Nio Ziel 2026: Ganzjährige Rentabilität nach Rekordquartal

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Nio Ziel 2026: Ganzjährige Rentabilität nach Rekordquartal

Nach elf Jahren Rekordverlusten hat Nio im vierten Quartal 2025 erstmals einen operativen Gewinn erzielt – ein historischer Wendepunkt. CEO William Li hat nun für 2026 das Ziel der ganzjährigen Rentabilität ausgegeben. Mit einer neuen, dezentralen Unternehmensstruktur, dem massiven Ausbau des Batteriewechsel-Netzwerks und den neuen Volumenmarken Onvo und Firefly will der chinesische Premium-Hersteller beweisen, dass sein innovatives Geschäftsmodell dauerhaft tragfähig ist.

Vom Sorgenkind zum Renditejäger: Nio-Gründer William Li hat das Jahr 2026 offiziell zum Jahr der Rentabilität erklärt. Nach einem beeindruckenden Schlussspurt im Jahr 2025, der dem Unternehmen den ersten operativen Quartalsgewinn seit der Gründung 2014 einbrachte, stehen die Zeichen nun auf nachhaltiges Wachstum. Doch der Weg zum Ganzjahresplus erfordert radikale Effizienz.

Der Wendepunkt: Erstes profitables Quartal in der Firmengeschichte

Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 markieren eine Zäsur: Nio konnte einen bereinigten operativen Gewinn (Non-GAAP) zwischen 85 und 147 Millionen Euro verbuchen. Getragen wurde dieser Erfolg von einem massiven Absatzplus von über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das Flaggschiff-SUV ES8 der dritten Generation erwies sich mit 60.000 ausgelieferten Einheiten in Rekordzeit als Margenbringer.

Die Strategie: Drei Marken für den Massenmarkt

Um die für die Profitabilität nötigen Stückzahlen zu erreichen, setzt Nio 2026 auf seine Multi-Marken-Strategie. Während die Kernmarke Nio das Premium-Segment bedient, sollen zwei neue Player die Volumina treiben:

  • Onvo (Ledao): Fokussiert auf Familien und preisbewusste Käufer (Bestseller: Onvo L90).
  • Firefly: Die neue Submarke für Premium-Kleinwagen, die bereits im Dezember 2025 einen Marktanteil von 61 % in ihrem Segment in China erreichte.

Infrastruktur als Burggraben: 100 Millionen Batteriewechsel

Ein zentraler Pfeiler für das Erreichen der Rentabilität ist das Battery-as-a-Service (BaaS) Modell. Nio hat kürzlich den 100-millionsten Batteriewechsel in China absolviert. Für 2026 ist der Bau von mindestens 1.000 weiteren Power Swap Stations (PSS) geplant, um das Netzwerk auf über 4.700 Stationen weltweit auszubauen.

Kennzahl Ergebnis 2025 / Ziel 2026
Absatz 2025 (Gesamt) 326.028 Fahrzeuge (+46,9 % zu 2024)
Operatives Ergebnis Q4 2025 Erstmals positiv (ca. 85 - 147 Mio. €)
Wachstumsziel 2026 40 % bis 50 % Steigerung
Batteriewechselstationen Ziel: > 4.700 Standorte weltweit

Herausforderung Europa: Licht und Schatten

Während Nio in China triumphiert, bleibt Europa das Sorgenkind. In Deutschland wurden im Januar 2026 lediglich ein einziges Fahrzeug zugelassen. CEO William Li räumte ein, dass die Expansion langsamer voranschreitet als geplant. Um gegenzusteuern, setzt Nio künftig auf die "Cell Business Units" (CBU) – dezentrale Einheiten, die eigenverantwortlich für ihre Marktregionen und Kostenstrukturen zuständig sind.

„Jährliche Rentabilität ist nicht leicht zu erreichen. Wir haben es im letzten Quartal geschafft und wir werden alles daran setzen, dies 2026 für das gesamte Jahr zu wiederholen. Es geht darum, mit minimalem Aufwand die maximale Wirkung zu erzielen.“ – William Li, CEO Nio.

Fazit: Die Reifeprüfung für Nio

Nio befindet sich in der "dritten Phase" seiner Entwicklung. Die massiven Investitionen der letzten zehn Jahre in eigene Chips (Shenji 9031), das Betriebssystem SkyOS und das Wechselnetzwerk müssen nun Rendite abwerfen. Wenn die neuen Marken Onvo und Firefly wie geplant zünden, könnte Nio 2026 zum ersten Mal als finanziell eigenständiger Gigant neben Tesla und BYD bestehen.

Artikel teilen

Bleib auf dem Laufenden

Erhalte die neuesten Artikel direkt in dein Postfach. Kein Spam, nur ElektroQuatsch.

Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ähnliche Artikel

Nio Rückruf 2026: 246.000 Elektroautos mit Display-Blackout
NIO

Nio Rückruf 2026: 246.000 Elektroautos mit Display-Blackout

Schock für Nio-Besitzer: Über 246.000 Fahrzeuge der ersten Generation müssen wegen eines gefährlichen Softwarefehlers zurückgerufen werden. Während der Fahrt können Cockpit und Zentraldisplay plötzlich schwarz werden – ein massives Sicherheitsrisiko. Doch Nio nutzt die Krise für eine Demonstration seiner technischen Stärke: Ein Over-the-Air-Update auf die Versionen „Aspen 3.5.6“ oder „Alder 2.1.0“ soll das Problem lösen, während das Unternehmen gleichzeitig seinen ersten Quartalsgewinn seit elf Jahren verkündet.

Nio feiert 100 Mio. Batteriewechsel & plant 1.000 neue PSS
NIO

Nio feiert 100 Mio. Batteriewechsel & plant 1.000 neue PSS

Was viele Experten anfangs als teure Sackgasse belächelten, hat sich zur echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Nio hat am 6. Februar 2026 den 100-millionsten Batteriewechsel vollzogen. Während die Konkurrenz noch über Ladekurven diskutiert, zeigt Nio mit seiner 4. und bald 5. Stationsgeneration, wie "Tanken" bei E-Autos im Jahr 2026 wirklich aussieht. Wir haben die Details zum Meilenstein und den massiven Ausbauplänen.