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Horváth-Studie 2026: Mehrheit der Deutschen offen für China-Stromer

Constantin Hoffmann
Constantin Hoffmann
21. April 2026·2 Min. Lesezeit
Horváth-Studie 2026: Mehrheit der Deutschen offen für China-Stromer

Eine neue Studie der Managementberatung Horváth belegt einen massiven Image-Wandel: Über die Hälfte der Deutschen kann sich mittlerweile vorstellen, ein chinesisches Elektroauto zu kaufen. Während das Vorurteil mangelnder Qualität schwindet und das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, zeigen sich die USA weiterhin als abgeschottete Festung.

Image-Wandel perfekt: Chinesische E-Autos werden für Europäer zum Mainstream

Lange Zeit galten Fahrzeuge aus Fernost als qualitativ minderwertig oder rein über den Preis definierte Nischenprodukte. Doch eine aktuelle, repräsentative Studie der Managementberatung Horváth (durchgeführt von Appinio unter 4.500 Probanden) zeigt für das Jahr 2026 ein völlig neues Bild: Die Akzeptanz für chinesische Elektroautos ist in Europa und Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen.

1. Deutschland knackt die 50-Prozent-Marke

Besonders beeindruckend ist die Entwicklung auf dem deutschen Markt. Sahen Anfang 2024 erst 37 Prozent der Befragten ein chinesisches Modell als Option, sind es nun 52 Prozent. Im europäischen Durchschnitt liegt die Akzeptanz sogar bei 55 Prozent.

  • Spitzenreiter: In Spanien und Ungarn sind knapp drei Viertel der Befragten (75 %) bereit für den Umstieg auf Marken wie BYD, NIO oder XPeng.
  • Nachzügler: Die Schweiz (46 %) sowie Frankreich und die Niederlande (je 47 %) zeigen sich am skeptischsten.
  • Sonderfall Österreich: Hier stagniert das Interesse bei 49 Prozent. Laut Experten ist der Markt dort bereits gesättigt, und es bildet sich wieder eine stärkere Präferenz für europäische Traditionsmarken heraus.

2. Qualität wird zum Kaufargument

Das Label "Made in China" durchläuft eine ähnliche Transformation wie einst japanische oder südkoreanische Marken. Qualität wird zunehmend nicht mehr als Ausschlusskriterium, sondern als Stärke wahrgenommen:

  • Technik-Check: Chinesische Autos werden laut Horváth-Partner Christoph Kopp nüchtern nach Preis, Technologie und Leistung bewertet – die Herkunft spielt eine immer geringere emotionale Rolle.
  • Preissensibilität: Über die Hälfte der Interessenten nennt das Preis-Leistungs-Verhältnis als Hauptgrund für die Wahl eines chinesischen Fabrikats.
  • Qualitäts-Image: In Österreich stieg der Anteil derer, die Qualität explizit als Kaufargument für China-Stromer nennen, innerhalb von zwei Jahren von 20 % auf 27 %.

3. Globaler Vergleich: USA als "Anti-China"-Festung

Während in Brasilien (88 %) und Indien (78 %) die Nachfrage nach chinesischen E-Autos boomt, bleiben die USA der schwierigste Markt. Nur ein Drittel der US-Amerikaner würde einen chinesischen Stromer in Betracht ziehen. Dies liegt neben politischen Spannungen auch an den extrem hohen Importzöllen, die den Markteintritt erschweren.

"Elektromobilität gehört in China längst zum Mainstream, während sie in Europa noch stark von politischen Diskussionen geprägt ist. Chinesische Autos werden zunehmend als technologisch ernstzunehmende Alternative wahrgenommen." – Georg Mrusek, Automobilexperte bei Horváth.

Akzeptanz chinesischer E-Autos im Vergleich (2024 vs. 2026)

Region Akzeptanz 2024 Akzeptanz 2026 Trend
Deutschland 37 % 52 % ⬆️ Stark steigend
Europa (Schnitt) 48 % 55 % ⬆️ Steigend
Österreich 49 % 49 % ➡️ Stagnierend
USA ~30 % 33 % ➡️ Sehr gering

Fazit: Pragmatismus schlägt Patriotismus

Die Studie macht deutlich: Der "Burggraben" der europäischen Hersteller schwindet. Wenn Technologie und Preis stimmen, ist die Herkunft des Fahrzeugs für die Mehrheit der Käufer zweitrangig. Besonders spannend wird sein, wie die aktuell hohen Spritpreise diesen Trend noch beschleunigen, da chinesische Hersteller oft schneller lieferfähige und günstigere Alternativen im Angebot haben als die europäische Konkurrenz. Der "Elektro-Nationalismus" scheint 2026 endgültig dem technologischen Pragmatismus zu weichen.

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