Ford & Geely: Elektro-Deal in Valencia gegen EU-Zölle

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Ford & Geely: Elektro-Deal in Valencia gegen EU-Zölle

Was jahrelang undenkbar schien, rückt im Februar 2026 in greifbare Nähe: Ford verhandelt intensiv mit der Geely Holding (Mutterkonzern von Volvo, Polestar und Zeekr) über eine weitreichende Kooperation. Kern des Deals: Geely könnte künftig seine Elektroautos in Fords riesigem Werk im spanischen Valencia bauen, um die massiven EU-Strafzölle zu umgehen. Im Gegenzug hofft Ford auf Zugriff zu Geelys marktführender Software für autonomes Fahren. Ein „Heimspiel“ für die Chinesen auf europäischem Boden.

Die Karten in der Autowelt werden neu gemischt. Laut aktuellen Berichten vom Februar 2026 stehen Ford und der chinesische Automobil-Riese Geely in fortgeschrittenen Gesprächen über eine strategische Allianz. Im Zentrum steht dabei das Ford-Werk in Valencia, das zum "Rettungsanker" für chinesische Elektroautos auf dem europäischen Markt werden könnte.

Valencia als Drehkreuz: Geely-Produktion in Spanien?

Das Ford-Werk in Valencia, Spanien, gilt mit einer Kapazität von rund 450.000 Fahrzeugen pro Jahr als eines der größten und flexibelsten in Europa. Da Ford seine eigene Elektro-Strategie derzeit neu ausrichtet und Kapazitäten frei werden, ist Geely der ideale Partner. Die Idee: Geely fertigt Modelle seiner Marken (wie Zeekr oder Lynk & Co) direkt in Spanien.

Der strategische Vorteil liegt auf der Hand: Durch die Produktion innerhalb der EU umgeht Geely die saftigen Zusatzzölle von bis zu 37,6 %, die Brüssel auf Importe aus China erhebt. Für Ford wiederum würde die Kooperation die Auslastung des Standorts sichern und Tausende Arbeitsplätze in der Region Almussafes schützen.

Technologie-Tausch: Hardware gegen Software

Die Verhandlungen, die laut Insidern bereits seit Monaten laufen, betreffen nicht nur Fabrikhallen. Ford-CEO Jim Farley, der zuletzt offen zugab, privat einen importierten Xiaomi SU7 zu fahren und von der chinesischen Software begeistert zu sein, drängt auf einen Technologietransfer.

Partner Bringt ein... Profitiert von...
Ford Produktionskapazitäten in Europa (Valencia), lokales Supply-Chain-Know-how. Zugriff auf kosteneffiziente EV-Plattformen und KI-Software.
Geely Marktführende Software (G-ASD), autonomes Fahren, 800V-Technologie. Zollfreier Marktzugang in der EU, starke Marke als Türöffner.

Geelys Aufstieg: Vom Lehrling zum Lehrmeister

Es ist eine historische Ironie: 2010 kaufte Geely die Marke Volvo von Ford. Damals als "kleiner Emporkömmling" belächelt, ist die Geely-Gruppe 2026 mit über 4 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr einer der mächtigsten Akteure der Welt. Während Ford seine US-Modelle Model S und X einstellt, liefert Geely mit dem G-ASD-System (Global Autonomous Self-Driving) eine Software-Lösung, die Ford-Modelle fit für das autonome Zeitalter machen könnte.

„Wir führen ständig Gespräche mit vielen Unternehmen. Manchmal materialisieren sie sich, manchmal nicht.“ – So lautet das offizielle Statement von Ford. Doch die Intensität der Treffen in Michigan und China deutet auf eine baldige Einigung hin.

Politisches Minenfeld: Was passiert in den USA?

Während der Deal in Europa als "Win-Win" gefeiert wird, bleibt die Lage in den USA angespannt. Die Trump-Administration beobachtet Kooperationen mit chinesischen Firmen extrem kritisch. Erst kürzlich dementierte Ford Gerüchte über ein Joint Venture mit Xiaomi in den USA. Eine Kooperation mit Geely in Europa könnte jedoch als Blaupause dienen, wie westliche Traditionshäuser durch chinesische Innovation überleben können.

Fazit: Die Kooperation der Notwendigkeit

Die Partnerschaft zwischen Ford und Geely wäre ein logischer Schritt in einer Branche, in der die Entwicklungskosten für Software und Batterien explodieren. Wenn der Deal zustande kommt, wird Valencia zum Schauplatz einer neuen Ära: Amerikanische Fertigungsqualität trifft auf chinesische High-Tech-Software. Der Gewinner könnte am Ende der europäische Kunde sein, der Zugang zu hochmodernen E-Autos zu fairen Preisen erhält.

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