HUK-E-Barometer 2025: Rekord bei privaten E-Auto-Wechslern

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

HUK-E-Barometer 2025: Rekord bei privaten E-Auto-Wechslern

Entgegen vieler Unkenrufe feiert die Elektromobilität im Privatsektor ein sensationelles Rekordjahr: Laut dem neuen HUK-E-Barometer 2025 sind so viele Privatpersonen wie nie zuvor auf einen Stromer umgestiegen. Besonders im vierten Quartal schoss die Wechselquote in die Höhe. Doch die Daten offenbaren einen bizarren Kontrast: Während wohlhabende Landkreise in Bayern zweistellige Quoten erreichen, hinken die hippen Metropolen wie Hamburg oder München dem Bundestrend hinterher. Wir zeigen, warum die Garage das Zünglein an der Waage ist.

Die Mobilitätswende im Privaten nimmt Fahrt auf – und zwar aus eigener Kraft. Das HUK-E-Barometer 2025 liefert den statistischen Beweis: Im vergangenen Jahr entschieden sich 5,5 Prozent aller privaten Fahrzeughalter beim Autokauf für ein reines Elektroauto (BEV). Ein neuer Höchstwert, der zeigt, dass die Verunsicherung nach dem Förderstopp der Vorjahre einer neuen Realität gewichen ist.

Quartals-Endspurt: 6,3 Prozent wählen Elektro

Besonders das vierte Quartal 2025 setzte ein Ausrufezeichen: Mit einer Wechselquote von 6,3 Prozent wurde der stärkste Wert seit drei Jahren gemessen. Die Auswertung der Versicherungsdaten der HUK-Coburg in Zusammenarbeit mit YouGov macht deutlich, dass Elektroautos zunehmend ohne staatliche Kaufprämien überzeugen. Dennoch ist der Hochlauf kein Selbstläufer, sondern stark von der individuellen Lebenssituation abhängig.

Stadt vs. Land: Das Lade-Paradoxon

Eigentlich sollten Großstädte mit kurzen Wegen die Vorreiter der E-Mobilität sein. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. In den 15 größten deutschen Städten lag die Wechselquote mit nur 4,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Gründe liegen auf der Hand: Wer keine eigene Lademöglichkeit hat, zögert beim Umstieg.

Region / Kategorie Wechselquote (Privat) Besonderheit
Bundesdurchschnitt 5,5 % Neuer historischer Rekord
Landkreis Starnberg 10,0 % Bundesweiter Spitzenreiter
Düsseldorf 5,5 % Beste Großstadt
Top 15 Metropolen 4,6 % Unterdurchschnittlich

Spitzenreiter bei den Landkreisen ist das bayerische Starnberg mit einer beeindruckenden Quote von 10 Prozent. Auch Erlangen-Höchstadt und Ebersberg (beide 9,6 %) zeigen: In Regionen mit hoher Wohneigentumsquote und privater Ladeinfrastruktur (Wallbox in der Garage) ist das Elektroauto längst im Mainstream angekommen.

Der "Garagen-Effekt" und die Markentreue

Die Umfrageergebnisse untermauern eine bittere Wahrheit für Mieter: Personen mit eigenem Stellplatz besitzen fast dreimal so häufig ein Elektroauto wie Laternenparker. Solange das Laden im öffentlichen Raum teurer oder komplizierter bleibt als an der heimischen Steckdose, bleibt die soziale Schere bei der Antriebswende bestehen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Markentreue. Rund 25 Prozent der Befragten geben an, dass sie nur dann elektrisch fahren würden, wenn ihre bevorzugte Marke ein passendes Modell liefert. Davon profitieren aktuell vor allem Hersteller wie Volkswagen, BMW und Škoda, die ihre Portfolios in den letzten zwei Jahren massiv ausgebaut haben.

„Elektromobilität setzt sich dort durch, wo die Rahmenbedingungen stimmen. Der private Markt stabilisiert sich, doch der Erfolg in den Städten entscheidet sich an der Bordsteinkante – sprich: an der Verfügbarkeit von Ladeplätzen für Mieter.“

Fazit: Die Wende ist regional

Das Jahr 2025 war das Jahr der Konsolidierung. Der Umstieg findet statt, ist aber ein Privileg der Eigenheimbesitzer im Speckgürtel und auf dem Land. Während Düsseldorf unter den Metropolen die Nase vorn hat, bleibt für Städte wie Hamburg oder München noch viel zu tun, um die strukturellen Hürden für Privatkunden abzubauen.

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