Polestar 3: Strategiewechsel macht US-Werk zum globalen Hub
Die schwedische Performance-Marke Polestar zieht Konsequenzen aus den sich verschärfenden Handelsbedingungen zwischen China und dem Westen. Wie das Unternehmen bestätigte, wird die Produktion des Flaggschiff-Modells Polestar 3 bis Ende des Jahres komplett im Volvo-Werk in Ridgeville, South Carolina, konsolidiert. Damit beendet Polestar die Fertigung des Luxus-SUV im chinesischen Chengdu.
Dieser Schritt ist weit mehr als eine logistische Randnotiz. Durch die Exklusiv-Produktion in den USA umgeht Polestar die massiven Importzölle auf chinesische Elektroautos und sichert sich gleichzeitig den Zugang zu staatlichen Förderungen im wichtigen nordamerikanischen Markt. Der Polestar 3 teilt sich die technische Plattform mit dem Volvo EX90, was eine hocheffiziente gemeinsame Fertigung auf US-Boden ermöglicht.
Finanzieller Rückenwind durch Volvo
Trotz eines Rekordabsatzes von über 60.000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr kämpft die junge Marke noch mit operativen Verlusten. Um den Übergang zur globalen US-Fertigung zu stemmen, erhält Polestar massive Unterstützung von der Muttergesellschaft Volvo: Rund 274 Millionen US-Dollar wurden kürzlich in zusätzliches Eigenkapital umgewandelt, ergänzt durch eine Finanzierungsspritze von weiteren 300 Millionen US-Dollar.
"Die Konsolidierung der Fertigung in Charleston ist ein notwendiger Schritt, um die Effizienz zu steigern und Polestar als globalen Player wetterfest gegen geopolitische Spannungen zu machen."
Technische Daten: Polestar 3 (Long Range Dual Motor)
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Leistung | 360 kW (489 PS) / bis zu 380 kW mit Performance Paket |
| Drehmoment | 840 Nm (910 Nm mit Performance Paket) |
| Batteriekapazität | 111 kWh (brutto) |
| WLTP-Reichweite | Bis zu 631 km |
| Ladeleistung (DC) | Bis zu 250 kW |
Modelloffensive bis 2028
Der Polestar 3 bildet die Speerspitze einer breiten Modelloffensive. Während das Flaggschiff nun zum "Amerikaner" wird, plant die Marke bereits die nächsten Schritte: Noch in diesem Jahr sollen der luxuriöse GT Polestar 5 sowie eine Kombi-Variante des Polestar 4 das Portfolio ergänzen. Für 2028 stehen zudem die zweite Generation des Polestar 2 sowie das kompakte SUV Polestar 7 auf dem Plan, um die Marke endgültig in der Volumen-Oberklasse zu etablieren.
Fokus auf Fahrdynamik trotz SUV-Maßen
Trotz seiner stattlichen Abmessungen und des hohen Gewichts legt Polestar beim "3er" Wert auf eine sportliche Abstimmung. Mit einer heckbetonten Kraftverteilung und adaptiver Luftfederung soll er sich deutlich dynamischer bewegen lassen als sein technischer Bruder von Volvo. Für Kunden bedeutet die US-Exklusivität zudem stabilere Lieferketten und – zumindest in Übersee – kürzere Wartezeiten auf das neue Top-Modell.



