Tesla China-Absatz Januar 2026: Wachstum trotz Markt-Crash

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Tesla China-Absatz Januar 2026: Wachstum trotz Markt-Crash

Tesla stemmt sich gegen den Trend: Während der chinesische Gesamtmarkt für Elektroautos (NEVs) im Januar 2026 massiv eingebrochen ist, meldet Tesla für sein Werk in Shanghai ein ordentliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Mit über 69.000 ausgelieferten Fahrzeugen lässt Musk die Konkurrenz von BYD – die mit einem heftigen Absatz-Crash kämpfen – derzeit alt aussehen

Das Jahr 2026 beginnt auf dem wichtigsten E-Auto-Markt der Welt mit einem Paukenschlag. Während lokale Größen wie BYD zweistellige Rückgänge hinnehmen müssen, meldet Tesla für den Januar ein Plus von 9,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insgesamt 69.129 in China produzierte Model 3 und Model Y verließen die Gigafactory Shanghai.

Resilienz im „E-Auto-Winter“: Tesla vs. Gesamtmarkt

Die nackten Zahlen des chinesischen Branchenverbands CPCA zeigen eine deutliche Diskrepanz. Der gesamte Markt für New Energy Vehicles (NEVs) stieg im Januar zwar hauchdünn um 1 % gegenüber dem Vorjahr, stürzte aber im Vergleich zum Rekord-Dezember um satte 42 % ab. Tesla hingegen konnte seinen Vorjahreswert (63.238 Einheiten) komfortabel übertreffen.

Besonders beeindruckend ist der Vergleich zum Erzrivalen: BYD meldete für den Januar einen globalen Absatzrückgang von über 30 % (210.051 Fahrzeuge). Während BYD mit dem Auslaufen staatlicher Kaufprämien und einem harten Preiskampf im Budget-Segment kämpft, scheint Tesla von seinen jüngsten Incentives – wie den 0-%-Finanzierungsprogrammen und neuen Versicherungssubventionen – massiv zu profitieren.

Shanghai als Export-Hub: Wohin gingen die Autos?

Die 69.129 Einheiten umfassen sowohl den chinesischen Inlandsmarkt als auch den Export. Traditionell nutzt Tesla den Beginn eines Quartals (Januar), um verstärkt Schiffe nach Europa und in den asiatisch-pazifischen Raum zu schicken. Genaue Split-Zahlen werden erst in den kommenden Tagen erwartet, doch Analysten gehen davon aus, dass der Exportanteil aufgrund der saisonalen Schwäche in China besonders hoch ausfiel.

Zeitraum Tesla Shanghai Absatz (Wholesale) Veränderung zum Vorjahr
Januar 2024 71.447 Einheiten -
Januar 2025 63.238 Einheiten - 11,5 %
Januar 2026 69.129 Einheiten + 9,3 %

Preiskampf 2.0: Tesla lockt mit günstigen Zinsen

Dass Tesla so stabil ins Jahr gestartet ist, ist kein Zufall. Bereits am 6. Januar 2026 reagierte das Unternehmen auf die Marktabkühlung mit einem neuen Niedrigzins-Programm für das Model 3 und Model Y. Kurze Zeit später wurde für das Model 3 zusätzlich eine Versicherungssubvention in Höhe von rund 1.150 US-Dollar eingeführt. Diese aggressiven Verkaufsförderungen zwangen Konkurrenten wie Xiaomi und Xpeng dazu, mit eigenen Programmen nachzuziehen.

„Tesla beweist einmal mehr, dass sie im Premium-Segment eine treue Fangemeinde haben, die auch in schwierigen Marktphasen zugreift – vorausgesetzt, das Finanzierungsangebot stimmt.“

Ein Meilenstein im Schatten der Krise

Trotz des monatlichen Rückgangs von 28,9 % gegenüber dem Dezember-Peak feierte Tesla Anfang Februar einen globalen Rekord: Die Marke von 9 Millionen produzierten Fahrzeugen wurde überschritten. Ein großer Teil dieses Erfolgs ist der Effizienz der Gigafactory Shanghai zuzuschreiben, die weiterhin als kostengünstigstes und produktivstes Werk im Tesla-Netzwerk gilt.

Fazit von Elektroquatsch

Tesla hat den ersten Belastungstest des Jahres 2026 bestanden. Während die chinesische Konkurrenz teilweise im freien Fall ist, hält Tesla die Stellung. Das zeigt: Der Name Tesla zieht immer noch, besonders wenn er mit attraktiven Finanzierungen kombiniert wird. Doch der Druck bleibt hoch – mit dem bevorstehenden Facelift des Model Y („Juniper“) im Laufe des Jahres steht der nächste große Hebel bereits in den Startlöchern.

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