Renault „futuREady“: Der Masterplan für die globale Marktführerschaft
Die Automobilwelt befindet sich in einem rasanten Umbruch, und Renault positioniert sich mit dem Strategieplan „futuREady“ als europäischer Vorreiter. Das Ziel von Konzernchef François Provost ist ambitioniert: Bis 2030 sollen 36 neue Modelle die Marke Renault, Dacia und Alpine in eine neue Ära führen. Dabei setzt der Konzern auf eine duale Strategie aus konsequenter Elektrifizierung in Europa und einer massiven Expansion in Wachstumsmärkten wie Indien, Brasilien und Südkorea.
Im Zentrum der Offensive steht die technologische Unabhängigkeit. Renault will nicht nur Fahrzeuge bauen, sondern diese durch Software und Künstliche Intelligenz (KI) definieren. Mit dem Programm "Software-Defined Retail" sollen zudem die Vertriebskosten um 20 Prozent sinken, während die Kundentreue durch digitale Services über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg massiv gesteigert wird.
RGEV 2.0: Die neue Wunderwaffe für die Langstrecke
Für die Segmente C und D (Kompakt- und Mittelklasse) entwickelt Renault die Plattform RGEV medium 2.0. Diese Architektur ist ein technologischer Quantensprung: Erstmals kommt eine 800-Volt-Architektur zum Einsatz, die das Laden von Energie für hunderte Kilometer in nur zehn Minuten ermöglicht. Die Plattform ist modular aufgebaut und unterstützt sowohl rein elektrische Antriebe als auch innovative Range-Extender-Lösungen für maximale Freiheit.
| Feature | RGEV Medium 2.0 (Elektro) | RGEV mit Range-Extender |
|---|---|---|
| Max. Reichweite (WLTP) | Bis zu 750 km | Bis zu 1400 km |
| Architektur | 800 Volt (Ultraschnellladen) | 800 Volt + Verbrenner-Generator |
| Ladezeit (10-80%) | ca. 10 Minuten | N/A (Tanken möglich) |
| Segmente | B+ bis D (SUV, MPV, Limousine) | C und D |
Antriebs-Mix: NMC für Power, LFP für den Preis
Renault differenziert künftig stark bei der Batterietechnologie, um sowohl High-End-Performance als auch erschwingliche Einstiegspreise zu garantieren. Während die Top-Modelle auf die hohe Energiedichte von Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) setzen, werden kleinere Modelle wie der künftige Twingo oder der Renault 5 verstärkt mit kosteneffizienten Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) ausgestattet.
Parallel dazu treibt Renault die Entwicklung eines eigenen Elektromotors der dritten Generation voran. Dieser verzichtet komplett auf seltene Erden, leistet bis zu 202 kW (275 PS) und erreicht auf der Autobahn einen beeindruckenden Wirkungsgrad von 93 Prozent. Zusammen mit einer neuen "7-in-1"-Leistungselektronik sinken die Produktionskosten für den Antrieb um etwa 20 Prozent.
Internationale Offensive: Indien als globaler Hub
Außerhalb Europas fokussiert sich Renault auf 14 neue Modelle bis 2030. Ein Schlüsselmarkt ist Indien, das sich zum globalen Exportzentrum entwickeln soll. Hier wird Ende 2027 der "Bridger Concept" an den Start gehen – ein unter vier Meter langes SUV, das trotz kompakter Maße einen Bestwert bei der Beinfreiheit im Fond verspricht.
"Wir wollen Renault weltweit als französische Automobilmarke Nummer eins etablieren. Dafür nutzen wir unsere globale industrielle Basis und unsere technologische Stärke."
Auch die Marken Dacia und Alpine spielen im "futuREady"-Plan eine tragende Rolle. Dacia wird seine Modellpalette konsequent elektrifizieren und bis 2030 vier reine E-Modelle anbieten, ohne dabei das Versprechen des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses zu brechen. Alpine hingegen expandiert mit der A290 und dem A390 in neue Kundengruppen und nutzt die eigene "Alpine Performance Platform" für sportliche Höchstleistungen.
Innovation im Fokus: Das R-Space Lab
Wie Renault sich das "Auto zum Leben" (voiture à vivre) ab 2030 vorstellt, zeigt die Studie R-Space Lab. Mit einem Steer-by-Wire-Lenkrad, einem durchgehenden OpenR Panorama-Bildschirm und einer extrem modularen Innenraumgestaltung verschwimmen die Grenzen zwischen Transportmittel und Wohnraum. Besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherheit: Ein integrierter taktiler Alkoholtester und ein KI-basierter "Safety Coach" sollen Unfälle proaktiv verhindern und junge Fahrer unterstützen.
In der Produktion setzt Renault auf das "industrielle Metaverse". Durch den Einsatz von 350 humanoiden Robotern und KI-gestützter Überwachung will der Konzern die Produktionskosten um 20 Prozent senken und die Qualität so weit steigern, dass Kundenreklamationen innerhalb von fünf Jahren um zwei Drittel reduziert werden.



