Sicherheitsproblem beim Lucid Gravity: Zulieferer-Fehler erzwingt Rückruf
Der Edel-Stromer Lucid Gravity kämpft mit seinen ersten Kinderkrankheiten. Rund 4.476 Einheiten des luxuriösen Siebensitzers müssen zurück in die Werkstatt, da ein potenziell gefährlicher Defekt an den Verankerungen der Beckengurte in der zweiten Sitzreihe entdeckt wurde. Laut offiziellen Dokumenten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA könnten die Halterungen bei einem Unfall versagen.
Die Ursache liegt nach Angaben von Lucid bei einem Zulieferer, der ohne Genehmigung das Design der Schweißnähte am Sitzrahmen verändert hatte. Die Schweißnähte sind in vielen Fällen zu kurz oder falsch positioniert, was dazu führt, dass sie den gesetzlich vorgeschriebenen Belastungstests nicht standhalten. Lucid entdeckte das Problem zufällig bei internen Qualitätstests, woraufhin Ende Januar 2026 sogar ein vorübergehender Auslieferungsstopp verhängt wurde.
Wer ist betroffen?
Der Rückruf umfasst alle Lucid Gravity SUVs, die zwischen dem Produktionsstart im Dezember 2024 und dem 14. Februar 2026 gefertigt wurden. Fahrzeuge, die nach diesem Datum vom Band liefen, sind bereits mit Sitzen nach der ursprünglichen, korrekten Spezifikation ausgestattet. Lucid betont, dass bisher keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit diesem Defekt gemeldet wurden.
"In Belastungstests versagten die Ankerpunkte deutlich vor der geforderten Zeit. Damit erfüllen die betroffenen Fahrzeuge nicht die strengen Sicherheitsnormen FMVSS 207 und 210."
Reparatur oder Austausch: Das müssen Besitzer wissen
Lucid-Besitzer werden gebeten, zeitnah einen Servicetermin zu vereinbaren. Die Experten des Herstellers prüfen dabei jede Schweißnaht einzeln. Je nach Schweregrad der Abweichung wird die Verankerung entweder mit einer speziellen Halterung und Industriekleber verstärkt oder der komplette Sitz wird gegen ein fehlerfreies Neuteil ausgetauscht. Alle Maßnahmen sind für die Kunden kostenlos.
Technische Daten: Lucid Gravity Grand Touring
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Max. Ladeleistung | 400 kW (1.000V Architektur) |
| EPA-Reichweite | ca. 724 km (450 Meilen) |
| Beschleunigung 0-100 km/h | ca. 3,5 Sekunden |
| Sitzplätze | 7 Personen (2+3+2 Konfiguration) |
| Ladedauer (200 Meilen) | Unter 11 Minuten |
Auswirkungen auf die Produktion 2026
Trotz der 29-tägigen Lieferunterbrechung im ersten Quartal 2026 hält Lucid an seinem Produktionsziel von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen für das Gesamtjahr fest. Der Gravity gilt als das wichtigste Modell für den Hersteller, um nach der Luxuslimousine Lucid Air endlich im margenstarken SUV-Segment Fuß zu fassen. Kunden in Europa müssen sich derweil noch gedulden; hier wird der offizielle Marktstart erst für das späte Jahr 2026 erwartet.



