Elektroquatsch Folge 53: Die neue E-Auto-Förderung 2026, Mercedes-Software-Probleme und Tesla-News
In der 53. Episode des Elektroquatsch Podcasts analysieren Nico Pliquett und Constantin Hoffmann die lang ersehnte Rückkehr der staatlichen E-Auto-Förderung in Deutschland. Neben den Tücken der neuen Förderrichtlinien stehen Tesla-Updates, massive Rückrufaktionen bei Mercedes und spannende Neuheiten von Volvo und VW im Fokus. Zudem ist die neue Webseite des Podcasts, elektroquatsch.de, nun online.
Die neue E-Auto-Förderung 2026: Geldsegen mit Hürden
Ab dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland wieder eine staatliche Förderung für Elektroautos und spezielle Plug-in-Hybride. Die Förderungshöhe variiert zwischen 1.500 Euro und 6.000 Euro, abhängig von einer sozialen Staffelung. Berechtigt sind reine Elektroautos sowie Hybride mit mindestens 80 km rein elektrischer Reichweite oder maximal 60 g CO2-Ausstoß.
Die Eckdaten der Förderung:
- Laufzeit: Rückwirkend ab 01.01.2026.
- Haltedauer: Mindestens 36 Monate (Kauf und Leasing), um den schnellen Weiterverkauf ins Ausland zu unterbinden.
- Einkommensgrenzen: Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen darf maximal 80.000 Euro betragen.
- Staffelung: Wer unter 60.000 Euro verdient, erhält 1.000 Euro extra. Unter 45.000 Euro gibt es 2.000 Euro zusätzlich.
- Kinderbonus: Pro Kind (unter 18 Jahren) erhöht sich die Einkommensgrenze und es gibt 500 Euro extra (maximal 1.000 Euro).
- Gebrauchtwagen: Sind von der Förderung ausgeschlossen.
Kritisch sehen die Podcaster die bürokratischen Hürden. Das Online-Portal zur Antragsstellung soll voraussichtlich erst im Mai 2026 starten, was zu einem Antragsstau führen könnte. Zudem sorgt der Begriff "Haushaltseinkommen" für Verwirrung, da unklar ist, wie dies beispielsweise bei Wohngemeinschaften geprüft wird.
Reaktion der Hersteller:
Die Autoindustrie reagiert aggressiv auf die neuen Subventionen. Citroën verdoppelt die Prämie, wodurch der Rabatt auf bis zu 12.000 Euro steigen kann. Auch Ford bietet pauschal 5.000 Euro Herstellerbonus. Tesla profitiert insbesondere im Privatkundensegment, während Firmenkunden leer ausgehen.
Blick ins Ausland: Frankreich, UK und USA
Frankreich: Die zweite Runde des Sozialleasings war ein voller Erfolg; das Kontingent von 50.000 Fahrzeugen war sofort vergriffen. Haushalte mit geringem Einkommen erhalten hier 100 Euro monatlichen Rabatt.
Großbritannien: Ende 2025 gab es einen Boom mit einem Zuwachs von 26 % bei E-Autos und einem Marktanteil von knapp 20 %.
USA: Der "Self Drive Act of 2026" wurde parteiübergreifend verabschiedet. Die Obergrenze für Fahrzeuge ohne Lenkrad (wie Robotaxis) wurde von 2.500 auf 90.000 Stück pro Jahr angehoben, um im technologischen Wettlauf mit China nicht zurückzufallen.
Tesla News: Produktionspläne und FSD-Updates
Rund um Tesla gibt es diverse Neuigkeiten:
- Grünheide: Trotz Gerüchten über den Abbau von 1.700 Stellen dementiert Tesla signifikante Kürzungen bei der Stammbelegschaft. Die Produktion soll 2026 dank der Förderung weiter hochgefahren werden.
- FSD (Full Self-Driving): Die Mitnahme des FSD-Pakets auf ein neues Fahrzeug wird zum 31.03.2026 endgültig gestoppt. In den USA bietet der Versicherer "Lemonade" Nutzern von FSD teils 50 % Rabatt an, basierend auf der Annahme höherer Sicherheit.
- Technik: Elon Musk kündigte einen neuen Chip-Fahrplan an, bei dem die Hardware alle neun Monate erneuert werden soll.
- Cybercab: Prototypen wurden bei Wintertests in Chicago (mit Waschanlage für die Rückkamera) und in Austin (ohne Seitenspiegel) gesichtet.
Mercedes-Benz: Rückruf beim neuen CLA und Software-Probleme
Das neue technologische Flaggschiff von Mercedes, der CLA, kämpft mit Startschwierigkeiten. Nico äußert sich kritisch über die Software-Qualität. Trotz Versprechen von Over-the-Air (OTA) Updates müssen Fahrzeuge für Software-Fixes in die Werkstatt. Zu den Problemen gehören ausfallende Fahrassistenzsysteme, Brandgefahr bei 48-Volt-Leitungssätzen der Hybride, Airbag-Probleme und lockere Sitze.
Marktüberblick: VW, Volvo, BMW und mehr
Volkswagen Konzern: VW macht Europa zum "Reallabor" und sammelt nun Schwarmdaten aus 40 Ländern, um das autonome Fahren zu verbessern. Bei Porsche ist der Absatz um 10 % gesunken, wobei der elektrische Macan das neue Volumenmodell ist.
Volvo EX60: Das neue E-SUV basiert auf der SPA3-Architektur und beeindruckt mit technischen Daten:
- Reichweite: 620 km bis 810 km.
- 800-Volt-System: Lädt 340 km in 10 Minuten nach.
- Infotainment: 15-Zoll-OLED mit integrierter KI auf Basis von Google Gemini.
Weitere Hersteller-Updates:
- BMW: Die Produktion des iX3 für Europa ist laut Berichten bis 2027 nahezu ausgelastet.
- Opel: Der elektrische Manta wurde auf 2030 verschoben; Fokus liegt auf Corsa und Mokka.
- Kia: Plant mit dem EV1 einen Kleinwagen für ca. 25.000 Euro als Nachfolger des Picanto für 2027.
- Hyundai: Der Ioniq 6 erhält ein Facelift mit größeren Batterien (bis 84 kWh) und bis zu 680 km Reichweite.
- Chery: Kündigt für 2026 erste Autos mit Feststoffbatterie und 1.500 km Reichweite an.
Infrastruktur und Studien
Eine aktuelle Ladeinfrastruktur-Studie ("Public Charging Study 2025") zeigt eine Zweiklassengesellschaft: Während das Laden an Autobahnen als leistungsfähig gilt, ist die Situation in Städten problematisch. Hohe Preise an Schnellladern führen dazu, dass diese innerstädtisch kaum genutzt werden, während AC-Lader oft blockiert sind. Zudem zeigt eine KFW-Umfrage, dass über die Hälfte der Kaufinteressenten aufgrund der undurchsichtigen neuen Förderkriterien verunsichert ist.



