Tesla-Krise 2026: Absatz-Crash in Europa & Sorgen um Grünheide

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Tesla-Krise 2026: Absatz-Crash in Europa & Sorgen um Grünheide

Tesla im Krisenmodus: In der Europäischen Union bricht der Absatz zum Jahresstart 2026 um 38 Prozent ein – in Deutschland sogar um fast die Hälfte. Während die Gigafactory in Grünheide nur zur Hälfte ausgelastet ist, kämpft Elon Musk mit einem massiven Image-Problem: Laut einer neuen Studie lehnen drei Viertel der Deutschen einen Tesla-Kauf mittlerweile kategorisch ab.

Die erfolgsverwöhnte Gigafactory in Berlin-Brandenburg steht vor ihrer bisher größten Bewährungsprobe. Trotz offizieller Zuversicht des Managements sprechen die nackten Zahlen eine deutliche Sprache: Tesla produziert in Europa derzeit am Markt vorbei.

Grünheide: Nur halbe Kraft voraus

Eigentlich sollte das Werk in Grünheide die Speerspitze der europäischen E-Mobilität sein. Doch die Realität im Februar 2026 sieht ernüchternd aus. Bei einer genehmigten Kapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr spuckt die Fabrik aktuell nur etwa 5.000 Autos pro Woche aus – das entspricht einer Auslastung von gerade einmal 50 Prozent.

Besonders bitter: Tesla verkauft in Deutschland inzwischen weniger Fahrzeuge als zu der Zeit, als alle Modelle noch mühsam aus den USA oder China importiert werden mussten. Experten machen dafür nicht nur die Marktsättigung, sondern auch das zunehmend schwierige Image von Elon Musk verantwortlich.

Der „Musk-Effekt“: Drei Viertel der Deutschen sagen Nein

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sorgt für Schockwellen in der Branche. Demnach können sich über 75 Prozent der Befragten grundsätzlich nicht mehr vorstellen, einen Tesla zu kaufen. Die Gründe liegen weniger in der Technik als vielmehr im öffentlichen Auftreten des Firmenchefs und den politischen Kontroversen rund um seine Plattform X.

Marktregion Absatzentwicklung (Januar 2026 vs. Vorjahr)
Europäische Union - 38,0 %
Deutschland - 48,5 %
Norwegen - 12,0 % (nach MwSt-Effekt)

Hoffnungsmärkte schwinden: Konkurrenz aus dem Osten

Teslas Plan, Überkapazitäten aus Grünheide nach Kanada oder in die Türkei zu exportieren, wackelt ebenfalls. In der Türkei verschärft sich der Wettbewerb massiv: Der chinesische Gigant BYD wird noch Ende 2026 sein neues Werk in Izmir eröffnen, das jährlich 150.000 Autos zollfrei für den europäischen Raum produzieren kann. Gleichzeitig hat Kanada seine Strafzölle auf chinesische E-Autos gelockert, wodurch die Gigafactory Shanghai dort wieder das Zepter übernimmt.

TÜV-Schock: Model Y als Schlusslicht

Zu den Absatzsorgen gesellt sich ein massives Qualitätsproblem. Im aktuellen TÜV-Report 2026 belegt das Model Y den letzten Platz unter den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen. Mit einer Mängelquote von 17,3 Prozent – vor allem an Achsaufhängungen und Bremsen – liefert Tesla den Kritikern neue Argumente.

„Tesla muss jetzt beweisen, dass sie mehr sind als eine Tech-Aktie. Ohne neue Modelle wie den 'Juniper'-Refresh des Model Y und eine Rückkehr zur sachlichen Kundenkommunikation wird Grünheide zum Milliardengrab.“

Fazit von Elektroquatsch

Tesla befindet sich an einem gefährlichen Wendepunkt. Während der Gesamtmarkt für Elektroautos in Europa (getrieben durch neue Förderungen) wieder leicht wächst, verliert der einstige Pionier massiv an Boden. Wer 2026 ein E-Auto kauft, greift immer öfter zur Konkurrenz aus Korea oder China – oder bleibt der Marke wegen Musks Eskapaden ganz fern. Die geplante Batteriezellfertigung in Grünheide ab 2027 wirkt derzeit wie eine Wette auf eine Zukunft, die Tesla erst einmal überleben muss.

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