Nio Rückruf 2026: 246.000 Elektroautos mit Display-Blackout

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Nio Rückruf 2026: 246.000 Elektroautos mit Display-Blackout

Schock für Nio-Besitzer: Über 246.000 Fahrzeuge der ersten Generation müssen wegen eines gefährlichen Softwarefehlers zurückgerufen werden. Während der Fahrt können Cockpit und Zentraldisplay plötzlich schwarz werden – ein massives Sicherheitsrisiko. Doch Nio nutzt die Krise für eine Demonstration seiner technischen Stärke: Ein Over-the-Air-Update auf die Versionen „Aspen 3.5.6“ oder „Alder 2.1.0“ soll das Problem lösen, während das Unternehmen gleichzeitig seinen ersten Quartalsgewinn seit elf Jahren verkündet.

Digitale Schattenseite: Der chinesische Premium-Hersteller Nio muss mit über 246.000 Fahrzeugen die größte Rückrufaktion seiner Firmengeschichte bewältigen. Ein Softwarefehler sorgt bei Modellen der ersten Generation für plötzliche Display-Ausfälle während der Fahrt. Doch trotz dieses Rückschlags sendet Nio auch positive Signale an die Märkte.

NT 1.0 Plattform betroffen: Wenn das Cockpit dunkel wird

Der Rückruf, der am 9. Februar 2026 offiziell von der chinesischen Marktaufsichtsbehörde (SAMR) bestätigt wurde, betrifft exakt 246.229 Fahrzeuge. Konkret geht es um die Modelle der ersten Generation (NT 1.0 Plattform), die zwischen März 2018 und Januar 2023 produziert wurden. Betroffene Fahrer berichten von plötzlichen "Blackouts", bei denen sowohl das Kombiinstrument als auch der zentrale Touchscreen für kurze Zeit vollständig ausfallen.

Das Problem: Ohne Anzeige von Geschwindigkeit, Warnsignalen oder Navigationsdaten wird die Fahrt zum Blindflug. Die Behörden stufen den Fehler daher als erhebliches Sicherheitsrisiko ein. Betroffen sind folgende Baureihen:

  • Nio ES8: Das Flaggschiff-SUV der ersten Generation.
  • Nio ES6: Das volumenstarke Mittelklasse-SUV.
  • Nio EC6: Die Coupé-Variante des ES6.

Die Lösung: Aspen und Alder erhalten Updates

Nio demonstriert in dieser Krise die Vorteile seiner Software-Architektur. Anstatt tausende Autos in die Werkstätten zu rufen, erfolgt die Reparatur primär über Over-the-Air-Updates (OTA). Das Unternehmen rollt spezifische Systemversionen aus, um den Bug zu eliminieren:

System-Zweig Ziel-Version des Updates Status
Aspen (ES8/ES6/EC6 Standard) Version 3.5.6 oder höher Verfügbar ab sofort
Alder (Modelle mit Upgrade-Chip) Version 2.1.0 oder höher Verfügbar ab sofort

Fahrzeuge, die bereits auf diesen oder neueren Versionen laufen, sind sicher und benötigen keine weiteren Maßnahmen. Für die wenigen Fälle, in denen ein Remote-Update fehlschlägt, kontaktiert Nio die Halter persönlich für einen kostenlosen Werkstattbesuch.

Zwischen Rekordgewinn und Rückruf-Dämpfer

Die Nachricht kommt zu einem ironischen Zeitpunkt: Nur Tage vor der Rückrufmeldung verkündete Nio-CEO William Li stolz, dass das Unternehmen im vierten Quartal 2025 erstmals in seiner elfjährigen Geschichte ein positives Betriebsergebnis (zwischen 700 Mio. und 1,2 Mrd. RMB) erzielt hat. Mit über 326.000 Auslieferungen im Jahr 2025 hat sich Nio fest im Premium-Segment etabliert.

„Wir handeln lieber transparent und proaktiv, als Risiken für unsere User zu unterschätzen. Softwarestabilität ist im Zeitalter intelligenter E-Autos das wichtigste Sicherheitsmerkmal.“ – Ein Nio-Sprecher zum Rückruf.

Fazit: Software als Segen und Fluch

Der Fall Nio verdeutlicht die Komplexität moderner "Software Defined Vehicles". Ein Fehler in der Code-Zeile kann hunderttausende Autos betreffen – doch die Fähigkeit, diesen Fehler innerhalb weniger Tage global per Funk zu beheben, zeigt auch den gewaltigen Vorsprung gegenüber klassischen Herstellern. Für Nio-Fahrer bedeutet das: Ein Update einspielen und weiterfahren – der Blackout sollte damit Geschichte sein.

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