Polestar rettet Liquidität: 400 Mio. $ Kapitalspritze & Absatzrekord

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Polestar rettet Liquidität: 400 Mio. $ Kapitalspritze & Absatzrekord

Polestar stemmt sich gegen die Krise: Mit einer frischen Kapitalspritze von 400 Millionen US-Dollar verschafft sich der schwedisch-chinesische Elektroautobauer wichtige Liquidität. Trotz eines schwierigen Marktumfelds und einer anhaltenden „Cash-Burn“-Phase unterstreicht CEO Michael Lohscheller den Erfolgskurs: 2025 war das bisher stärkste Verkaufsjahr der Marke. Wir haben die Details zum Finanz-Deal und den Rekordzahlen.

Die Premium-Marke Polestar sichert sich ein weiteres finanzielles Polster. Durch eine strategische Kapitalbeteiligung fließen 400 Millionen US-Dollar in die Kassen des Unternehmens. Der Deal ist Teil eines größeren Rettungspakets, das die Liquidität in einem herausfordernden Marktumfeld stabilisieren soll, während die Modellpalette mit dem Polestar 3 und 4 massiv ausgebaut wird.

Finanzspritze aus Fernost und London

Das Kapital stammt von Feathertop Funding Limited, einer Zweckgesellschaft der japanischen Sumitomo Mitsui Banking Corporation, sowie der Standard Chartered Bank (Hongkong). Beide Institute investieren jeweils 200 Millionen US-Dollar.

Besonders wichtig für die Unabhängigkeit der Marke: Nach Abschluss der Transaktion wird keines der Institute mehr als 10 % der Anteile halten. Damit bleibt die Kontrolle primär bei der Geely Holding, die Polestar bereits im Dezember mit einem Kreditrahmen von bis zu 600 Millionen Dollar den Rücken gestärkt hatte.

Lohscheller: „2025 war unser bestes Jahr“

Trotz der Schlagzeilen über Liquiditätsengpässe kann Polestar-Chef Michael Lohscheller operative Erfolge vorweisen. Die Verkaufszahlen für 2025 markieren einen historischen Höchststand für die Marke:

Kennzahl Ergebnis Geschäftsjahr 2025 Veränderung vs. 2024
Ausgelieferte Fahrzeuge 60.119 + 34 %
Absatz Q4 (Einzelhandel) 15.608 + 27 %
Händlernetz-Ausbau Wachstum um über 50 % N/A

„Wir gewinnen Marktanteile und verkaufen in wichtigen europäischen Märkten mehr als viele etablierte Marken“, betonte Lohscheller. Dies sei vor allem auf die globale Einführung des SUV-Coupés Polestar 4 und des Luxus-SUVs Polestar 3 zurückzuführen.

Der Kampf gegen den Cash-Burn

Trotz der Rekordverkäufe bleibt die Lage ernst. Polestar verbrennt im Aufbau der Marke und der Entwicklung neuer Modelle (wie dem kommenden Polestar 5) weiterhin viel Geld. Hinzu kommen globale Handelsspannungen und eine Abkühlung der E-Auto-Nachfrage in einigen Regionen. Die 400 Millionen Dollar dienen daher primär dazu, die Bilanz zu stärken und formale Vertragsverletzungen (Covenants) bei bestehenden Krediten zu vermeiden.

„Nach den Finanzspritzen vom Dezember und der aktuellen Beteiligung machen wir deutliche Fortschritte bei der Stärkung unserer Bilanz. Wir konzentrieren uns nun voll darauf, ein profitables Polestar zu schaffen.“ – Michael Lohscheller, CEO.

Fazit von Elektroquatsch

Polestar tanzt auf dem Vulkan, aber sie tanzen verdammt gut. Die Kombination aus massiven Verlusten und gleichzeitigem Absatzrekord zeigt, dass das Produkt bei den Kunden ankommt, die Kostenstruktur aber noch massiv optimiert werden muss. Mit Lohscheller an der Spitze und der unerschütterlichen Unterstützung von Geely scheint der Fortbestand der Marke für 2026 gesichert. Am 18. Februar 2026 folgt das nächste Strategie-Update – wir sind gespannt auf den finanziellen Ausblick!

Artikel teilen

Bleib auf dem Laufenden

Erhalte die neuesten Artikel direkt in dein Postfach. Kein Spam, nur ElektroQuatsch.

Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ähnliche Artikel

Ford & Geely: Elektro-Deal in Valencia gegen EU-Zölle
FordMarkt & Zahlen

Ford & Geely: Elektro-Deal in Valencia gegen EU-Zölle

Was jahrelang undenkbar schien, rückt im Februar 2026 in greifbare Nähe: Ford verhandelt intensiv mit der Geely Holding (Mutterkonzern von Volvo, Polestar und Zeekr) über eine weitreichende Kooperation. Kern des Deals: Geely könnte künftig seine Elektroautos in Fords riesigem Werk im spanischen Valencia bauen, um die massiven EU-Strafzölle zu umgehen. Im Gegenzug hofft Ford auf Zugriff zu Geelys marktführender Software für autonomes Fahren. Ein „Heimspiel“ für die Chinesen auf europäischem Boden.