Platzhirsch-Attacke aus Korea: Hyundai enthüllt den Ioniq 3
Das Segment der bezahlbaren Elektromobilität bekommt Zuwachs – und was für welchen. Mit dem Hyundai Ioniq 3 skaliert der Konzern seine bewährte E-GMP-Plattform auf ein kompaktes Maß von 4,15 Metern. Er zielt direkt auf den kommenden VW ID. Polo, bietet aber bei ähnlichem Preis (unter 30.000 Euro) deutlich mehr Nutzwert. Während der Polo auf Retro-Charme setzt, punktet der Koreaner als hocheffizientes Raumwunder.
1. Technik-Zwilling mit Infotainment-Vorsprung
Technisch teilt sich der Ioniq 3 die Basis mit dem Kia EV2, setzt sich aber digital deutlich ab. Als erster Hyundai nutzt er das neue Pleos Connect-System (Android Automotive OS):
- Display-Power: Wahlweise 12,9 oder 14,6 Zoll große Screens bieten eine Reaktionsschnelligkeit, die bisher nur in der Oberklasse zu finden war.
- Exklusivität: Diese neue Software-Architektur bleibt dem Ioniq 3 vorbehalten und wird im technischen Bruder von Kia vorerst nicht verbaut.
- Laden: Um die Kosten zu drücken, nutzt Hyundai eine 400-Volt-Architektur (10-80 % in ca. 30 Min.). Ein Highlight ist der optionale 22-kW-AC-Lader für schnelles Laden an der städtischen Wallbox.
2. Akku-Optionen und Reichweiten-König
Hyundai bietet zwei Batteriegrößen an, wobei die Zellchemie je nach Kapazität variiert:
- Standard Range (42 kWh): Nutzt die robuste LFP-Chemie und leistet überraschende 147 PS (108 kW). Reichweite: ca. 335 km.
- Long Range (61 kWh): Nutzt NMC-Zellen für maximale Energiedichte bei einer Leistung von 135 PS (100 kW). Reichweite: Beeindruckende 490 km (WLTP).
- Aerodynamik: Dank eines cW-Wertes von 0,26 übertrifft der Ioniq 3 die Reichweiten von Stellantis-Konkurrenten (Corsa Electric) und auch die vorläufigen Werte des ID. Polo.
3. Raumkonzept: Die "Megabox" im Heck
Das Design als aerodynamisches Fließheck ("Aero-Hatch") sorgt für den größten Kofferraum der Klasse:
- Stauraum: Insgesamt 441 Liter Volumen.
- Geheimfach: Davon entfallen 119 Liter auf die sogenannte Megabox im Unterboden des Hecks – ideal für Ladekabel oder den Wocheneinkauf.
- Innenraum: Der Radstand von 2,65 Metern sorgt für Kniefreiheit auf Golf-Niveau, wenngleich die abfallende Dachlinie den Kopfraum im Fond für großgewachsene Passagiere etwas einschränkt.
"Der Ioniq 3 ist kein Sportwagen, sondern ein unter 30.000 Euro teures Statement für Vernunft und digitalen Fortschritt. Mit der Megabox und 22-kW-AC-Laden löst er reale Alltagsprobleme."
Vergleich: Hyundai Ioniq 3 vs. VW ID. Polo (Ausblick 2026)
| Merkmal | Hyundai Ioniq 3 | VW ID. Polo |
|---|---|---|
| Länge | 4,15 m | ca. 4,05 m |
| Max. Reichweite | 490 km | ca. 450 km |
| Kofferraum | 441 Liter (inkl. Megabox) | ca. 350-380 Liter |
| Einstiegspreis | < 30.000 € | ab 25.000 € |
| AC-Laden | Bis 22 kW (optional) | 11 kW (Standard) |
Fazit: Ein harter Brocken für Wolfsburg
Hyundai beweist mit dem Ioniq 3, dass sie die Klaviatur der Kosteneffizienz perfekt beherrschen. Der Wagen wirkt trotz des günstigeren Preises nicht wie ein "Billig-E-Auto". Vor allem das überlegene Infotainment und das clevere Raumkonzept mit der Megabox machen ihn zum Favoriten für junge Familien und Städter. Der VW ID. Polo mag zwar günstiger starten, doch der Ioniq 3 bietet für einen moderaten Aufpreis deutlich mehr "Auto" und Reichweite. Der Zweikampf im B-Segment ist damit offiziell eröffnet – und Hyundai hat vorgelegt.



