Sicherheitsrisiko bei Renault: Rückruf für R5 und R4 E-Tech
Dämpfer für die Elektro-Offensive von Renault: Der französische Hersteller musste einen offiziellen Rückruf für seine neuesten Elektro-Aushängeschilder, den Renault 5 und den Renault 4, einleiten. Grund ist eine potenzielle Brandgefahr, die von den verbauten Batteriezellen ausgeht. Die Meldung wurde bereits im europäischen Schnellwarnsystem "Safety Gate" unter der Nummer SR/00796/26 veröffentlicht.
Besitzer von Fahrzeugen, die im Zeitraum vom 12. Dezember 2025 bis zum 28. Januar 2026 produziert wurden, sollten aufmerksam sein. Laut offiziellen Angaben gab es Unregelmäßigkeiten im Werk des Zulieferers, die zu schwerwiegenden Fehlern in der Batteriearchitektur führen können.
Technischer Hintergrund: Delamination der Anode
Das Problem liegt tief im Inneren der von AESC zugelieferten Pouch-Zellen. Bei der betroffenen Charge kann es zu einer sogenannten Delamination der Anode kommen. Dabei löst sich Elektrodenmaterial ab, was den Separator und den Stromabnehmer innerhalb der Zelle beschädigen kann. Die Folge: Ein interner Kurzschluss, der im schlimmsten Fall eine thermische Überhitzung und damit einen Fahrzeugbrand auslösen kann.
Renault betont, dass das Problem auf eine klar eingegrenzte Charge begrenzt ist. Dennoch ist der Vorfall für die junge Elektro-Sparte "Ampere" ein Reputationsrisiko, da der Renault 5 gerade erst als Hoffnungsträger für bezahlbare Elektromobilität durchstartet.
| Details zum Rückruf | Informationen |
|---|---|
| Betroffene Modelle | Renault 5 E-Tech, Renault 4 E-Tech |
| Produktionszeitraum | 12.12.2025 bis 28.01.2026 |
| EU-Referenznummer | SR/00796/26 |
| Zulieferer der Zellen | Envision AESC (NCM-Technologie) |
| Gefahrenpotenzial | Interner Kurzschluss, Überhitzung, Brandgefahr |
Serviceaktion läuft: Was Halter jetzt tun müssen
Obwohl der Rückruf in der Datenbank des deutschen Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) noch nicht final gelistet ist, hat Renault bereits erste Service-Maßnahmen eingeleitet. Betroffene Fahrzeuge werden in die Werkstätten gerufen, um das Batteriepack einer detaillierten Diagnose zu unterziehen. In vielen Fällen könnte ein Software-Update zur verbesserten Überwachung ausreichen, bei Bestätigung des Defekts muss jedoch das gesamte Batteriemodul getauscht werden.
Experten schätzen, dass europaweit zwischen 20.000 und 30.000 Fahrzeuge betroffen sein könnten. Da die Auslieferungen des Renault 4 gerade erst massiv angelaufen sind, trifft der Rückruf viele Neukunden direkt nach der Übergabe.
"Ein Produktionsfehler bei den Batteriezellen ist der Worst Case für jedes Elektroauto. Renault reagiert hier zwar schnell, doch für das Vertrauen in die neue Ampere-Plattform ist dieser Vorfall eine Zerreißprobe."
Fazit: Sicherheit geht vor
Rückrufe sind in der Automobilindustrie heute Standard, bei Batterien ist die Sensibilität jedoch besonders hoch. Wer einen Renault 5 oder 4 aus dem kritischen Zeitraum besitzt, sollte nicht auf das offizielle Schreiben warten, sondern proaktiv beim Vertragshändler nachfragen. Ein Brandrisiko ist kein Thema, das man auf die lange Bank schieben sollte – auch wenn es sich "nur" um eine fehlerhafte Charge handelt.



