#54 - Bye Model S/X, CLA-Special, E-Auto-Prämie, VW/Rivian Probleme, Tesla Earnings Call

Nico Pliquett

Nico Pliquett

Nico und Constantin testen den neuen Mercedes CLA, diskutieren das chaotische deutsche Förderprogramm, analysieren die Tesla Q4-Zahlen inklusive des Produktionsendes von Model S und X und beleuchten die massiven Software-Probleme bei der VW-Rivian-Kooperation.

Mercedes CLA Testfahrt, das Ende von Tesla Model S & X und Software-Chaos bei VW

In der 54. Folge des Elektroquatsch-Podcasts berichten Nico Pliquett und Constantin Hoffmann direkt aus dem neuen Mercedes CLA 350 4MATIC. Neben den ersten Eindrücken zum „Elektropionier“ aus Stuttgart stehen der Tesla Q4 Earnings Call mit drastischen Ankündigungen, das Förderchaos in Deutschland und die Probleme bei der Zusammenarbeit von VW und Rivian im Fokus.

Ersteindruck: Der neue Mercedes CLA 350 4MATIC

Die Moderatoren zeichnen die Folge direkt aus dem neuen Mercedes CLA auf. Das Modell verfügt über 354 PS, beschleunigt in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bietet dank einer 85 kWh Batterie eine WLTP-Reichweite von bis zu 770 km. Besonders hervorgehoben wird die 800-Volt-Architektur, die eine Ladeleistung von bis zu 320 kW ermöglicht – theoretisch lassen sich so in 10 Minuten über 300 Kilometer nachladen.

Im Innenraum zeigt sich das neue Betriebssystem MBOS. Während die Verarbeitung und das Fahrwerk gelobt werden, gibt es Kritik an der fehlenden „Pinch-to-Zoom“-Funktion bei Apple CarPlay und der etwas überladenen „Mercedes-Stern-Optik“ an der Front. Ein kurioses Detail: Auf dem Infotainment-System lässt sich Angry Birds spielen, sofern Datenvolumen vorhanden ist.

Chaos bei der E-Auto-Förderung

Ein zentrales Thema bleibt die Unsicherheit bezüglich der neuen staatlichen Förderung. Trotz veröffentlichter Rahmenbedingungen herrscht Unklarheit, selbst bei Juristen und Autohändlern. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert das 3-Milliarden-Euro-Paket als verfassungswidrig und plant eine Klage. Kritisiert wird unter anderem:

  • Die aufgeweichte „Oder-Regelung“ für Plug-in-Hybride.
  • Die Möglichkeit, Luxusfahrzeuge wie den Porsche Cayenne zu fördern, da es keine Vermögensprüfung gibt.
  • Der sogenannte „Oma-Trick“, bei dem Fahrzeuge auf einkommensschwächere Angehörige zugelassen werden könnten.

Eine Umfrage des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie zeigt zudem, dass nur 18 % der Befragten eine Kaufprämie für wichtig halten, während über 60 % dauerhaft günstige Ladestrompreise bevorzugen.

Tesla Q4 Earnings Call: Abschied von Model S und X

Die wohl einschneidendste Nachricht betrifft das Portfolio von Tesla: Die Produktion von Model S und Model X wird im Laufe des zweiten Quartals 2026 im Werk Fremont eingestellt, um Platz für die Produktion des humanoiden Roboters „Optimus“ zu schaffen. Weitere Erkenntnisse aus dem Call:

  • Umsatz: Der Automobilumsatz sank um 11 %, während die Energiesparte um 25 % zulegte.
  • Cybertruck: Die Produktionszahlen werden mit Model S und X zusammengefasst und sind um 43 % eingebrochen, was die Moderatoren als Bestätigung für einen Flop werten.
  • FSD (Full Self-Driving): Es gibt widersprüchliche Zahlen zu den Abonnenten (1,1 Millionen vs. 330.000 aktive Nutzer). Der Einmalkauf entfällt, das Abo-Modell wird forciert. Ein Start in Europa ist für Februar 2026 angepeilt, wobei regulatorische Hürden bleiben.
  • Robotaxi: In Austin (Texas) fahren die Fahrzeuge nun angeblich ohne Sicherheitsfahrer und Begleitfahrzeuge komplett autonom.

VW und Rivian: Software-Probleme im Joint Venture

Die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der VW-Softwareprobleme durch die Partnerschaft mit Rivian haben einen Dämpfer erhalten. Das Joint Venture „RVECH“ steht vor Herausforderungen. Berichten zufolge bemängelt eine interne Audi-Taskforce den geringen Reifegrad der Rivian-Software. Offenbar wurden im Pflichtenheft grundlegende Funktionen (wie eine detaillierte Klimasteuerung oder Dynamikregelung), die für deutsche Premiumhersteller essenziell sind, nicht ausreichend spezifiziert. Dies könnte Auswirkungen auf kommende Modelle wie den VW ID.1 und den Audi Q8 e-tron haben.

Markt-Updates: Porsche, Skoda und Jaguar

Auch abseits von Tesla und VW gibt es Bewegung im Markt:

  • Porsche: Aufgrund einer Absatzkrise in China (-26 % Auslieferungen) wird das Händlernetz dort drastisch von 150 auf 80 Standorte reduziert.
  • Skoda: Positive Zahlen mit einem weltweiten Plus von 12,7 %. Der neue Elroq überholt bei den Zulassungszahlen teilweise bereits den Enyaq.
  • Jaguar: Das Unternehmen dementiert Gerüchte über eine Rückkehr zum Verbrenner und hält an der „Electric Only“-Strategie fest. Ein viertüriger GT mit über 1000 PS soll den Neustart markieren.
  • Nissan: Der Ariya wird mit Solarzellen auf Motorhaube und Dach getestet, die Ausbeute ist mit ca. 23 km Reichweite pro Tag unter Idealbedingungen jedoch ernüchternd.

Infrastruktur und politische Ziele

Abschließend wird der Rückzieher der Bundesregierung thematisiert: Das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 wurde offiziell gestrichen. Ionity-Chef Sherön van Tilburg verteidigt indes die Ladeinfrastruktur; diese sei besser als ihr Ruf, allerdings seien viele Schnellladeparks aktuell noch nicht ausgelastet.

Artikel teilen

Bleib auf dem Laufenden

Erhalte die neuesten Artikel direkt in dein Postfach. Kein Spam, nur ElektroQuatsch.

Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ähnliche Artikel