Leapmotor zieht es nach München: Innovation "Made in Schwabing"
München festigt seinen Ruf als europäische Hauptstadt für chinesische Elektroauto-Expertise. Nach Branchengrößen wie Nio, Xpeng und Xiaomi hat nun auch Leapmotor sein erstes internationales Innovationszentrum in der bayerischen Landeshauptstadt eröffnet. Das "Leapmotor Europe Innovation Centre" in der Parkstadt Schwabing markiert einen strategischen Meilenstein für den Hersteller, der eng mit dem Stellantis-Konzern (u.a. Fiat, Opel, Peugeot) verbandelt ist.
Der Fokus des neuen Standorts liegt klar auf Forschung, Design und der Lokalisierung. Ziel ist es, die technologische Basis aus China mit den spezifischen Anforderungen und Vorlieben europäischer Autofahrer zu verknüpfen. Ob das Zentrum direkt unter der Flagge des Mutterkonzerns segelt oder dem Joint Venture "Leapmotor International" unterstellt ist, bleibt formal noch offen – die Marschrichtung ist jedoch eindeutig: Globalisierung mit europäischem Feinschliff.
Der A10 (B03X): Ein Kompakt-Stromer für 40 Länder
Zur Einweihung gab Leapmotor direkt einen Ausblick auf das nächste große Ding: Das Modell A10 (intern B03X). Das Fahrzeug basiert auf der neuen Designsprache „Tech-Natural Aesthetics 2.0“ und soll noch im Laufe des Jahres 2026 in fast 40 Ländern weltweit eingeführt werden. Mit dem Münchner Team im Rücken will Leapmotor sicherstellen, dass Fahrwerk, Infotainment und Assistenzsysteme punktgenau auf hiesige Standards abgestimmt sind.
"München wird für Leapmotor zum Brückenkopf: Hier entscheidet sich, ob die chinesische Technik-Power die hohen Erwartungen der europäischen Kunden an Haptik und Fahrdynamik erfüllen kann."
Wachstum auf Kurs: Gewinnschwelle erreicht
Die Zahlen geben dem Expansionskurs recht. Im vergangenen Jahr knackte Leapmotor die Marke von fast 600.000 verkauften Einheiten, wobei das internationale Geschäft mit über 67.000 Exporten massiv an Bedeutung gewann. Dieser Erfolgsschub verhalf dem Unternehmen erstmals dazu, die Gewinnschwelle zu erreichen – ein Kunststück, das vielen reinen Elektro-Startups verwehrt bleibt.
Kompakter Start mit großer Wirkung
Auch wenn Leapmotor sich in einem klassischen Bürogebäude eingemietet hat und die Belegschaft zunächst auf rund 100 Experten geschätzt wird, ist das Signal an die Konkurrenz deutlich. Durch die räumliche Nähe zu den Premium-Entwicklungszentren von BMW und zahlreichen Zulieferern sichert sich Leapmotor den Zugriff auf hochqualifizierte Talente direkt im "Automotive-Hotspot" Deutschland.
Eckdaten zur Leapmotor-Expansion 2026
| Kennzahl | Wert (Gesamtjahr 2025) |
|---|---|
| Absatz Gesamt | 596.555 Fahrzeuge |
| Exportanteil | 67.052 Fahrzeuge (ca. 11 %) |
| Neues Modell 2026 | A10 / B03X (Kompaktsegment) |
| Mitarbeiter München (est.) | Bis zu 100 (Fokus R&D) |
| Strategischer Partner | Stellantis N.V. |
Konkurrenzdruck für etablierte Marken
Die Wahl Münchens ist kein Zufall. Die Stadt bietet eine Infrastruktur, die für chinesische Hersteller ideal ist, um den "European Spirit" in ihre Software-zentrierten Autos zu bringen. Für Stellantis ist Leapmotor dabei das perfekte Werkzeug, um das Einstiegssegment für Elektroautos schnell und kosteneffizient mit moderner Technik zu besetzen, während die eigenen Marken wie Citroën oder Fiat von der rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit der Chinesen profitieren.



