Rückkehr zur Aggressivität: AMG verabschiedet sich vom EQ-Design
Mercedes-AMG korrigiert den optischen Kurs: Bei einem exklusiven Händlertreffen in Sindelfingen wurde die neue elektrische Speerspitze der Marke präsentiert. Die wichtigste Botschaft für Fans: Die rundgelutschte Formsprache der bisherigen EQ-Modelle ist Geschichte. Die kommenden drei Elektro-Boliden, die ab 2027 unter dem legendären GT-63-Label firmieren, setzen auf ein "aggressives, aber elegantes" Design, das sich laut ersten Händlerstimmen endlich wieder wie ein echter Mercedes anfühlt.
Den Anfang macht Anfang 2027 ein extrem flaches, viertüriges Coupé (Serienversion des Vision AMG). Ende 2027 folgt ein Crossover-Modell, das optisch an einen Porsche Cayenne erinnert, bevor Ende 2028 ein tiefgelegtes Performance-SUV mit abfallender Dachlinie das Trio vervollständigt. Alle Modelle basieren auf der dedizierten High-Performance-Plattform AMG.EA.
Axialfluss-Power: 1.360 PS und Laden in "Benzin-Geschwindigkeit"
Technisch setzt AMG auf eine Revolution im Maschinenraum. Statt herkömmlicher Motoren kommen Axialflussmaschinen des Spezialisten Yasa zum Einsatz. Diese sind deutlich kompakter und leichter, bieten aber eine massiv höhere Drehmomentdichte. In der Top-Konfiguration mit drei Motoren (einer vorn, zwei hinten) leistet das System bis zu 1.000 kW (1.360 PS).
Auch beim Laden will AMG neue Maßstäbe setzen. Dank einer 800-Volt-Architektur und direkt ölgekühlten Rundzellen sollen Ladeleistungen von über 500 kW möglich sein. Das Concept AMG GT XX demonstrierte bereits, dass Energie für 400 Kilometer in nur fünf Minuten nachgeladen werden kann – ein Wert, der das bisherige "Lade-Warten" fast vollständig eliminiert.
| Modelltyp | Marktstart (Vorauss.) | Leistung / Batterie | Reichweite (WLTP) |
|---|---|---|---|
| GT 4-Türer Coupé (BEV) | Anfang 2027 | Bis zu 1.360 PS / 90 kWh | ca. 640 km (400 Meilen) |
| AMG Crossover (SUV) | Ende 2027 | Bis zu 1.360 PS / 110 kWh | ca. 550 km |
| Sport-SUV (Coupé) | Ende 2028 | High-Performance Setup | ca. 480 km (300 Meilen) |
Exklusivität vs. Masse: Sorgen im Handel
Trotz der beeindruckenden Leistungsdaten gibt es im US-Handel auch kritische Stimmen. Die Befürchtung: Drei sehr ähnliche elektrische GT-Modelle könnten die Exklusivität der Marke AMG verwässern und die Schauräume überfüllen. Mercedes hält dagegen, dass die unterschiedlichen Karosserieformen – vom flachen Coupé bis zum bulligen SUV – jeweils spezifische Kundengruppen ansprechen, die bisher bei der Konkurrenz (Porsche Taycan, Lucid Air oder Tesla Model S Plaid) kauften.
"Die neue Architektur erlaubt uns Proportionen, die mit Verbrennern unmöglich waren. Der Fahrer rückt tiefer ins Zentrum, während die Technik im Hintergrund Megawatt-Leistungen jongliert."
Besonders spannend bleibt das Interieur: Hier plant AMG ein puristisches Cockpit mit physischen Fahrdynamikreglern auf der Mittelkonsole, um das mechanische Gefühl der klassischen GT-Modelle in die digitale Ära zu retten. Die Produktion aller drei Modelle soll flexibel auf einem Band im Werk Sindelfingen erfolgen.



