Südeuropa im Autonomie-Rausch: Spanien und Italien ebnen den Weg für FSD
Die Entscheidung der niederländischen RDW, Teslas Full Self-Driving (Supervised) die Typgenehmigung zu erteilen, wirkt wie ein Katalysator für den restlichen Kontinent. Besonders in den Mittelmeerstaaten Spanien und Italien zeigt sich nun, dass die Behörden hinter den Kulissen längst an der Integration der Technologie arbeiten. Neue Daten der spanischen Verkehrsbehörde DGT belegen zudem die Zuverlässigkeit des Systems auf europäischen Straßen.
1. Spanien: 80.000 Testkilometer ohne einen einzigen Kratzer
Die spanische Dirección General de Tráfico (DGT) hat erstmals detaillierte Einblicke in Teslas lokales Testprogramm gewährt. Unter dem fortschrittlichen „ES-AV Framework“ (Evaluation of the Safety and Technology of Automated Vehicles) validiert Tesla seine Software bereits seit Ende 2025 intensiv:
- Die Flotte: Tesla betreibt derzeit 30 spezialisierte Testfahrzeuge auf spanischen Straßen.
- Die Bilanz: Seit November 2025 haben diese Fahrzeuge knapp 80.000 Kilometer zurückgelegt.
- Sicherheit: Die DGT bestätigt null gemeldete Zwischenfälle oder Unfälle während des gesamten Testzeitraums.
- Strategie: Spanien sieht die Technologie als zentralen Baustein seiner „Road Safety Strategy 2030“ und begrüßt die niederländische Zulassung als wegweisenden ersten Schritt für die gesamte EU.
2. Italien: Fast-Track-Verfahren durch Bürger-Petition
Auch in Italien wächst der Druck auf die Politik. Nach der Zulassung im Nachbarland haben Tesla-Communitys eine Petition eingereicht, um den bürokratischen Prozess zu beschleunigen. Das italienische Verkehrsministerium hat nun reagiert:
- Offizielle Weiterleitung: Das Ministerium hat die Petition zur „beschleunigten Zulassung von FSD“ offiziell an die zuständigen Fachabteilungen und Zulassungsstellen (Motorizzazione Civile) weitergeleitet.
- Politischer Wille: Italien scheint gewillt, dem niederländischen Beispiel schnell zu folgen, um bei der digitalen Mobilität nicht den Anschluss zu verlieren.
3. Die rechtliche Lage: UN R-171 als Basis
Die spanische DGT stellte klar, dass FSD legal auf spanischen Straßen genutzt werden kann, sobald die EU-weite Typgenehmigung nach der UN-Regelung Nr. 171 (DCAS Level 2) vorliegt. Wie in den Niederlanden gilt auch hier: Der menschliche Fahrer bleibt zu 100 % verantwortlich. Dennoch werten Experten die "makellose" Testbilanz aus Spanien als starkes Argument, um die Skeptiker in Brüssel und beim deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu überzeugen.
"Null Unfälle auf 80.000 Kilometern in der komplexen spanischen Verkehrsumgebung sind ein mächtiger Sicherheitsnachweis. Die regulatorischen Mauern in Europa beginnen endlich zu bröckeln."
Status-Check: FSD-Zulassung in Europa (Stand April 2026)
| Land | Status | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Niederlande (RDW) | ✅ Typgenehmigung erteilt | Antrag auf EU-weite Gültigkeit |
| Spanien (DGT) | ⏳ Testing erfolgreich (0 Unfälle) | Anerkennung der RDW-Zulassung |
| Italien | 📣 Petition in Bearbeitung | Prüfung durch Verkehrsministerium |
| Deutschland (KBA) | 🔍 Beobachtungsstatus | Abstimmung im EU-Ausschuss |
Fazit: Der Mittelmeer-Turbo für Tesla
Es zeichnet sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in der Akzeptanz autonomer Systeme ab. Während man in Nordeuropa oft noch zögert, nutzen Spanien und Italien die Daten der Niederländer, um ihre eigenen Mobilitätskonzepte zu modernisieren. Die makellosen 80.000 Kilometer aus Spanien sind dabei das Pfund, mit dem Tesla nun wuchern kann. Für Besitzer in Europa rückt der Tag, an dem das Auto die Fahrt durch Madrid oder Rom übernimmt, in greifbare Nähe. Der Sommer 2026 könnte tatsächlich als der "Sommer der Autonomie" in die Geschichte eingehen.



