Die Premium-Marke Polestar sichert sich ein weiteres finanzielles Polster. Durch eine strategische Kapitalbeteiligung fließen 400 Millionen US-Dollar in die Kassen des Unternehmens. Der Deal ist Teil eines größeren Rettungspakets, das die Liquidität in einem herausfordernden Marktumfeld stabilisieren soll, während die Modellpalette mit dem Polestar 3 und 4 massiv ausgebaut wird.
Finanzspritze aus Fernost und London
Das Kapital stammt von Feathertop Funding Limited, einer Zweckgesellschaft der japanischen Sumitomo Mitsui Banking Corporation, sowie der Standard Chartered Bank (Hongkong). Beide Institute investieren jeweils 200 Millionen US-Dollar.
Besonders wichtig für die Unabhängigkeit der Marke: Nach Abschluss der Transaktion wird keines der Institute mehr als 10 % der Anteile halten. Damit bleibt die Kontrolle primär bei der Geely Holding, die Polestar bereits im Dezember mit einem Kreditrahmen von bis zu 600 Millionen Dollar den Rücken gestärkt hatte.
Lohscheller: „2025 war unser bestes Jahr“
Trotz der Schlagzeilen über Liquiditätsengpässe kann Polestar-Chef Michael Lohscheller operative Erfolge vorweisen. Die Verkaufszahlen für 2025 markieren einen historischen Höchststand für die Marke:
| Kennzahl | Ergebnis Geschäftsjahr 2025 | Veränderung vs. 2024 |
|---|---|---|
| Ausgelieferte Fahrzeuge | 60.119 | + 34 % |
| Absatz Q4 (Einzelhandel) | 15.608 | + 27 % |
| Händlernetz-Ausbau | Wachstum um über 50 % | N/A |
„Wir gewinnen Marktanteile und verkaufen in wichtigen europäischen Märkten mehr als viele etablierte Marken“, betonte Lohscheller. Dies sei vor allem auf die globale Einführung des SUV-Coupés Polestar 4 und des Luxus-SUVs Polestar 3 zurückzuführen.
Der Kampf gegen den Cash-Burn
Trotz der Rekordverkäufe bleibt die Lage ernst. Polestar verbrennt im Aufbau der Marke und der Entwicklung neuer Modelle (wie dem kommenden Polestar 5) weiterhin viel Geld. Hinzu kommen globale Handelsspannungen und eine Abkühlung der E-Auto-Nachfrage in einigen Regionen. Die 400 Millionen Dollar dienen daher primär dazu, die Bilanz zu stärken und formale Vertragsverletzungen (Covenants) bei bestehenden Krediten zu vermeiden.
„Nach den Finanzspritzen vom Dezember und der aktuellen Beteiligung machen wir deutliche Fortschritte bei der Stärkung unserer Bilanz. Wir konzentrieren uns nun voll darauf, ein profitables Polestar zu schaffen.“ – Michael Lohscheller, CEO.
Fazit von Elektroquatsch
Polestar tanzt auf dem Vulkan, aber sie tanzen verdammt gut. Die Kombination aus massiven Verlusten und gleichzeitigem Absatzrekord zeigt, dass das Produkt bei den Kunden ankommt, die Kostenstruktur aber noch massiv optimiert werden muss. Mit Lohscheller an der Spitze und der unerschütterlichen Unterstützung von Geely scheint der Fortbestand der Marke für 2026 gesichert. Am 18. Februar 2026 folgt das nächste Strategie-Update – wir sind gespannt auf den finanziellen Ausblick!




