Geely Galaxy M9: Der Weckruf für die US-Automobilindustrie
Dass chinesische Hersteller technisch aufgeholt haben, ist kein Geheimnis mehr – doch ein aktueller Test des US-Portals Edmunds rüttelt nun die gesamte Branche wach. Der Geely Galaxy M9, ein Plug-in-Hybrid (PHEV) in der Größe eines Kia Telluride oder Toyota Grand Highlander, hat im US-Testzyklus Ergebnisse geliefert, die bisherige Marktführer alt aussehen lassen. Besonders beeindruckend: Mit einer 41-kWh-Batterie schaffte das SUV satte 101 Meilen (ca. 162 km) rein elektrisch, bevor der Verbrenner einsprang.
Die Performance-Daten lesen sich wie die eines Oberklasse-Sportlers. Trotz seiner stattlichen Abmessungen sprintet der M9 in nur 4.2 Sekunden von 0 auf 60 mph (ca. 96 km/h). Damit schlägt er nicht nur den vollelektrischen Kia EV9, sondern liegt gleichauf mit dem deutlich teureren BMW X5 PHEV. Systemleistung? Atemberaubende 858 PS, generiert aus einem 1,5-Liter-Turbo und drei Elektromotoren.
Luxus zum Bruchteil des Preises
Abseits der reinen Power überraschte die Tester vor allem die Verarbeitungsqualität und das Geräuschniveau. Messungen ergaben, dass der Galaxy M9 im Innenraum leiser ist als ein Rolls-Royce Spectre – und das bei einem theoretischen Marktpreis in China von umgerechnet etwa 25.000 bis 35.000 US-Dollar. Auch das Infotainment-System wurde als "blitzschnell" gelobt und auf eine Stufe mit Tesla und Rivian gestellt.
"Nach unseren Tests auf der Strecke und auf der Straße steht fest: Dieses dreireihige SUV hat fast alle unsere Erwartungen übertroffen. Chinesische Autos sind bereit für die Prime Time in Amerika." – Clint Simone, Edmunds.
Vergleich der Giganten: Geely M9 vs. US-Wettbewerber
| Modell | Antrieb | 0-60 mph (96 km/h) | EV-Reichweite (Test) |
|---|---|---|---|
| Geely Galaxy M9 | PHEV (858 PS) | 4,2 Sek. | 162 km |
| Kia EV9 | Elektro (385 PS) | 5,0 Sek. | N/A (Full EV) |
| BMW X5 xDrive50e | PHEV (489 PS) | 4,6 Sek. | ca. 64 km (EPA) |
| Hyundai Palisade | V6 Verbrenner | 6,9 Sek. | 0 km |
Politische Hürden und Strafzölle
Trotz der technologischen Überlegenheit bleibt ein Marktstart in den USA unwahrscheinlich. Aktuell blockiert eine 100-prozentige Importsteuer auf in China produzierte Fahrzeuge den Marktzugang. Hinzu kommt wachsender politischer Widerstand: US-Senatoren wie Bernie Moreno bezeichnen chinesische Fahrzeuge aufgrund von Software-Sicherheitsbedenken gar als "Krebsgeschwür" und fordern noch schärfere Gesetze gegen Partnerschaften mit chinesischen Marken.
Fazit: Ein technologisches Statement
Der Test zeigt deutlich, dass Geely (denen auch Volvo und Polestar gehören) keine "Billigkopien" mehr baut, sondern technologisch an der Spitze steht. Die Kombination aus hoher Reichweite, extremer Leistung und einem reaktionsschnellen User-Interface macht den Galaxy M9 zu einem Fahrzeug, das etablierte Premium-Marken das Fürchten lehrt. Sollte Geely jemals einen Weg am Zoll vorbei finden – etwa durch Produktion in Drittländern –, müssten sich Ford, GM und Stellantis warm anziehen.
