Die Fronten im globalen E-Auto-Markt weichen auf: Während die Politik über Strafzölle streitet, planen Ford und Geely (u. a. Volvo, Polestar, Zeekr) offenbar den Schulterschluss. In den leerstehenden Werkshallen von Ford in Europa könnten bald chinesische Elektroautos vom Band rollen – eine strategische „Win-Win-Wette“ gegen den drohenden Bedeutungsverlust.
Das Ziel: Strafzölle umgehen, Werke auslasten
Seit die EU im Jahr 2024 zusätzliche Ausgleichszölle auf in China produzierte Elektroautos eingeführt hat, stehen Hersteller wie Geely unter Zugzwang. Eine lokale Produktion innerhalb der EU ist der einzige Weg, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hier kommt Ford ins Spiel: Der US-Konzern kämpft in Europa mit massiver Unterauslastung. Besonders das Werk in Valencia (Spanien) steht laut Insiderberichten im Fokus der Gespräche. Auch die Standorte Saarlouis und Köln könnten indirekt von einer neuen Auslastungsstrategie profitieren.
Technologie-Deal: Geely-Software für das „Blaue Oval“
Doch Ford will mehr als nur ein „Vermieter“ von Fabrikflächen sein. CEO Jim Farley hat die technologische Überlegenheit Chinas bei vernetzten Fahrzeugen und Software mehrfach als „demütigend“ bezeichnet. Im Austausch für die Produktionskapazitäten könnte Ford Zugriff auf Geelys fortschrittliche assistierte Fahrsysteme (G-ASD) und digitale Cockpit-Lösungen erhalten, die bereits in Modellen von Lynk & Co und Zeekr erfolgreich im Einsatz sind.
| Unternehmen | Gibt... | Erhält... |
|---|---|---|
| Ford | Fabrikkapazitäten (z. B. Valencia) | Software & Autonomie-Tech |
| Geely | Ingenieurs-Know-how & Smart-Tech | Zollfreie Produktion in der EU |
Ford Pro und Renault: Die Multi-Partner-Strategie
Die Gespräche mit Geely sind kein isoliertes Ereignis. Ford verfolgt in Europa einen aggressiven Kurs der Ressourcenbündelung:
- Kooperation mit Renault: Erst im Dezember 2025 kündigte Ford an, ab 2028 zwei günstige Elektroautos auf der Renault-Plattform „Ampere“ in Nordfrankreich bauen zu lassen.
- Nutzfahrzeuge: Ford Pro bleibt die Cash-Cow und soll durch gemeinsame Plattformen mit Partnern gestärkt werden.
- VW-Baukasten: Aktuelle Modelle wie der Explorer und der neue Capri nutzen bereits die MEB-Plattform von Volkswagen.
„Wir wissen, dass wir in dieser Branche um unser Überleben kämpfen müssen. Strategische Partnerschaften sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Überlebensnotwendigkeit.“ – Jim Farley, CEO Ford.
Fazit von Elektroquatsch
Die mögliche Kooperation zwischen Ford und Geely ist ein Beben für den Standort Europa. Sollte der Deal zustande kommen, würde Geely faktisch zum technologischen Herzstück zukünftiger Ford-Modelle werden. Für Kunden könnte das bedeuten: Ford-Design mit chinesischer High-End-Software, produziert in Spanien. Ob das reicht, um gegen BYD und die „Neue Klasse“ von BMW zu bestehen, bleibt die spannendste Frage des Autojahres 2026.




