Endlich: Google Maps plant Ladestopps direkt in Android Auto
Elektroautofahrer, die auf Android Auto setzen, mussten bisher oft auf Drittanbieter-Apps wie „A Better Route Planner“ (ABRP) ausweichen, um Langstrecken verlässlich zu planen. Damit ist jetzt Schluss: Google hat offiziell den Rollout einer nativen EV-Routenplanung für Android Auto gestartet. Das System berechnet Ladestopps nun unter Berücksichtigung von KI-Modellen, dem spezifischen Fahrzeuggewicht, der Batteriegröße und sogar Echtzeitdaten wie Wetter und Straßensteigung.
Das Feature steht ab sofort für über 350 Fahrzeugmodelle von insgesamt 15 Marken zur Verfügung. Besonders Fahrer von Marken mit bisher eher schwacher nativer Navigationssoftware – wir schauen in Richtung Toyota oder Subaru – dürften dieses Update als echte Erlösung feiern. Aber auch für Premium-Nutzer von Audi, BMW oder Mercedes bietet Google Maps nun eine nahtlose und gewohnt schnelle Alternative zu den Werkssystemen.
So funktioniert die neue EV-Planung
Die Einrichtung ist denkbar einfach: Nutzer wählen einmalig ihr Fahrzeugmodell in der Google Maps App auf dem Smartphone aus. Basierend auf den hinterlegten technischen Daten schlägt Maps die optimale Ladestrategie vor. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Da Android Auto (im Gegensatz zu Google Built-in) nicht direkt auf die Batteriedaten des Autos zugreifen kann, muss der aktuelle Ladestand beim Start manuell eingegeben werden. Danach berechnet Google den Verbrauch während der Fahrt automatisch weiter.
"Durch die Kombination von KI mit fortschrittlichen Energiemodellen analysiert Google Maps Fahrzeugdetails wie Gewicht und Aerodynamik zusammen mit Echtzeit-Verkehrsdaten."
Ein großer Vorteil gegenüber klassischen Systemen ist die Flexibilität. Fahrer können ihren gewünschten Ziel-Ladestand (State of Charge) individuell festlegen. Wer also mit mindestens 20 % am Hotel ankommen möchte, bekommt die Route entsprechend mit zusätzlichem Puffer berechnet. Auch die voraussichtliche Ladedauer an den jeweiligen Stationen wird direkt im Interface angezeigt.
Diese Marken sind zum Start dabei
Google hat eine Liste der Hersteller veröffentlicht, deren Android-Auto-fähige Modelle das Update zuerst erhalten. Weitere Marken sollen in den kommenden Monaten folgen:
| Hersteller-Gruppe (Auszug) | Status |
|---|---|
| Deutsche Premiummarken (Audi, BMW, Mercedes, Porsche, VW) | Verfügbar |
| Koreanische Marken (Hyundai, Kia, Genesis) | Verfügbar |
| Japanische Marken (Toyota, Lexus, Nissan, Subaru) | Verfügbar |
| US- & Nischenmarken (Chevrolet, Lucid, Jaguar, FIAT) | Verfügbar |
Fazit: Ein Schlag gegen die Konkurrenz?
Für Tesla- und Rivian-Fahrer ändert sich nichts, da diese Hersteller Android Auto ohnehin nicht unterstützen und bereits exzellente eigene Planer besitzen. Doch für den Rest der EV-Welt ist dieses Update ein massiver Komfortgewinn. Google schließt damit die Lücke zwischen dem Smartphone und dem Fahrzeug-Ökosystem weiter. Wir sind gespannt, ob Google dieses Feature bald auch für die reguläre Mobile-App (iOS/Android) ohne Auto-Anbindung freischaltet, um auch Fahrer ohne Android Auto abzuholen.



