiert als wahres Kraftwerk für moderne Elektroautos und den Schwerlastverkehr.
Technik-Check: V3 vs. V4 – Der Quantensprung
Die neue V4-Hardware ist für Systemspannungen von 400V bis 1.000V ausgelegt und damit bereit für die nächste Generation von High-End-Stromern.
| Feature | V3 Supercharger Cabinet | V4 Supercharger Cabinet |
|---|---|---|
| Gesamtleistung | ~ 575 kW | Bis zu 1,2 MW (1.200 kW) |
| Stalls pro Cabinet | 4 | 8 |
| Peak-Laden (PKW) | 250 kW | Bis zu 500 kW |
| Peak-Laden (LKW/Semi) | Nicht unterstützt | Bis zu 1,2 MW |
| Kabel-Länge | Standard | + ca. 90 cm (ideal für Fremdmarken) |
Günstiger, Schneller, Effizienter
Trotz der massiv gestiegenen Leistung behauptet Tesla, dass die V4-Infrastruktur günstiger zu installieren ist. Mit Kosten von unter 40.000 US-Dollar pro Stall ist es die bisher preiswerteste Ausbaustufe. Durch die dreifache Leistungsdichte der Elektronik kann Tesla mehr Durchsatz auf kleinerem Raum generieren und gleichzeitig die Betriebskosten senken.
Schluss mit dem „V3.5“-Kompromiss
In den letzten Monaten hat Tesla viele neue Standorte in einer Mischkonfiguration eröffnet: Moderne V4-Säulen (mit den längeren Kabeln) wurden mit alten V3-Cabinets kombiniert – intern oft als „V3.5“ bezeichnet. Der Nachteil: Die Ladeleistung war hier meist auf 325 kW begrenzt. Mit dem Ende der V3-Produktion dürften nun flächendeckend „echte“ V4-Standorte entstehen, die das volle Potenzial von 500 kW für kompatible Fahrzeuge freischalten.
„Die V4-Hardware ist das Fundament für die Öffnung des Netzwerks. Mit längeren Kabeln und Megawatt-Power machen wir das Laden für jeden EV-Besitzer schneller und einfacher.“ – Tesla Charging Team.
Besonders für den Tesla Semi ist das V4-Update essenziell, da er nur so seine volle Ladegeschwindigkeit von 1,2 MW erreichen kann. Aber auch PKW-Modelle mit 800-Volt-Architektur (wie sie bei Konkurrenten oder künftigen Tesla-Modellen zu finden sind) profitieren massiv von der neuen Spannungsfestigkeit des V4-Netzes.



