Lead The Charge 2026: Das Ranking der sauberen Lieferketten
Elektroautos emittieren über ihre gesamte Lebensdauer deutlich weniger Schadstoffe als Verbrenner, doch ihre Produktion ist weiterhin mit ökologischen und sozialen Herausforderungen behaftet. Die aktuelle Studie von Lead The Charge hat 18 Hersteller anhand von 80 Indikatoren geprüft, um Licht in die oft undurchsichtigen Lieferketten von Batterien, Stahl und Aluminium zu bringen.
Die Gewinner: Westliche Marken dominieren
Tesla konnte seine Spitzenposition verteidigen und erreichte als bester Hersteller einen Gesamtwert von 49 Prozent. Besonders bei der Dekarbonisierung der Batterie-Lieferkette konnten die Top-Platzierten deutliche Zuwächse verzeichnen.
| Rang | Hersteller | Umwelt-Score (%) | Menschenrechts-Score (%) | Gesamt-Score (%) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Tesla | 50 % | 48 % | 49 % |
| 2 | Ford | 40 % | 49 % | 45 % |
| 3 | Volvo | 55 % | 32 % | 44 % |
| 4 | Mercedes-Benz | 39 % | 42 % | 41 % |
| 5 | Volkswagen | 31 % | 46 % | 39 % |
Die Verlierer: Massive Lücken bei asiatischen Herstellern
Am unteren Ende des Rankings finden sich vor allem japanische und chinesische Hersteller. Ein Hauptkritikpunkt der Studie ist die fehlende Dekarbonisierung der Stahl-Lieferkette: Toyota, BYD und Honda erzielten in dieser wichtigen Kategorie 0 Prozentpunkte.
- Menschenrechte: Westliche Marken führen deutlich bei der verantwortungsvollen Beschaffung und der Einhaltung von Arbeitsrechten in Minen (z. B. Kobalt in der DR Kongo).
- Stahl & Aluminium: Während Volvo beim Umwelt-Score mit 55 % führt, haben viele asiatische Marken kaum Strategien zur CO₂-freien Metallproduktion vorgelegt.
- Fortschritte: Der Branchendurchschnitt bei fossilfreien Lieferketten stieg im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 5 % auf nun 24 %.
„Obwohl die Spitzenreiter vielversprechende Wege aufzeigen, zeigt ein Branchendurchschnitt von nur 24 Prozent im Umweltbereich, dass die Ziellinie noch in weiter Ferne liegt.“ — Kernbotschaft der Lead The Charge Studie 2026
Verbesserungen bei Batterien
Trotz der niedrigen Gesamtwerte gibt es positive Trends: Toyota verbesserte sein Batterie-Ranking durch die Einführung eines „leicht demontierbaren“ Designs zur besseren Wiederverwertbarkeit. Zu den am stärksten verbesserten Unternehmen bei der Batterie-Nachhaltigkeit zählen neben Tesla auch Renault, Mercedes-Benz, Volkswagen und Ford.
Fazit: Transparenz wird zum Wettbewerbsvorteil
Die Studie 2026 macht deutlich, dass Lippenbekenntnisse nicht mehr ausreichen. Hersteller, die ihre Lieferketten aktiv kontrollieren und dekarbonisieren, setzen sich technologisch und moralisch ab. Während Tesla und die europäischen Premiummarken die Führung übernehmen, müssen insbesondere die chinesischen Hersteller (SAIC, GAC, BYD) ihre Standards massiv erhöhen, um auf dem Weltmarkt langfristig als "sauber" akzeptiert zu werden.



